Integration

Multikulturelle Kochgruppe greift beherzt zum Sparschäler

Kochen über alle Sprachgrenzen hinweg (v.l.): Laila Abdo, Fatima Al Abdullah mit Taym, Tala und Leen, dazwischen Hannelore Schmiss und Ansaf Al Jafaan.
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Kochen über alle Sprachgrenzen hinweg (v.l.): Laila Abdo, Fatima Al Abdullah mit Taym, Tala und Leen, dazwischen Hannelore Schmiss und Ansaf Al Jafaan.

Hannelore Schmiss leitet im Tri-Café das „Over-Cross-Cooking“.

Von Ursula Hellmann

Burscheid. „Over-Cross-Cooking“ – interessantes Neudeutsch für die Essenszubereitung zusammen mit Köchinnen aus den verschiedensten Herkunftsländern. Vor acht Jahren wurde aus der Idee von Prädikantin Hannelore Schmiss ein fester Termin im Angebot für Asylanten.

Wie hat sich in dieser Zeit die Gesamtsituation verändert? Hannelore Schmiss: „In dieser langen, unsicheren Phase der Corona-Maßnahmen reifte in uns der Entschluss, den treu Dabeigebliebenen sowie den neu Interessierten einen optimalen Anlaufpunkt zu bieten. Unsere Kontakte zum Tri-Café brachten dann eine schnelle Lösung. Als günstig erwies sich auch der veränderte Termin von Deutschkursen in der Volkshochschule. Ab diesem Semesterbeginn nutzen unsere Köchinnen den Unterricht an den Montagen und kommen mittwochs zum Over-Cross-Cooking.“ Für die Damen bedeutet dieser Treff außer dem Kennenlernen deutscher Küche einen Vormittag, den sie selbst gestalten.

Familie Schmiss hat lange auf eigenen Urlaub verzichtet

Ein Vorteil der Tri-Café-Räume kommt allen Beteiligten sehr entgegen: Die Treff-Termine sind das ganze Jahr über belegbar – ob in großen oder kleinen Schulferien. Für Hannelore Schmiss und ihren Ehemann Peter Schmiss heißt das im Moment noch einen weiteren Verzicht auf Urlaubsauszeit – aber der Plan sieht bereits eine gute Lösung vor. Fatima Al Abdullah steht der Leiterin seit den Gründungstagen der Gruppe als kompetente Hilfe zur Seite. Sie kann den tadellosen Abschluss aller Deutsch-Kurse vorweisen und ist dazu in der Lage, den meisten Teilnehmerinnen eine gute Dolmetscherin zu sein.

Hannelore Schmiss profitiertvon Arabisch-Kenntnissen

Ein letztes Okay von der Tri-Café Leitung – und das Ehepaar Schmiss hat gute Aussicht auf einen ersten Urlaub seit acht Jahren. Ihre Reise wird wohl nicht in gefährliche Zonen gehen. Aber die Arabisch-Kenntnisse aus ihrer Zeit vor 30 Jahren in Jordanien kommen Hannelore Schmiss vor Ort sehr zustatten. Sie freut sich noch jedes mal, wenn sie die Runde um den Küchentisch ansieht und sprachlich sowie emotional mitfühlt. Trotzdem sieht sie ihre Verantwortung darin, möglichst viel auf Deutsch zu kommunizieren. Punkt 10 Uhr am Gartentisch hinter dem großen Saal im Tri-Café-Erdgeschoss saß zum ersten Mal auch Ansaf Al Jafaan. Neben ihr: Leila Abdou, seit langer Zeit vertraut mit dem Konzept. Was wurde Leckeres gekocht oder gebraten? Reibekuchen mit Apfelmus! Tüten mit Kartoffeln, Äpfeln und Schälwerkzeuge mussten den fleißigen Helferinnen nicht lange erklärt werden. Auch Tala (5), Taym (3) und Leen (10), die Kinder von Fatima Al Abdullah fanden den Umgang mit Sparschälern lustig.

Hannelore Schmiss weiß, dass ihre lernbereiten Damen voll hinter dem Prinzip der Gruppe stehen: Nichts wegwerfen, das sich noch gesundheitsbewusst verarbeiten lässt. Die Reste der Tafel schrumpfen leider sichtbar. So sind Spenden fürs Over-Cross-Cooking herzlich willkommen.

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