Kindergroßtagespflege

Kinder können Kühen „Guten Morgen“ sagen

In der Kindertagespflege Mullewap geht es fröhlich zu: (v.l.) Elke Ortiz Göthling, Yvonne Cromm. Foto: Doro Siewert
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In der Kindertagespflege Mullewap geht es fröhlich zu: (v.l.) Elke Ortiz Göthling, Yvonne Cromm.
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Auf einem Bauernhof wurde die Kindergroßtagespflege Mullewap eröffnet.

Von Jennifer Preuß

Burscheid. Die Geburt eines Kindes ist ein Wendepunkt im Leben. Die Prioritäten verschieben sich. Das Leben bekommt einen ganz neuen Sinn. Wie viele Frauen in dieser Situation hinterfragte auch Yvonne Cromm ihre bisherige berufliche Laufbahn. Sie wusste: So gerne sie früher auch ihren Job als Groß- und Außenhandelskauffrau gemacht hat, so könne sie nicht ins Arbeitsleben zurückkehren.

„Ich wollte nicht mehr in Vollzeit arbeiten. Ich will auch Zeit für meinen Sohn haben“, erzählt sie heute rückblickend. „Das Arbeitsdenken in der Industrie war nicht mehr mein Denken. Als Mutter kriegt man einfach eine andere Sichtweise.“

Den letzten Schubs gab ihr schließlich Elke Ortiz Göthling. Die Tagesmutter betreute einst Yvonne Cromms Sohn. Und die Chemie stimmte von Anfang an, auch der Kleine fühlte sich pudelwohl. „Willst du nicht auch Tagesmutter werden?“, lautete irgendwann ihre Frage.

Yvonne Cromm entschied sich für die Ausbildung, als ihr Sohn in den Kindergarten kam. Das ist nun vier Jahre her. Die Burscheiderin sagt, sie habe in der Arbeit mit Kindern die Erfüllung gefunden. „Ich habe jetzt einen Job, der mir richtig Spaß macht.“

Kürzlich kam schon die nächste Veränderung: Gemeinsam mit Elke Ortiz Göthling betreibt sie nun eine Großtagespflege auf dem eigenen Bauernhof in Repinghofen, nahe der Lambertsmühle.

Separiert vom eigenen Wohnbereich der Familie Cromm richteten die Frauen dort ein wahres Spielparadies für Kinder ein. Hier können die Kleinen auch echte Landluft schnuppern: Sie sehen, wo die Hühnereier herkommen, und können den Rindern auf der Weide jeden Tag „Guten Morgen“ sagen.

Eine liebevolle Atmosphäre wollen Yvonne Cromm und Elke Ortiz Göthling für die Kleinkinder schaffen, denen sie auf Zeit beim Großwerden helfen.

„Ich interessiere mich dafür, wie unterschiedlich die Kinder sich entwickeln.“
Yvonne Cromm

Platz für insgesamt neun Kinder hat die Großtagespflege, der die Frauen den Namen „Mullewap“ gegeben haben.

Während in anderen Kommunen im Umkreis Betreuungsplätze bei Tagesmüttern mitunter rar sind und es dort lange Wartelisten gibt, müssen die beiden Burscheiderinnen momentan viel für ihr Angebot werben. „Burscheid ist tatsächlich sehr gut aufgestellt, was die Großtagespflege angeht. Wir müssen daher auf die Mund-zu-Mund-Propaganda setzen“, berichtet Yvonne Cromm.

Anders als beispielsweise in Wermelskirchen gibt es in der Lindenstadt nämlich keine Übernachfrage nach Plätzen. Und die aktuelle Corona-Krise macht die Situation natürlich auch nicht einfacher.

Die Kinderbetreuung auf dem Bauernhof musste für ganze neun Wochen unterbrochen werden. Auch jetzt gibt es noch Auswirkungen der weltweiten Pandemie für Mullewap: „Zwei Eltern haben kurzfristig abgesagt. Sie können ihr Kind nicht in die Betreuung geben, weil sie coronabedingt in Kurzarbeit sind“, berichtet Cromm. „Wir haben also noch zwei Plätze für August diesen Jahres frei.“

Sie hofft nun, dass sie noch kurzfristig neue Familien findet. Interessierte Eltern können sich ebenso jetzt schon für die Zeit ab August 2021 melden. Denn für das kommende Jahr sind ebenfalls noch Plätze frei.

Nach einem Kennenlern-Gespräch vor Ort schauen die Tagesmütter, ob die Chemie zwischen ihnen, den Eltern und dem Kind passt.

Bei Ortiz Göthling und Cromm stehen die Mädchen und Jungen immer im Fokus, sagen sie. Sie sollen sich wohlfühlen und frei entfalten können. Im freien Spiel lernen sie das soziale Miteinander. Kurze Ausflüge in die Natur gehören bei Mullewap dazu. „Ich interessiere mich dafür, wie unterschiedlich die Kinder sich entwickeln“, erklärt Cromm. Und: Jedes Kind sei einzigartig.

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