Kirche

„Es sind die kleinen Dinge, die Hoffnung bringen“

Markanter Hingucker an der Höhestraße: St. Laurentius ist Dreh- und Angelpunkt der Gemeinde. Archivfoto: Nadja Lehmann
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Markanter Hingucker an der Höhestraße: St. Laurentius ist Dreh- und Angelpunkt der Gemeinde. Archivfoto: Nadja Lehmann

Pfarrer Michael Knab ist optimistisch, was die Zukunft der Katholischen Kirche in Burscheid nach der Pandemie angeht

Von Stephanie Licciardi

Burscheid. Ein Jahr Pandemie, Lockdown und Kontaktverbote sind auch an der Gemeinde von Sankt Laurentius nicht spurlos vo-rübergegangen. Pfarrer Mi-chael Knab, der im Januar 2020 sein Amt in der Katholischen Kirche in Wermelskirchen und Burscheid antrat, blickt auf ein bewegtes Jahr. „Für uns als Team und auch für die Gemeindemitglieder war es sicher nicht leicht“, resümiert Michael Knab. Gottesdienste, die mit einer reduzierten Teilnehmerzahl abgehalten wurden, Erstkommunions- und Tauffeiern im Miniformat und Offene Sing-Angebote im Außenbereich – die Gemeinde hat sich einiges einfallen lassen, um für ihre Schäfchen da zu sein.

„Wir konnten um die Weihnachts- und Osterzeit die Messen aufrechterhalten, wenn auch mit Voranmeldungen und begrenzter Anzahl“, blickt Knab zurück. Viele Erfahrungen und eine gute Portion Kreativität und Ideenreichtum waren in den vergangenen Monaten gefragt.

Pfarrer Michael Knab. Archivfoto: Roland Keusch

„Die Einsamkeit war vor allem in den Wintermonaten ein großes Problem“, weiß der Pfarrer. Ältere Gemeindemitglieder seien, so sein Eindruck, eher und mehr davon betroffen gewesen als etwa junge Menschen und Familien. „Unsere älteren Mitglieder kamen trotz hoher Inzidenzwerte und Kontaktbeschränkungen regelmäßig in die Messen, um beieinander zu sein und um unter Leute zu kommen.“ Weniger Familien haben an den Messen teilgenommen, berichtet Knab. Seine Vermutung: Das Fernbleiben habe weniger mit einer Abkehr vom Glauben als mit der Doppelbelastung aus Homeoffice und Homeschooling zu tun. „Nach einer Woche vorwiegend in den eigenen vier Wänden wollten die meisten Familien lieber ins Freie als in die Messe, denke ich.“

Es gab einen Rückgang bei Taufen und Hochzeiten

Eine tendenzielle Abkehr von der Kirche sieht er aber nicht allein durch die Pandemie. „Es gibt ein Potpourri an Gründen, weshalb Menschen sich von der Kirche oder ihrem Glauben distanzieren. Die fortschreitende Säkularisierung, demografische oder andere Gründe sind dafür verantwortlich, weniger die derzeitige Pandemie.“

Dennoch hatten die Gemeinden in Burscheid und Wermelskirchen einen leichten Rückgang an Taufen und Hochzeiten zu verzeichnen. „Allmählich aber steigt die Nachfrage wieder, gerade in den Sommermonaten, wo die Lockerungen mehr ermöglichen.“

Knab und sein Team halten sich dennoch an Auflagen, um pandemiegerecht Feierlichkeiten durchführen zu können. „Längerfristige Planungen sind aber auch mit Blick auf den Herbst für uns schwierig, denn wir wissen natürlich nicht, wie sich in den nächsten Wochen und Monaten die Inzidenzwerte entwickeln.“

Auch die Proben der Gemeinde- und Kirchenchöre lagen ebenso auf Eis; die musikalische Begleitung der Messen war auf ein Minimum reduziert. Nicht zuletzt durch den Personalmangel, denn die Burscheider sind auf der Suche einem weiteren Kirchenmusiker oder einer Kirchenmusikerin.

Dennoch bleibt Pfarrer Michael Knab für die kommenden Wochen optimistisch. „Es sind schließlich die kleinen Dinge, die Hoffnung machen“, sagt er dazu.

Hintergrund

Die Pfarrgemeinde St. Laurentius mit den beiden Kirchen St. Laurentius in Burscheid und Liebfrauen im Ortsteil Hilgen zählt etwas mehr als 5000 Katholiken. Gemeinsam mit der Pfarrgemeinde St. Michael und Appolinaris in Wermelskirchen bildet Burscheid einen Seelsorgebereich. Gottesdienste finden in St. Laurentius sonntags um 9.30 und um 11 Uhr statt. In Liebfrauen in Hilgen gibt es jeweils samstags um 18.30 Uhr eine Sonntagvorabendmesse.

www.laurentius-burscheid.de

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