Kirchenkreis stärkt den Klimaschutz

Wo in den Gemeinden drückt der Schuh?

Christian Dahm vom Netzwerk „Energie und Kirche“ gab auf der Kreissynode den Gemeinden Impulse mit auf den Weg und sprach über Klimaschutz und Energieeffizienz.
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Christian Dahm vom Netzwerk „Energie und Kirche“ gab auf der Kreissynode den Gemeinden Impulse mit auf den Weg und sprach über Klimaschutz und Energieeffizienz.
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Elf Gemeinden, darunter auch Burscheid, trafen sich zur Kreissynode.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Corona, Hochwasser, die Explosion im Chempark: Auf der Kreissynode des Kirchenkreis Leverkusen wurde deutlich, wo den Gemeinden der Schuh drückt. In der Friedenskirche in Monheim befassten sich die Vertreterinnen und Vertreter der elf Gemeinden von Leverkusen, Langenfeld, Monheim, Leichlingen und Burscheid mit den Berichten aus den Gemeinden, dem Schwerpunkt „Treibhausgasneutralität – Klimaschutz“ und Wahlen.

Corona war prägend und schwierig: Gemeinschaft erleben, Gottesdienste feiern und Besuchsdienste absolvieren – all das fühlt sich in der digitalen Welt ganz anders an. Das zeigten die Berichte deutlich. Im vergangenen Jahr kamen in den Gemeinden Leichlingen, Opladen und Schlebusch noch erhebliche Schäden durch das Hochwasser hinzu, und auch die Explosion bei Currenta oder der Ukraine-Krieg beschäftigen die Gemeinden.

„Parallel dazu laufen in verschiedenen Gemeinden weitere Aufgaben auf, wie etwa neue Gemeindekonzeptionen, sich nach einer Fusion gemeinsam neu aufzustellen oder die Suche nach Pfarrerinnen und Pfarrern, zum Teil sind noch Pfarrstellen unbesetzt“, sagt Sabine Kall, die für die Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis verantwortlich ist. „Insgesamt sind alle hoffnungsvoll, weil Veranstaltungen wieder in Präsenzform abgehalten werden, sich Gruppen und Kreise treffen und Gemeindefeste sowie Jugendfreizeiten stattfinden können.“

Die Kommunikation mit den Gemeindemitgliedern sei vielfältiger und zielgruppengenauer geworden: von gedruckten Andachten, die verteilt werden, über Telefonandachten bis hin zu gestreamten Gottesdiensten oder auch „Weg-Gottesdienste“, die mit einer Wanderung verknüpft sind. „Außerdem werden soziale Medien genutzt“, so Kall.

Gemeinden sind stolz über die neue Kreativität

Da weiterzumachen, wo die Gemeinden vor Corona standen, scheint nicht möglich – so die mehrheitliche Bilanz. Dennoch blicken die meisten stolz auf das kreative Potenzial, mit dem den Herausforderungen durch die Pandemie begegnet wurde. „Wir müssen uns trennen von dem, was uns müde macht; unsere alten Schätze bergen und zum Glänzen bringen“, appellierte der Schlebuscher Pfarrer Gunnar Plewe an die Synode. Denn an ihrem Kern sollten die Gemeinden festhalten: Seelsorge und Verkündigung.

Ein Themenschwerpunkt waren Treibhausgasneutralität und Klimaschutz. Christian Dahm vom Netzwerk „Energie und Kirche“ (eine Art Klimaschutzagentur der Kirchen) gab Impulse. Zum einen hat die Landessynode Vorgaben wie die Treibhausgasneutralität bis 2035 beschlossen, zum anderen hat der Umgang mit den steigenden Energiekosten für die Bauausschüsse und Presbyterien insbesondere im letzten Jahr rapide an Bedeutung gewonnen. „Allein durch wirkliches Hinschauen lassen sich im Alltag zehn Prozent des Energieaufwands einsparen“, sagt Dahm. Als Negativbeispiele nannte er Gardinen, die über der Heizung hängen oder veraltete Kühlschränke, die in vielen Gemeindehauskellern Strom verbrauchen.

Unter dem Motto: „Wo kämen wir denn hin, wenn das alle täten“ erarbeiteten die Synodalen in Workshops erste konkrete Schritte auf dem Weg hin zu einer klimafreundlichen Gemeinde. Heraus kamen diverse Ideen wie die Berufung eines „Ökologie-Kirchmeisters“ oder die Einrichtung einer „Winterkirche“: Heißt, in der kalten Jahreszeit würde der Gottesdienst im Gemeindehaus abgehalten, damit die Kirche sonntags nicht extra geheizt werden muss.

Die Synode hat überdies beschlossen, einen Klimamanager oder eine Klimamanagerin einzustellen. Dieser oder diese soll ein Klimaschutzkonzept erarbeiten, das die Bereiche Gebäude, Mobilität und Beschaffung umfasst.

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