Kirchenkreis: Mitglieder sorgen sich um den Klimawandel

200 Papieräpfel wurden an die Kirchenbesucher verteilt; darauf wurden Fürbitten aufgeschrieben.
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200 Papieräpfel wurden an die Kirchenbesucher verteilt; darauf wurden Fürbitten aufgeschrieben.

Mit einer Infoveranstaltung auf dem Schulberg warben die Christen mit Kooperationspartnern für Nachhaltigkeit.

Von Anja Wollschläger

Burscheid. Von Burscheid bis Langenfeld und Leverkusen reicht der Kirchenkreis Leverkusen. Am Sonntag hatten viele der Gemeinden auf den Gottesdienst in ihren Kirchen verzichtet und stattdessen ins Haus der Kirche und gleich nebenan in die Aula der Evangelischen Gesamtschule zu Gottesdienst und Infoveranstaltung gebeten.

Zum Thema passend hatten die Organisatoren um eine „klimaschonende Anfahrt“ gebeten. Und so hatten die jungen Parkplatzeinweiser Aaron und Anna wenig zu tun. Auf dem Lehrerparkplatz fanden sich vor allem Fahrräder.

Auf der Bühne der Aula kamen nicht nur mehrere Gemeindepfarrer sowie die Burscheider Pfarrerin Katrin Friedel zu Wort, sondern auch Fachleute, die über ihre Beobachtungen zum Klimawandel berichten konnten. Unter ihnen auch Förster Karl Zimmermann, der seit den 1970er Jahren beruflich Wetter und Klima im Wald beobachtet. Er berichtete von der Trockenheit, die seit 2018 für große Ausfälle in den Wäldern sorgt. Tycho Kopperschmidt berichtete für die Abwasserwirtschaft aus Leichlingen. Dort wird die Idee von Regenwasserzisternen verfolgt, um einen Ausgleich zu schaffen zwischen sehr langen Trockenperioden und Starkregenereignissen. Bildlich beschrieb er: „Das Wasser, was hier in Burscheid auf die Dächer regnet, das landet über den Kanal in Leverkusen und wird in den Rhein geleitet.“

Hausbesitzer könnten schon mit einer Regentonne dafür sorgen, dass mehr Wasser vor Ort versickert. Ökumene-Pfarrer Matthias Schmid hatte zur Vorbereitung des Gottesdienstes einen Kollegen im Partner-Kirchenkreis Lukajange in Tansania angerufen und gefragt, wie sich dort der Klimawandel zeigt. Die Kollekte war für ein Baumpflanzprojekt dort bestimmt. Superintendent Bernd-Ekkehart Scholten hielt die Predigt.

Auf dem Parkplatz vor dem Haus der Kirche präsentierten sich nach dem Gottesdienst Gemeinden und Initiativen. An einem Stand erläuterte der Witzheldener Pfarrer Stephan Schneider, wie ein Holzbaum, den seine Konfirmanden Anfang 2020 gestalteten, zur Spendendose für das Baumpflanzprojekt in Tansania wurde. Mehrere tausend Euro sind schon in der Büchse gelandet.

Auch in Witzhelden selbst soll das Klima noch nachhaltiger geschützt werden. Das neue Gemeindehaus, das im kommenden Jahr fertig gestellt werden soll, wird eine Solarstromanlage erhalten. Damit, so der Wunsch der Gemeinde, soll nicht nur das Gemeindehaus mit Jugendbereich und das Gemeindebüro Strom erhalten. Auch alle 123 Glühlampen im Alten vom Berge, dem Kirchengebäude, sollen so gespeist werden.

Einkaufstaschen gingen weg wie warme Semmeln

Die Transparente mit denen seit einigen Wochen für die Veranstaltung im Kirchenkreis geworben wurde, bekamen gleich neue Verwendung. Anja Czekay war mit einer Nähgruppe aus Langenfeld gekommen und erklärte: „Wir haben uns einen Schnitt überlegt, um aus einem Transparent etwa vier Einkaufstaschen zu nähen.“ Die Idee kam so gut an, dass nur selten fertige Taschen zu bewundern waren. Sie waren ausverkauft.

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