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Kinderschutzbund ist Anlaufstelle für Familien

Homeschooling und Homeoffice kosten viele Familien derzeit viel Kraft. Der Deutsche Kinderschutzbund ist mit Hilfsangeboten zur Stelle. Archivfoto: Christian Beier
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Homeschooling und Homeoffice kosten viele Familien derzeit viel Kraft. Der Deutsche Kinderschutzbund ist mit Hilfsangeboten zur Stelle.

Ortsgruppe informiert über Hilfsangebote und arbeitet eng mit dem Jugendamt in Bergisch Gladbach zusammen.

Von Claudia Radzwill

Burscheid. Keine Schule, keine Kita, Eltern und Kinder zu Hause zwischen Homeoffice und Homeschooling. Für viele Familien ist es gerade nicht leicht. Beim Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes in Burscheid spürt Elke Fuchs, ehrenamtliche Beraterin, wieder den Druck, der im zweiten Lockdown erneut auf den Familien lastet.

Die Beratungsstelle des Ortverbandes ist weiterhin erreichbar. Die Zahl der Ratsuchenden erhöht sich derzeit. „Die Erwartungshaltung der Politik an die Eltern ist hoch. Für manche Eltern ist das aber schwer zu stemmen“, sagt Elke Fuchs. Es fehle der geregelte Tagesablauf – das belastet den Nachwuchs und die Eltern. In manchen Familien gepaart mit finanziellen Sorgen.

Ein Ansprechpartner in der Krise wäre auch das zuständige Jugendamt in Bergisch Gladbach. Die Erfahrung von Elke Fuchs aber zeigt: „Für Familien ist die Hemmschwelle, Kontakt mit einem Amt aufzunehmen, sehr hoch.“ Dabei sei dies unbegründet. „Jugendämter nehmen nicht einfach Kinder aus den Familien – diese Angst geht immer noch um.“ Vielmehr habe das Jugendamt viele Hilfsangebote – bis hin zur unterstützenden Familienhilfe.

„Die Mütter müssen mal Luft holen können, das ist gerade in einer Zeit wie dieser wichtig.“
Elke Fuchs, Beraterin

In einem Gespräch klärt der Ortsverband des Kinderschutzbundes – der in engem Kontakt mit dem Jugendamt steht – Ratsuchende auch über diese Angebote auf. Geöffnet bleibt auch – anders als im März 2020 – neben der Beratungsstelle des Ortsverbandes dessen Kindergarten „Zwergenbande“. Das wurde mit den zuständigen Stellen abgesprochen.

Die Einrichtung ist mit im Haus an der Geilenbacherstraße untergebracht. Eltern bringen ihre Kinder entweder für zwei Vormittage (Montag und Dienstag) oder drei Vormittage (Mittwoch bis Freitag) für je drei Stunden. Elke Fuchs, die auch den Kindergarten leitet, ist es ein großes Anliegen, das Betreuungsangebot ganz normal aufrecht zu erhalten.

Derzeit werden je Gruppe zehn Kinder betreut im Alter von ein und zwei Jahren. Viele Eltern haben am Jahresanfang die Kinder zu Hause behalten. Jetzt aber kommen die Kleinen wieder vermehrt zur Betreuung. „Homeoffice und Kinderbetreuung gleichzeitig ist einfach schwierig,“ sagt Elke Fuchs. Aber auch Mütter, die „nur“ erziehen, stoßen im Lockdown an ihre Grenzen. „Da hilft schon die Betreuung der Kinder für eine gewisse Zeit.“

Elke Fuchs kennt Alleinerziehende mit zwei oder drei Kindern. „Da ist man schnell überfordert, stößt an seine Grenzen. Die Mütter müssen mal Luft holen können, das ist gerade in einer Zeit wie dieser wichtig“, sagt Elke Fuchs.

Der Ortsverband in Burscheid berät, betreut und hat stets das Kindeswohl im Fokus. Der Deutsche Kinderschutzbund hält es angesichts der hohen Infektionszahlen für vertretbar, Kitas und Schulen zu schließen, weist aber auch darauf hin, dass dabei „das Kindeswohl ein vorrangig zu berücksichtigender Gesichtspunkt in der Pandemie bleiben muss“.

Eine Kindeswohlgefährdung habe viele Gesichter, erklärt Elke Fuchs. Gemeinhin denkt man an Gewalt gegen Kinder. In Burscheid habe man einen Anstieg von Gewalt in Familien auch während des ersten Lockdowns nicht festgestellt, sagt Elke Fuchs.

Keine dicke Kleidung im Winter zu haben, keine regelmäßige Mahlzeiten – das aber sei auch eine Kindeswohlgefährdung. „Sind Kitas, Schulen und die offene Ganztagsbetreuung geöffnet, fällt so etwas Erziehern, Betreuern und Lehrern auf. Sind sie – wie im Lockdown – geschlossen oder nur für die Notbetreuung geöffnet, wird es schwierig.“ Im normalen Alltag suche man bei solchen Beobachtungen das Gespräch mit den Familien, sorge für Mahlzeiten, für Obst für die Kinder, berichtet Elke Fuchs, die auch in einer offenen Ganztagsbetreuung arbeitet. Da mache sie sich schon Sorgen. Umso wichtiger sei es im Lockdown, dass das Haus des Kinderschutzbundes ein bewährter Ansprechpartner für alle Nöte der Familien sei.

Kleiderkammer

Die Kleiderkammer der Ortsgruppe in Burscheid muss aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen bis voraussichtlich 31. Januar geschlossen bleiben. Im Haus der Ortsgruppe Burscheid des Deutschen Kinderschutzbundes gibt es vier feste Mitarbeiter, den ehrenamtlichen Vorstand und Ehrenamtler, die sich um die Kleiderkammer kümmern.

kinderschutzbund-burscheid.de

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