Aktion

Kinderkunsttage münden in einer Vernissage

Beeindruckende Riesenblumen und Bilder im Stil von Keith Haring: Die Ergebnisse der Kinderkunsttage konnten sich sehen lassen. Foto: Peter Klohs
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Beeindruckende Riesenblumen und Bilder im Stil von Keith Haring: Die Ergebnisse der Kinderkunsttage konnten sich sehen lassen.

30 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten am Samstag ihre Werke im evangelischen Gemeindehaus Dünweg.

Von Peter Klohs

Die Kinderkunsttage der evangelischen Gemeinde in Burscheid haben eine lange Tradition und finden regelmäßig in der Woche nach Ostern statt. Selbst im vergangenen Jahr, als mehr als jede zweite Veranstaltung coronabedingt abgesagt werden musste, konnten die Kinderkunsttage durchgeführt werden. Wenn auch, wie Anke Theron-Schirmer erzählt, nur mit zehn Kindern. Die Sozial- und Theaterpädagogin ist Jugendleiterin der evangelischen Gemeinde in Burscheid und veranstaltet Kinderkunst-Events „bestimmt schon 30 Jahre lang. Hier in Burscheid jetzt seit 22 Jahren.“

Ein Team aus insgesamt neun Mitarbeiterinnen beginnt in der Regel im September des Vorjahres mit der Planung, was in den vergangenen Monaten oft nur durch ein Online-Meeting möglich war. Es wurden 30 Kinder zwischen 7 und 13 Jahren gesucht, die sich in den Tagen nach Ostern künstlerisch betätigen wollten.

„Und bei den Bewerbungen berücksichtigen wir die Kinder, die beim letzten Mal keinen Platz bekommen haben. Wir haben eine Warteliste, die schier endlos lang ist“, berichtet Theron-Schirmer. „Wir arbeiten dann mit den Kindern von 7 bis 17 Uhr, außer am Samstag, denn da ist die Vernissage.“ Wie jetzt am vergangenen Samstag.

Die Teamerinnen stellen Künstlerinnen und Künstler und ihr Werk vor, in diesem Jahr unter anderen Keith Haring und Max Ernst. „Aber die Kinder entscheiden selbst, ob sie sich von den Berühmtheiten inspirieren lassen wollen oder nicht“, fügt die Sozialpädagogin an. Natürlich sei es so, dass die Kinder immer so viele Projekte wie möglich angehen wollten. „Da muss man dann aufpassen, dass man die Konzentration auf das Wesentliche hochhält und sich die Werke der Kinder nicht im Beliebigen verlieren.“

Alle Arbeiten werden mit hochqualitativen Materialien erledigt. Was dazu führt, dass die Kinderkunsttage nur einmal im Jahr stattfinden können. „Das ist schlicht eine finanzielle Frage“, sagt Theron-Schirmer. Am Samstag wurde um 18 Uhr die Ausstellung der Kinderwerke im Gemeindehaus am Dünweg eröffnet.

Die zahlreichen Besucher erwarten gleich am Eingang bunte Welten

Direkt beim Eingang erwarteten die zahlreichen Besucher bunte und sehr unterschiedliche Welten, von Kinderhänden gefertigt. Die Werke Keith Harings müssen Eindruck hinterlassen haben, denn direkt zehn große Figurenporträts nahmen reichlich Platz ein. Die drei mal einen Meter großen Bildnisse zeigen tanzende Figuren, verblüffend nah am Original. Die unterschiedliche Herangehensweise der Kinder wurde in kurzen Interviews, die die Teamerinnen mit den jungen Künstlerinnen führten, dargestellt. Da gab es Klecksbilder, die die Fantasie des Betrachters anstacheln wollen, Collagen mit unterschiedlichen Materialien, unter ihnen aus einem Roman ausgerissene Wortfragmente, kleine Welten, aus Eierkartons gestaltet, die mit Muscheln, bemalten Steinen oder Blumen aufgewertet wurden und Unterwasserbilder, die alles mögliche und einiges unmögliche Seegetier zeigten. Sehr schön, wie die Kinder das Blau des Meeres eingefangen hatten.

Das Projekt „Welt verändern“ wurde von den Kindern wörtlich genommen. Globen wurden auf diverse Art verfeinert, verziert, bereichert. Über einem Globus prangt quer das Wort „Peace“, auf einem anderen sind Dutzende Briefmarken geklebt. Eine kleine Abteilung widmet sich der Punktekunst der Japanerin Yayoi Kusama. Die Kinder haben das – selbstverständlich mit Friedenszeichen – in ihrem Sinne weitergeführt. Es gibt reich verzierte Lampenkunst, kunstvoll aufgearbeitete Pizza-Stücke aus Karton, „Malen mit Licht“, Riesenblumen, die mit einem Meter Höhe größer sind als so manches Kind und Katzenbilder, von denen einige erstaunlich reif wirken. Manche kommen spitzköpfig daher, zweifarbige treffen schlicht schwarze Katzen, andere gemahnen an Figuren, die der junge Paul Klee hätte malen können. Ein Kaleidoskop tat sich auf, auf eine kindliche Sichtweise der Kunst, die so mancher Erwachsener sicher schon verloren hat.

Im nächsten Jahr geht es weiter – mit neuen Kindern

Alle 30 Kinder waren mit Enthusiasmus dabei. Auch die, die im dunklen Raum („Malen mit Licht“) mit einem Knicklicht beschäftigt waren, äußerten: „Nein, wir hatten keine Angst. Das macht doch Spaß.“ Nächstes Jahr gibt es mehr davon. Dann jedoch mit anderen Kindern.

Hintergrund

Zur Vernissage der Kinderkunsttage wurden die zahlreichen Besucher – beileibe nicht nur Freunde oder Familie der jungen Künstler – coronabedingt nur in einer bestimmten Anzahl in die Räume der evangelischen Gemeinde gelassen. Die im Freien Wartenden wurden mit diversen Getränken und Fingerfood getröstet. Außerdem stand ein Kicker bereit. Zu den „neutralen“ Besuchern gehörte das Ehepaar Hirte, das alleine der Kunst wegen aus Burscheid gekommen war. „Es ist uns wichtig“, erzählte Dieter Hirte, „so viele verschiedene Sichtweisen auf die Kunst zu erhalten wie möglich. Museen sind unser zweites Zuhause.“

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