Bauernhofspielgruppe

Kinderspaß zwischen Kühen und Hühnern

Kerstin Weilbächer füttert mit Enkelin Mila die Charolais-Rinder auf dem Bauernhof Jörgens in Leie.
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Kerstin Weilbächer füttert mit Enkelin Mila die Charolais-Rinder auf dem Bauernhof Jörgens in Leie.

Kathi Jörgens’ Bauernhofspielgruppe ist viel gefragt. Anmelden kann man sich für den Kurs über eine Warteliste.

Von Anja Wollschlaeger

Burscheid. Platsch. Mila steht in der Pfütze. Ihre Gummistiefelchen trennen die kleinen Füße von der matschigen Brühe. Und Mila lacht. Die Einjährige besucht die Bauernhofspielgruppe von Kathi Jörgens zusammen mit ihrer Oma Kerstin Weilbächer. Gerade erst sind die Kinder mit ihren erwachsenen Begleitungen auf dem Hof in Hilgen-Leie angekommen. Auch für Spielkameradin Neyna führt der erste Weg an den Stall, wo sich durch das Gatter die weißen Charolais-Kühe mit den Kälbchen beobachten lassen.

Seit gut einem Jahr gibt es in Burscheid das Angebot, bei dem kleine Kinder sich schmutzig machen dürfen, und Hofhund Samira lernt, wie sich mit den Gästen am besten spielen lässt. Kathi Jörgens, Schwiegertochter von Tierarzt Dr. Wilfried Jörgens, hat mit ihrer Idee eine Marktlücke getroffen. Ihre Gruppen sind seit September 2021 immer ausgebucht. Über eine Warteliste können sich Familien für den nächsten jeweils sechswöchigen Kursus anmelden.

Auf einem kurzen Rundgang zeigt Kathi Jörgens, die selbst Mutter eines vierjährigen Kindes ist, die Tiere auf dem Hof ihrer Schwiegerfamilie. Die jungen Rinder schauen auf die Jungpferde auf der anderen Seite der Stallgasse im Laufstall. Eine Henne hat sich gleich daneben im Stroh niedergelassen – ihre Kolleginnen picken derweil am Hühnermobil auf der Weide. Die Ziegen sind wegen des kalten Wetters gerade vom Gehege in den Stall umgezogen. Den Laufenten und den weißen Kaninchen gefällt das kühle Novemberwetter anscheinend gut. Sie schnattern und hüpfen vergnügt in ihrem Gatter.

Jörgens wird von Neyla herzlich begrüßt. Die Kleine hat sich am Treffpunkt der Gruppe gleich die Puppe „Bauer Till“ geschnappt und gibt sie Kathi Jörgens in die Hand. Die erklärt: „Unser Bauer Till sagt den Kindern immer, was zu tun ist.“ Als erstes steht „Kühe füttern“ auf dem Programm. Die Kinder greifen in einen Eimer mit Kraftfutter. Die Mütter und Großmütter, die heute dabei sind, helfen, trösten und passen auf.

Mutter Sabrina Krause sagt: „Die Kathi macht das so schön. Neyla sagt schon auf dem Weg immer wieder, Kathi, Kathi.“ Die Familie aus Remscheid hatte gezielt nach einer Bauernhofspielgruppe gesucht: „Wir können bei uns zwar auch Tiere auf der Weide sehen, aber so nah ran wie hier kommen wir ja nicht überall“, sagt Krause.

Während einige Kinder noch eifrig die Tiere füttern, haben sich zwei kleine Menschen in Matschhosen für die Sandbox entschieden. Mit Schubkarre und Bagger sind sie sichtlich zufrieden. Auch das gehört zu Kathi Jörgens’ Konzept: „Solange sich die Kinder in diesem Bereich hier aufhalten, dürfen sie spielen. Hauptsache, sie sind glücklich.“

Der Bauernhof ist über das Bergische hinaus bekannt

Seit das Eltern-Magazin im Oktober über die Gruppen berichtet hat, ist das Angebot aus Burscheid bei Eltern überregional bekannt. Jörgens holt ihr Handy aus der Tasche und schmunzelt. Über das Netzwerk Instagram hat sie eine Nachricht bekommen: „Gruß aus Barbados. Deine Wunderwelt ist sogar hier bekannt“, liest sie vor.

Die Idee für die Kurse kam ihr in der Elternzeit, und die 29-jährige gelernte Hotelfachfrau sprudelt vor Ideen. In dieser Woche basteln die Kleinkinder ihr erstes Adventsgesteck. Mit Salzteig, gesammelten Naturmaterialien und einer Kerze geht es draußen auf der Strohcouch ans Werk. Die Rinder und Pferde schauen zu.

Das fröhliche Spiel auf dem Hof hat auch Grenzen, wie Kathi Jörgens sagt: „Das hier ist ein echter Bauernhof. Deswegen sind auch immer die Eltern dabei und passen auf.“ Gerade schreitet eine Mutter mit einem Machtwort ein – ein Jungpferd schnüffelt so nah am kleinen Fritz im Kinderwagen, dass das Baby aufwachen könnte. Manchmal lernen auch die Pferde noch dazu. Nach der Spielgruppe gibt es die Möglichkeit, im Hofladen Eier, Nudeln oder Rindfleisch zu kaufen.

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