Tagung

Kirche muss zeigen, was sie ausmacht

Die Evangelische Kirchengemeinde Burscheid gehört zum Kirchenkreis Leverkusen und beteiligte sich an der Synode.
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Die Evangelische Kirchengemeinde Burscheid gehört zum Kirchenkreis Leverkusen und beteiligte sich an der Synode.

Synode des Kirchenkreises Leverkusen hatte Krisen, Nachhaltigkeit und Angebote für Menschen in Not zum Thema.

Von Michelle Jünger

Burscheid. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen jetzt zur 120. Ordentlichen Synode des Kirchenkreises Leverkusen in die Hoffnungskirche in Rheindorf. Die zweimal jährlich stattfindende Tagung konnte auch per Videokonferenz besucht werden. Als oberstes Leitungsgremium haben sich Pfarrerinnen und Pfarrer aller Gemeinden in den Städten Burscheid, Leichlingen, Leverkusen, Langenfeld und Monheim, die Funktionspfarrerinnen und -pfarrer, Presbyterinnen und Presbyter und weitere Gäste mit vielen verschiedenen Themen befasst.

Neben dem Bericht des Superintendenten und Anträgen beschäftigte man sich mit Klimaschutz und Überlegungen, Menschen zu helfen, die aufgrund der Energiekrise in Not geraten sind.

Weniger als die Hälfte der deutschen Bevölkerung gehört im Bereich des Kirchenkreises Leverkusen mittlerweile einer der christlichen Kirche an – das entspricht dem Bundestrend. Die Austritte vollziehen sich als langandauernder Prozess. „Die meisten treten aus der Kirche als Institution aus“, sagte Superintendent Bernd-Ekkehart Scholten. „Aber für die Gemeinden verbinden sich Austritte mit Gesichtern, für manche wirkt es wie eine persönliche Kränkung.“ Gründe für Austritte seien unter anderem, dass Menschen sich nicht wahrgenommen fühlten. „Wir sind gefordert, zu zeigen, was uns ausmacht“, betonte Bernd-Ekkehart Scholten.

Größter Themenblock waren die vielen Krisen, auf die die Kirche reagieren muss: Flüchtende Menschen, Krieg, Klimakatastrophe, Energiekrise, der Umgang mit sexualisierter Gewalt, die Nachwirkungen der Flut im vergangenen Jahr.. Darauf habe man auch in der Synode reagiert, beispielsweise mit dem Friedensgebet, Hilfsaktionen, die Aufnahme von Geflüchteten oder Angeboten von Sprachkursen.

Auch wenn Corona nicht mehr das beherrschende Thema ist, hat sich die Arbeit in den Gemeinden verändert. Und gerade in der Corona-Zeit habe sich gezeigt wie kurz die (Personal)-Decke ist. „Wir suchen neue Wege und müssen konzeptionell das Was und das Wie überlegen“, sagte Scholten im Hinblick auf Unterstützung, Entlastung oder auch Qualitätssicherung. Ziel sei es, die Stärke der örtlichen Präsenz mit regionaler Ergänzung zu kombinieren.

In diesem Sinne verabschiedete die Synode einen Antrag zur Bildung regionaler Kooperationsräume. Die Intensität der Zusammenarbeit gestalte sich dabei individuell, denn die Räume hätten unterschiedliche Anliegen. Gedacht ist mitunter an übergreifende Projekte von Konfirmationsgruppen oder gemeinsame Treffen der Presbyterien.

Im Hinblick auf den Klimaschutz und die Präsenz von Kirche beschloss die Synode das Projekt: „Strategische Immobilienentwicklung in der bergischen Region“ für zwei Jahre. Unter der Federführung des Kirchenkreises Leverkusen sollen Lösungen für die Entwicklung eigener Immobilien zu finden, damit sie – unter den Anforderungen des Klimaschutzes - mindestens kostendeckend im Eigentum gehalten werden können.

Unterstützungsmaßnahmen für die Energiekrise und die Ukraine

Zudem wird es mehr Unterstützung für Menschen geben, die durch durch die Energiekrise in Not geraten sind. Das Geld soll unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden und in Projekte vor Ort fließen. Für Angebote vor Ort werden den Gemeinden 1,75 Euro pro Gemeindeglied zur Verfügung gestellt. Auch das Diakonische Werk erhält den Finanzanteil, der auf den Kirchenkreis entfällt für Projekte, die Betroffenen zu Gute kommen. Unter #wärmewinter gibt es eine Fülle von Aktionen und Ideen, an die die Gemeinden anknüpfen können. Diese reichen vom konkreten Aufwärmen in geheizten Räumen über eine heiße Suppe zu Beratungs- und Hilfsangeboten.

Das Projekt „Ein Traktor für die Ukraine“ erhielt eine Spende der Synode. Die Reformierte Kirche hat in Transkarpatien Land gepachtet, das wegen des Krieges brach liegt. Es soll bewirtschaftet werden und so zur Ernährung von Hunderten von Menschen beitragen. Dafür brauche es einen neueren, leistungsfähigeren Traktor, hieß es auf der diesjährigen Synode.

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