Ferienfreizeit

Kinder lernen zehn Sportarten kennen

Geht der Ball übers Netz? Der Tischtennisclub hat einmal mehr eine Ferienfreizeit angeboten, bei der sich die Kinder richtig austoben konnten. Foto: Doro Siewert
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Geht der Ball übers Netz? Der Tischtennisclub hat einmal mehr eine Ferienfreizeit angeboten, bei der sich die Kinder richtig austoben konnten.

TTC Burscheid hatte zum dritten Mal zu einer Ferienfreizeit eingeladen.

Von Sabine Naber

In Burscheid ist es zum dritten Mal gelungen, 30 Kinder und Jugendliche zu einer sportlichen, sehr abwechslungsreichen Ferienfreizeit einzuladen. „Wir versuchen dabei, vor allem sozial benachteiligte Kinder zu erreichen und ihnen als Stützpunktverein des Landessportbundes in den Ferien ein schönes Programm zu bieten, für das die Eltern nichts bezahlen müssen“, sagt Trainer Bernhard Pautsch, vom Vorstand des Tischtennis-Clubs (TTC) Burscheid.

Das Megaphon, das Büdchen, die Freie evangelische Gemeinde haben hier kooperiert, das Ziel ist, Integration durch Sport. Bürgermeister Stefan Caplan hat die Schirmherrschaft übernommen. Neben den vier qualifizierten Trainerinnen und Trainern sind dafür auch Sporthelferinnen und Sporthelfer ausgebildet worden. Sie unterstützen die Gruppenleiter.

Eine davon ist Katja Tillmanns (17), die Spaß am Sport und gerne Kinder um sich hat. „Sie bekommen ein Taschengeld als Anreiz und wir bekommen auf diese Weise vielleicht eher Nachwuchs als Trainer“, sieht Pautsch hier eine Win-win-Situation.

Erst am vergangenen Freitag hatte das Gesundheitsamt zur Auflage gemacht, dass vor dem Beginn der Freizeit am Montag alle Kinder getestet werden müssten. Das sei keine leichte Angelegenheit gewesen, denn es mussten Tests für alle 30 Kinder besorgt werden. Aber alles hat geklappt, so dass die Kinder in dieser ersten Ferienwoche jeden Tag von 9 bis 17 Uhr in der Sporthalle ein tolles Programm geboten werden konnte. Zehn verschiedene Sportarten, darunter Fuß- und Handball, Badminton, Tischtennis, Kegeln und sogar die recht neue Sportart Tamburello, bei der auf einem bespannten Ring mit Federbällen gespielt wird, gehörten dazu.

„Aber wir hatten auch Geschicklichkeits- und Würfelspiele im Angebot, so dass wir am letzten Tag eine Spielolympiade organisieren können. Und einmal sind wir hier im Vital-Bad auch schwimmen gewesen. Aber das war ziemlich kompliziert, denn die Eltern mussten mit ihren Kindern einen Corona-Test in der Apotheke machen lassen, bevor wir reindurften“, erklärt Pautsch.

„Das Badmintonspielen fand ich besonders super.“

Ojas über das Sportangebot

Einige Kinder und Jugendliche – sie sind zwischen neun und 11 Jahren – hätten Erfahrungen in Sportvereinen gemacht, die meisten aber noch nicht. „Hier haben wir auch das Teamverhalten gefördert, niemand wurde bevorzugt“, betonte er. Mittags bekam die sportliche Truppe einen kleinen Imbiss, zum Beispiel ein Würstchen im Brötchen oder Nudeln mit Soße serviert.

„Das Badmintonspielen fand ich besonders super. Aber auch Tischtennis hat mir gefallen“, sagt Ojas, (8) der aus Indien kommt. „Ich bin schon das dritte Mal dabei. Es gefällt mir immer wieder“, betont Ishan (12). Seine Mutter habe ihm am Anfang der Ferien gesagt, so ein sportliches Angebot eine ganze Woche lang sei doch wohl besser, als zu Hause vor dem Bildschirm zu sitzen. „Ich fand Tischtennis und das Ballonspiel am besten. Das ist so ähnlich wie Volleyball, aber die Geschwindigkeit wird gedämpft“, erklärt er.

„Ich fand‘s hier gut. Völkerball war am besten“, bringt es Abdullah (11), der aus Bangladesch kommt, kurz und bündig auf den Punkt. Luzie hatte zwar zu Hause auf dem Gartentisch schon angefangen, Tischtennis zu üben. „Aber hier bei uns hat sie es dann richtig gelernt. Und macht es ganz toll“, wird sie vom Trainer gelobt.

Damit das Ferienangebot für die Kinder kostenlos angeboten werden kann, musste sich Bernhard Pautsch um Fördergelder kümmern. Die kamen vom Rheinisch-Bergischen-Kreis, vom Landessportbund, dem Kreissportbund, dem Kommunalen Integrationszentrum und der Kreissparkasse Köln.

Verein würde das Ferienprogramm gerne wieder anbieten

Auch im kommenden Jahr würde der TTC Burscheid so ein Ferienprogramm gerne anbieten. „Gerne auch schon in den Sommerferien“, betont der Trainer. Aber bis zum Sommer sei es kaum möglich, die Fördergeld-Zusagen zu bekommen. Dankbar ist er, dass die Trainer des Olympischen Sportbundes mitgemacht und die Woche in Burscheid begleitet haben. „Sie bekommen nichts weiter als eine Aufwandsentschädigung dafür. Und zwei von den dreien haben sich dafür sogar eine Woche Urlaub genommen.“ Ohne qualifizierte Trainer sei so ein Programm aber nicht zu realisieren.

Hintergrund

Der TTC 1948 Grün-Weiß Burscheid ist einer der ältesten, reinen Tischtennisvereine in Deutschland. Zurzeit sind rund 70 Mitglieder im Verein aktiv. Davon sind etwa 30 Prozent Jugendliche. Aber auch Senioren seien gerne gesehen, betont Bernhard Pautsch. Das Ziel des Vereins ist es, den Tischtennissport zu fördern und eine sinnvolle, gesundheitsförderliche Freizeitgestaltung zu ermöglichen. Im Bezirk Köln sei der Verein für seine ausgesprochen gute Jugendarbeit bekannt. Dies funktioniere natürlich nur in einem intakten Vereinsgefüge und außerdem mit viel Initiative im Ehrenamt. Der TTC Burscheid ist zudem Partner des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und bietet im Rahmen der Zusammenarbeit „Sport pro Gesundheit“.

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