Kindererziehung leicht gemacht: Referent gibt Tipps

Jan-Uwe Rogge ist Referent und Autor: Nun war er auf Einladung der Kita „Kleine Strolche“ zu Gast. Foto: Doro Siewert
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Jan-Uwe Rogge ist Referent und Autor: Nun war er auf Einladung der Kita „Kleine Strolche“ zu Gast. Foto: Doro Siewert

Humorvoll und unterhaltsam präsentierte sich Dr. Jan-Uwe Rogge – eingeladen hatte die Kita „Kleine Strolche“

Von Ursula Hellmann

Erziehung kann auch Spaß machen - bewies am Donnerstagabend Dr. Jan-Uwe Rogge (73) in einem Vortrag. Der erfolgreiche Buchautor und Referent war wieder einmal der Einladung durch die Kita „Kleine Strolche“ (Hilgen) gefolgt. Er promovierte zum Thema Kindermedien zum Dr. rer. soc.

Als Veranstaltungsraum stand der Gemeindesaal der evangelischen Stephanus-Kirche Neuenhaus zur Verfügung. 25 Besucherinnen und zwei Besucher verteilten sich vorschriftsmäßig im Kirchsaal und wurden von der Presbyteriums-Vorsitzenden Dorothea Hoffrogge und Ulrike Kreffter, Leiterin der „Kleinen Strolche“ begrüßt.

Bereits die ersten Sätze Dr. Rogges ließen auf eine unterhaltsame Stunde mit klarem Fokus auf praktikable Hinweise hoffen. Seit über dreißig Jahren gelingt es dem gebürtigen Hamburger Familien- und Kommunikationsberater, das ernste Thema Erziehung auf humorvolle Weise zu analysieren und mit äußerst bildhaften Beispielerzählungen zu würzen. Auf die Situation der Familie während der beschwerlichen Corona-Zeit ging der Referent nicht im Speziellen ein. Obwohl der Lockdown besonders für Kinder schwer zu verkraften ist. Wenn sogar Großeltern als Emotions-Puffer nicht mehr live zur Verfügung stehen, sind digitale Bilder und Worte nur ein eingeschränkter Ersatz.

Das Lachen im Publikum deutete auf ein Wiedererkennen hin

Wenn Dr. Rogge aus seinem jahrzehntelangen Erfahrungsschatz Szenen beschrieb, ließ das Lachen aus dem Publikum ein deutliches Wiedererkennen vermuten. Einige Kernsätze verbanden die satirischen Mutter-Kind-Geschichten zu realen Alltagsberichten: „Gute Mütter leben nicht im Hier-und-Jetzt - sondern bereits in einem pädagogischen Nirwana“ oder Kinder-Aussagen wie diese: „Wenn Papa und Mama sich mehr anschauen würden, würden sie mich nicht so genau beobachten!“

Dr. Rogge griff in seinen pädagogischen Grundsätzen auch Erkenntnisse historischer Kapazitäten auf, wie Pestalozzi oder biblische Wahrheiten. Aus seinem Erfahrungsschatz wurde deutlich, dass die Schere zwischen Helikopter-Eltern und einer sträflichen Vernachlässigung kindlicher Bedürfnisse schon seit langem zu weit auseinander geraten ist. Neue Wortschöpfungen können verschobene Beziehungen ebenfalls deutlich machen: „Es gibt heute viele Wirromanen – das sind Erwachsene, die sehr oft das Wort „wir“ benutzen, aber in Wahrheit nur lauter Romane erzählen!“

In seinen Publikationen geht er mit seinen alltagstauglichen Ratschlägen bis ins Detail auf die verschiedenen Grundstrukturen ein. Zu den Zuhörerinnen am Donnerstagabend gehörte auch Cornelia Wienhusen. Sie erinnert sich an die Trotzphase ihres Sohnes: „In einem Supermarkt heißt es souverän zu reagieren, wenn der Süße als Heulboje den Laden aufmischt. Heute ist das nur noch Schmunzelgespräch - und seine eigenen Kinder haben mich als verständnisvolle Oma.“

Auch Martina Schwanke schätzt die heitere Art des Erziehungsexperten Dr. Rogge: „Mein zwölfjähriger Sohn befindet sich mitten in seiner Neu-Erfindung als »nicht mehr Kind«. Da heißt es mit Liebe und Geduld durchhalten.“

Nach dem einstündigen, mit Humor gemischten Vortrag erreichten den Referenten einige Fragen aus dem Zuschauerkreis beim Livestream sowie aus dem Saal. Auf die schwierige Lage von alleinerziehenden Müttern und Vätern unter Corona-Bedingungen angesprochen, bestätigte er: „Ich bewundere alle, die sich den Problemen stellen und so gut wie möglich in den Griff bekommen.“ Zu persönlichen Gesprächen war nach dem Ende des offiziellen Teils in der Gemeinde Hilgen-Neuenhaus noch Gelegenheit.

Dr. Jan-Uwe Rogge ist mit Vortragsreihen europaweit unterwegs. Ende September ist er in Wien. Zwölf Bände zu Erziehungsfragen erschienen bereits, DVDs und Seminare sowie ein monatlich erscheinender Elternratgeber. Von 1976 bis 1985 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Ludwig-Uhland-Institut für empirische Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen und leitete mehrere Forschungsprojekte zu den Themen Familie, Kindheit und Medien.

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