„Kinder wollen Lieder verstehen und mitsingen“

Drache Grisu und Liedermacher Ralf Dreßen aus dem oberbergischen Wiehl begeisterten die Kinder bereits am Kulturbadehaus. Archivfoto: Doro Siewert
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Drache Grisu und Liedermacher Ralf Dreßen aus dem oberbergischen Wiehl begeisterten die Kinder bereits am Kulturbadehaus. Archivfoto: Doro Siewert

Musiker Ralf Dreßen kehrt im Rahmen der Kinder-Kultur zurück nach Burscheid

Das Gespräch führte Stephan Eppinger

Bei seinem Auftritt im Sommer 2019 hat der in der oberbergischen Stadt Wiehl lebende Musiker und Liedermacher Ralf Dreßen vor dem Kulturbadehaus in Burscheid seine großen und kleinen Fans im Publikum schon begeistert. Im Rahmen der Kinder-Kultur kehrt der 57-Jährige nun im kommenden Jahr wieder nach Burscheid zurück.

Wie sind Sie zum Liedermacher für Kinder geworden?

Ralf Dreßen: Mir wurde die Musik quasi schon in die Wiege gelegt. Mit sechs Jahren habe ich begonnen, beim heimischen Fanfarenzug Trompete zu spielen. Seitdem hat mich die Bühne nicht mehr losgelassen. Lange bin ich mit meiner Band, der Kölsch Gäng, in Köln und der Region durch die Säle getourt. Auch sonst habe ich als Rheinländer im Karneval fast alles ausprobiert - von der Musik über die Rede bis zur Moderation. Vor 25 Jahren wurde meine Tochter geboren. Da habe ich begonnen, für sie Lieder zu schreiben. Später habe ich dann intensiv mit Kitas und Grundschulen zusammengearbeitet und bin dort auch aufgetreten.

Was macht ein gutes Kinderlied aus?

Dreßen: Der Funke muss von der ersten Sekunde direkt zum Publikum überspringen. Kinder wollen Lieder verstehen, sie wollen mitsingen und sie wollen sich dabei bewegen. Man muss Kinder immer mit einbeziehen und als Sänger einer von ihnen werden. Da geht es auch um Vertrauen. Das muss man immer bedenken, wenn man Kinderlieder schreibt und arrangiert. Entsprechend heißt ein Programm von mir „SiLaBe“ - Singen, Lachen, Bewegen.

Sie sind dann so etwas wie Björn Heuser – nur für Kinder?

Dreßen: Solche Bezüge gibt es bei meinen Mitsingkonzerten durchaus, mein junges Publikum bewegt sich aber deutlich mehr. Ich habe eine Theaterspielzeit zu Weihnachten und eine andere an Karneval. Dazu kommen die Mitmachprogramme, die das ganze Jahr laufen. In Burscheid bin ich schon häufiger aufgetreten, zuletzt 2019 vor dem Kulturbadehaus. Jetzt freue ich mich auf die Rückkehr zur kommenden Karnevalssession.

Wie haben Sie die zwei Jahre Pandemie überstanden?

Dreßen: Das war für mich wie für viele andere Künstler auch ein echtes Desaster. Zwar konnte man unter freiem Himmel bei Kitas und Grundschulen unter Beachtung der gerade geltenden Hygieneregeln einige Konzerte spielen. Aber das waren maximal zehn Prozent, von dem, was ich normalerweise im Jahr mache. Jetzt bin ich froh, dass es langsam wieder losgeht und dass sich viele Leute noch an mich erinnern.

Wie schwer war die Situation für die Kinder?

Dreßen: Im Lockdown waren die Kitas und Schulen zeitweise komplett geschlossen. Später gab es strenge Regeln. Die Kinder vermissen es, wenn sie nicht frei lachen und sich nicht frei bewegen können. Auch die ungezwungene Kommunikation ohne Regeln hat ihnen in dieser Zeit sich gefehlt. Da gibt es jetzt Nachholbedarf.

Was bieten Sie den Kindern in den Grundschulen an?

Dreßen: Bei einem Projekt entsteht in Grundschulen vor Ort ein eigenes Hörspiel, in dem sich die Schüler mit Sprechrollen oder auch mit Geräuschen beteiligen. Das Hörspiel wird aufgenommen und so bekommt jedes Kind eine Erinnerung an seine Grundschulzeit. In den Kitas nehme ich mit den Gruppen auch eigene CDs auf.

Eine Figur, die sie mit auf die Bühne bringen, ist der kleine Drache Grisu.

Dreßen: Den habe ich auf einem Kinderbasar im Oberbergischen entdeckt und dort gekauft. Er hat gut zu einem Chinalied gepasst, das ich gerade geschrieben hatte. Er ist 20 Meter lang und kommt bis heute bei den Konzerten sehr gut an.

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