Hilgen

„Kleine Strolche“ teilen sich den Weckmann

Bei den „Kleinen Strolchen“ stehen die Weckmänner am 10. November im Mittelpunkt
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Bei den „Kleinen Strolchen“ stehen die Weckmänner am 10. November im Mittelpunkt.
  • VonNadja Lehmann
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Sankt Martin neu interpretiert: In Hilgen feiern das Familienzentrum und der Initiativkreis den Heiligen unter Einhaltung der Regeln.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. In diesem Jahr wird Sankt Martin nicht durch die Städte reiten und mildtätig seinen Mantel teilen. Das Coronavirus macht dem Heiligen 2020 den Garaus. Jedenfalls in der gewohnten Form. In Hilgen aber lässt man sich davon nicht in die Knie zwingen: Sowohl der Initiativkreis „Hilgen lebt“ als auch das Familienzentrum „Kleine Strolche“ haben ihr ganz persönliches „Sankt Martin light“ entwickelt. Ulrike Kreffter, die zum einen die „Kleinen Strolche“ leitet und zum anderen dem Vorstand von „Hilgen lebt“ angehört, ist eine derjenigen, die Hilgen trotz alledem zum Leuchten bringen wollen.

Leiterin Ulrike Kreffter.

„Wir hatten ja bereits im September bekannt gegeben, dass weder Martinszug noch Nikolausmarkt stattfinden werden“, erinnert sie sich. Schnell habe „Hilgen lebt“ aber eine Alternative entwickelt und dabei die Hilgener selbst ins Boot geholt: Diese sollten nämlich ihre Fenster und Vorgärten schmücken und davon dem Initiativkreis ein Foto senden. „Wir veröffentlichen dieses auf unserer Homepage“, sagt Kreffter. Wer die meisten „Gefällt-mir“ erhalte, dürfe sich über eine kleine Anerkennung freuen, verheißt Kreffter: „In Form eines Weckmanns.“

„Kinder kommen besser mit den Corona-Regeln zurecht als mancher Erwachsene.“
Ulrike Kreffter

Der Gebäckklassiker zu Sankt Martin spielt auch bei den „Kleinen Strolchen“ eine Hauptrolle. Denn am 10. November gibt es bei einem (getrennt eingenommenen) Frühstück für jede der drei Gruppen einen Weckmann, der geteilt wird. „Und jedes Kind erhält noch einen Weckmann, den es mit nach Hause nehmen darf“, sagt Kreffter. Sogar Sankt Martin reitet doch noch vor: Das großzügige Außengelände von mehr als 1000 Quadratmetern und der Einsatz einer reitenden Mama machen’s möglich. „Die Kinder haben bereits Laternen gebastelt, die sie zu einem Mini-Umzug mitbringen“, berichtet Ulrike Kreffter. Je nach Wetter finde dieser im abgedunkelten Flur oder draußen statt – überall streng nach Gruppen getrennt. „Draußen wäre natürlich schöner“, findet Kreffter. „Da dürften wir dann sogar singen.“ Das ist wegen der Aerosole sonst nämlich nicht erlaubt.

Sankt Martin einmal ein bisschen anders, aber Ulrike Kreffter freut sich, dass „ihre“ Kinder auf nichts verzichten müssten: „Unter Einhaltung der geltenden Regeln.“ Denn, auch das macht Ulrike Kreffter deutlich: „Wir müssen verantwortungsbewusst handeln. Corona ist beunruhigend nähergerückt. Fast jeder kennt inzwischen einen Erkrankten.“ Das sei zu Beginn der Pandemie ganz anders gewesen.

Der erfahrenen Leiterin (seit 1992) ist es aber wichtig, den Kindern so viel Normalität zu bieten wie nur irgend möglich: „Da haben wir als Team eine Verpflichtung den Kindern gegenüber.“ Wobei diese mit den Corona-Regeln problemlos klarkämen: „Besser als mancher Erwachsene. Kinder sind pragmatisch, nehmen Gegebenheiten hin, hadern nicht viel.“ Das wiederum tue dem zwölfköpfigen Erzieherteam gut.

Was die Corona-Regeln betrifft: „Da haben wir nochmals nachgebessert“, sagt Kreffter, die die Eltern auf der Homepage stets auf dem Laufenden hält. Eine entscheidende Bitte: Die Eltern sollen ihren Aufenthalt im Kindergarten „drastisch kurz halten“. Bei Gesprächsbedarf könne man jederzeit einen Termin vereinbaren, sagt Kreffter: „Das ist bei uns immer innerhalb von 24 Stunden möglich.“

Die Gruppen arbeiten wieder geschlossen und voneinander separiert. Die zwölf Erzieherinnen allerdings können und wollen sich nicht aus dem Weg gehen: „Wir müssen uns gegenseitig unterstützen, zumal wenn es zu Engpässen kommt wie aktuell durch Urlaub und Krankheit“, sagt Kreffter.

Angebote wie Yoga, Rückentraining und Entspannungsabend fallen aus. „Eine Mutter, die beruflich Übungsleiterin ist, hat für uns aber ein Bewegungs- und Sinnestagebuch entwickelt“, berichtet Ulrike Kreffter. Dieses animiert die Kinder mit ihren Eltern zu zahlreichen Aktionen – wie dem Kastaniensammeln im Wald, dem Hindernislauf über Stöcke oder zu Atemübungen.

Das große Außengelände wurde wieder so eingeteilt, dass es die Gruppen rotierend nutzen können. „Ich habe die Zahl der Begleitpersonen, die gleichzeitig kommen dürfen, weiter reduziert, auf vier“, sagt Kreffter. Sie hofft, dass die Kitas so lange wie möglich offen bleiben können. Ihre zupackende Art lässt sie sich nicht nehmen: „Wir beeilen uns schon mit den Weihnachtsvorbereitungen“, verrät sie lachend. Die Eltern seien bereits im Bastelmodus: Die Ergebnisse sind dann auf einem Tisch im Eingangsbereich zu sehen und zu erwerben.

Aufruf

„Hilgen lebt“ hat den Martinszug, der im vergangenen Jahr eine so überzeugende Premiere gefeiert hatte, abgesagt. Stattdessen bittet der Initiativkreis die Hilgener, ihre Fenster und Vorgärten am 10. November zu schmücken. „Bringen Sie Hilgen zum Leuchten, zeigen Sie Gemeinsamkeit und schicken Sie uns Ihre Fotos“, schreibt der Verein auf seiner Homepage.

info@hilgen-lebt.de

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