Infoabend

Körper und Seele erfahren eine Verjüngungskur

Gesund soll es beim Basenfasten zugehen: Vor allem Obst und Gemüse stehen auf dem Speiseplan.
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Gesund soll es beim Basenfasten zugehen: Vor allem Obst und Gemüse stehen auf dem Speiseplan.
  • VonNadja Lehmann
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Leberbasenfasten mit Ernährungsberaterin Elina Steiner: Infoabend am morgigen Mittwoch.

Von Nadja Lehmann

Elina Steiner weiß, wovon sie spricht, wenn sie die Themen Selbstfürsorge und Gesundheit anschneidet: „Vor vier Jahren habe ich meinen Job als Stewardess an den Nagel gehängt“, erzählt sie. „Die Flüge und das Unterwegssein bedeuten eine große körperliche Belastung.“ Nach dieser Zäsur habe sie ein „Reset“ gebraucht: Sie machte eine Fastenkur, eine der strengen Art, bei der man nichts isst. „Das hat mich damals gepackt“, sagt sie rückblickend. Interesse am Thema habe sie immer schon gehabt, schon damals hatte sie eine Ausbildung als Ernährungsberaterin in der Tasche. Heute arbeitet sie regelmäßig mit der Fastenleiterin zusammen, die sie in der Kur kennengelernt hatte, und ist selbst zertifizierte Fastenleiterin.

Davon dürfen sich nun interessierte Burscheiderinnen und Burscheider überzeugen: In den Räumen des Ökumenischen Hospiz bietet Elina Steiner ein Leberbasenfasten an – vom 22. Februar bis 1. März, beginnend direkt am Aschermittwoch. Einen Infoabend gibt es bereits am morgigen Mittwoch, 19 Uhr, im Ökumenischen Hospiz.

Der Unterschied zum strengen Fasten: Beim Basenfasten darf gegessen werden, dreimal täglich. „Das strenge Fasten ist gar nicht für jeden geeignet“, sagt Elina Steiner. Es sei sehr anstrengend und im höheren Alter auch nicht empfehlenswert. „Das Basenfasten ist sehr viel sanfter und deshalb auch bis ins hohe Alter praktizierbar.“

Basenfasten ist die sanftere Variante

Verzicht allerdings gibt es hier wie dort: Beim Basenfasten fallen Fleisch, Fisch, Kaffee, Süßigkeiten und mehr weg, nämlich alles, was Säure bringt. „Wir alle sind tendenziell übersäuert“, sagt Steiner. „Durch unser Leben, durch das, was wir essen.“ Typische Symptome dafür seien Gereiztheit, fahle Haut, Cellulite. „Wenn die Säurepuffer voll sind, kann das bis zu Rheuma und Gicht gehen“, erklärt Steiner. Beim Basenfasten könnten diese Säurepuffer regenerieren und sich reinigen. Denn im Mittelpunkt stehen während der Woche Obst und Gemüse. Der Effekt: „Man fühlt sich frischer und energiegeladener. Verjüngt.“

Elina Steiner rückt besonders die Leber in den Vordergrund. Ganz bewusst. „Es ist unser größtes Entgiftungsorgan“, erklärt sie. „Und es ist ein unterschätztes Organ, das sich nicht melden kann.“ Wenn überhaupt, dann durch Müdigkeit: Und das ignorierten die meisten. Steiner: „Die Leber braucht ein bisschen Zuwendung.“ Und viel grünes Gemüse.

Noch vor dem ersten Termin am Aschermittwoch, nämlich rund eine Woche vorher, schreibt Elina Steiner die Teilnehmer an. Zwecks der Vorbereitung. „Darin steht, was sie kaufen müssen. Zuhause gibt es dann gut zu tun.“ Beispielsweise sich unterstützende Schüssler-Salze besorgen, die basische Gemüsebrühe kochen, schon mal auf etwas Kaffee und den ersten Keks verzichten. Dass das nicht ganz leicht ist, weiß die Fastenleiterin aus eigener Erfahrung. „Ich trinke einen Espresso am Tag. Wenn der wegfällt, reagiere ich mit Kopfschmerzen.“

Beim ersten Treffen geht es dann um ganz handfeste Dinge: Um Rezepte. Um Leberwickel. Um den Einlauf. Denn letzterer muss sein. „Wir brauchen einen Startschuss. Das ist die Darmentleerung“, sagt Steiner. „Sonst wäre es eine Diät. Genau die machen wir ja aber nicht.“ Der Einlauf (auch eine zweiten während der Woche empfiehlt die Expertin) spüle Essensreste aus dem Darm. „Und der nimmt Weh und Hungergefühle mit.“

Denn nicht nur nur der Körper reagiert. Sondern auch die Seele. „Es kommen viel verschüttete Trauer hoch“, weiß Steiner, die sich im Hospiz auch in der Trauerbegleitung engagiert und die Gruppe „Kochen für Trauernde“ leitet. Ein Bereich, in dem sie sich noch weiter fortbilden will, wie sie lächelnd sagt: „Im Moment bin ich da Krankenschwester. Ich möchte aber Chefarzt sein.“

Die ganze Woche bleibt Elina Steiner mit ihrer Gruppe in Kontakt, in Präsenz und online. „Nach zwei Tagen treffen wir uns erneut. Ich frage nach, wie es geht, ob es Fragen gibt“, beschreibt sie. Auch über die Whats-App-Gruppe ist Kontakt garantiert. „Ich gebe dort hinein jeden Tag einen Impuls“, sagt Steiner, die die Teilnehmer auch ermutigt, Tagebuch zu führen. „Es ist wie eine Reise, bei der man das Haus nicht verlassen muss.“ Zu tun gibt es gleichwohl eine Menge. Fertigessen ist tabu, jeder muss für sich kochen. „Das machen die meisten sehr gern. Man sorgt für sich selbst.“ Am Ende der Woche steht dann die Frage: Wie geht es weiter? Was kann man neu ins Leben integrieren? Und wie?

Zu dem Infoabend lädt Elina Steiner ins Ökumenische Hospiz ein; dieser beginnt am morgigen Mittwoch um 19 Uhr in der Hauptstraße 57. Dort können sich Interessierte anmelden, Teilnehmerlisten liegen aus.

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