Stadtverwaltung

Klimamanagerin setzt auf Kommunikation

Arbeitet in Teilzeit bei der Stadtverwaltung: Klimamanagerin Miriam Deimel. Foto: Stadt Burscheid
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Arbeitet in Teilzeit bei der Stadtverwaltung: Klimamanagerin Miriam Deimel.
  • VonNadja Lehmann
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Miriam Deimel ist seit 2021 in der Stadtverwaltung als Elternzeitvertretung tätig.

Burscheid. Nicht erst seit „Fridays for Future“ ist bekannt: Klimaschutz ist wichtig – auch auf kommunaler Ebene. So klopft die Stadtverwaltung alle Beschlussvorlagen, über die anschließend die Politiker abstimmen, auf ihre Klimarelevanz ab. Dieselbe Wichtigkeit wird der Klimaanpassung zugemessen: „Das ist uns allen nach dem Starkregenereignis 2021 vielleicht noch etwas deutlicher bewusst geworden“, sagt Renate Bergfelder-Weiss, Sprecherin der Stadtverwaltung. „Umweltschutz – also der Schutz unseres Lebensraumes – ist hierbei eng mit dem Schutz des Klimas und der Anpassung an ein sich veränderndes Klima verwoben.“

Renate Bergfelder-Weiss ermutigt Interessierte, sich über das diesbezügliche Handeln der Stadt zu informieren. Beispielsweise online. Die Internetseite der Stadt Burscheid lade unter der Rubrik „Klima – Umwelt“ dazu ein, sich zu informieren: Darüber, welche Ziele sich die Stadt Burscheid für Klima und Umwelt gesetzt und welche Maßnahmen sie dafür bereits umgesetzt hat, sie noch umsetzt oder plant, umzusetzen. Gleichzeitig vermittle die Homepage hilfreiche Informationen darüber, wie man selbst handeln kann.

Zudem gibt es in der Stadtverwaltung mit Burscheids Klimaschutzmanagerin eine fachkundige Ansprechpartnerin: Miriam Deimel ist seit Mai 2021 in der Stadtverwaltung beschäftigt – und hat den Job von Ursula Linda Kurzbach übernommen, die Mutter geworden ist. Deimel freut sich darauf, wie sie sagt, die Umwelt gemeinsam mit den Burscheiderinnen und Burscheidern zu schützen. Die 27-Jährige stellt sich und ihre Arbeit vor.

Aufgaben und Schwerpunkte:

„Seit Mai 2021 arbeite ich in Elternzeitvertretung in Teilzeit als Klimaschutzmanagerin bei der Stadtverwaltung im Stab Stadtentwicklung, Umwelt und Liegenschaften. In Zusammenarbeit mit dem Mobilitätsmanager und der Umweltbeauftragten der Stadt Burscheid setze ich mich für den Klimaschutz im Stadtgebiet ein. Die lokale Umsetzung des kreisweiten Klimaschutzkonzeptes und auch des Klimafolgenanpassungskonzeptes ist meine Hauptaufgabe. Hier bin ich dafür verantwortlich, das Klimaschutzkonzept des Rheinisch-Bergischen Kreises umzusetzen. Wir legen hierbei den Fokus auf die Dinge, die niederschwellig umsetzbar sind oder/und von der Politik und der Bürgerschaft der Stadt direkt eingefordert werden. Derzeit beschäftige ich mich mit dem Klima-Check für Beschlussvorlagen, Klimaschutz in der Stadt- und Regionalplanung, Schottergärten und Energiecontrolling sowie der energetischen Sanierung von kommunalen Gebäuden.“

Werdegang und Ausbildung:

„Von 2013 bis 2017 habe ich Maschinenbau mit Fokus Erneuerbare Energien an der Technischen Hochschule (TH) Köln studiert und währenddessen als studentische Hilfskraft im Bereich der Mathematik und technischen Mechanik ausgeholfen. Nach meinem Abschluss war ich unter anderem zur Vorbereitung auf meinen Master ein halbes Jahr in Neuseeland, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Vor drei Jahren habe ich den englischsprachigen Masterstudiengang „Renewable Energy Management“ ebenfalls an der TH Köln begonnen und im April 2021 erfolgreich beendet. Während meines Masterstudiums habe ich parallel im Architekturbüro als Werkstudentin gearbeitet. Meine Masterarbeit habe ich in Zusammenarbeit mit der Stadt Hennef über strategische Barrieren im kommunalen Klimaschutz geschrieben.“

Engagement für die Umwelt:

„Auch privat engagiere mich für Umweltthemen. Mir persönlich ist eine nachhaltige Transformation der Gesellschaft wichtig. Und ich finde, dafür wird es dem Bürger und der Bürgerin noch viel zu schwer gemacht, die ,richtigen‘ Entscheidungen zu treffen.“

Motto und Philosophie:

„Für meine Arbeit ist mir interdisziplinäres Denken und ämterübergreifende Zusammenarbeit wichtig. Beim Thema Klimaschutz ist aufgrund der Vielfältigkeit nur die Zusammenarbeit im Team zielführend. Man muss über den Tellerrand hinaus blicken. Es gibt, wie bei vielen anderen Bereichen auch, nicht nur schwarz und weiß, nicht die eine Lösung. Daher hat Kommunikation, aber auch transparentes Arbeiten eine hohe Priorität. Im Klimaschutz spielen noch immer bürgerschaftliches Engagement und die Politik eine viel zu große Rolle.“

Weitere Informationen gibt es unter: https://www.burscheid.de/klima-umwelt

Hintergrund

Klimarelevanz: 2019 stellten die Grünen einen Antrag, die Stadtverwaltung möge jede zum Beschluss stehende Maßnahme auf ihre klimarelevanten Folgen abzuklopfen. Von Ende 2020 bis Mai 2021 wurden 19 Vorlagen auf ihre Klimarelevanz anhand des Excel-basierten Tools des Klimas-Bündnisses und des ifeu-Instituts überprüft. Nach einer ersten Auswertung schlug die Stadtverwaltung vor, die Testphase zu verlängern und auf den Stab für Stadtentwicklung, Umwelt und Liegenschaften sowie das Amt für Gebäudemanagement auszuweiten. Die zweite Testphase lief im vergangenen Sommer an. Ihre Auswertung ist für die nächste Sitzung des Umweltausschusses im Frühjahr geplant.

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