Entdeckerwoche

Kinder erleben die Bauernhof-Welt hautnah

Besuch auf dem Bauernhof der Familie Joest: Hier lernen die Kinder gerade Pony Rebell kennen und gehen auf Tuchfühlung.
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Besuch auf dem Bauernhof der Familie Joest: Hier lernen die Kinder gerade Pony Rebell kennen und gehen auf Tuchfühlung.

Entdeckerwoche mit Verein Aqualon – Besuch auf dem Sonnenhof.

Von Anja Wollschlaeger

Burscheid. „Alle Tiere auf unserem Hof brauchen Wasser“, sagt Landwirt Stefan Joest auf die Frage, was ein Bauernhof mit Wasser zu tun hat. Neben ihm steht Jan Spiegelberg vom Verein Aqualon. Er hat die Besichtigung in Leichlingen-Sonne am vergangenen Freitag organisiert. Kurzfristig musste das Angebot vom Burscheider Bio-Hof Paas aus Krankheitsgründen umgeleitet werden. So stehen die Besucher nun auf dem einige Kilometer entfernten Hof an der L 294. Im Rahmen der Entdeckerwoche sind mehrere Familien gekommen, um zu erfahren, wie ein Bauernhof funktioniert.

Die Tiere auf dem Sonnenhof lernen sie dann auch schnell kennen. Berner-Sennen-Hündin Lotti lässt sich kurz kraulen, da kommt auch schon Sabine Joest mit Pony Rebell vorbei. Der 32-jährige Pferde-Rentner bekommt von den Besuchern auch ein paar Streicheleinheiten. Weiter geht es zu den Kälbchen. Stefan Joest erklärt: „Eine Kuh säuft jedes Mal, wenn sie zur Tränke geht etwa 13 Liter. Das finde ich eine ganze Menge.“

Der Hof verfügt über einen eigenen Brunnen, der Brauchwasser liefert, so Joest. Durch regelmäßige Kontrollen ist sichergestellt, dass es für das Vieh genutzt werden kann.

Im Kälbchen-Kindergarten staunen die Besucher: „Da ist ja die Nabelschnur noch dran.“ Das jüngste Kalb ist vier Tage alt. Neugierig schauen die Ziegen Hanni, Nanni und Fritz um die Ecke. Dann hat der Gastgeber auch Fragen an die Gäste: „Wisst ihr, was ein Wiederkäuer ist?“ Der größte Schüler muss nicht lange überlegen: „Die Kuh frisst das Gras, schluckt es herunter und würgt es dann wieder hoch, weil es noch nicht klein genug gekaut ist.“

Nebenan im Kuhstall zeigt Stefan Joest auf das offene Tor, das zur Weide führt. Seine Tiere interessieren sich dafür jedoch wenig: „Jetzt, wo es heiß ist, sind die Kühe lieber im Stall und gehen nachts raus“, erläutert Joest.

Ich muss ein Kalb aus einer Kuh holen, Büroarbeit machen, eine Maschine reparieren und das alles am selben Tag.

Stefan Joest, Landwirt

Die Besucher stellen viele Fragen, etwa: „Wie viel Gülle müssen Sie speichern?“ Oder: „Wann machen Sie Urlaub?“ Yvonne Herzog-Cologna ist aus Blecher mit drei Kindern gekommen. Sie hat das Touren-Angebot für sich entdeckt: „Wir waren auch schon auf einer Fledermauswanderung. Ich finde das Angebot gut. Solange wir nicht wegfahren, können die Kinder so etwas erleben, und ich finde die Touren auch spannend.“

Stefan Joest ist froh, dass zu dem Hof, den er von seinem Vater übernommen hat, so viele Weiden gehören: „Im Moment honoriert die Molkerei uns, weil die Kühe bei uns auf die Weide kommen.“ Gleichzeitig müsse er aktuell auch gestiegene Preise für Diesel und Dünger kalkulieren. Die Milch wird vom Sonnenhof zum größten Teil an eine Molkerei verkauft. Seit gut einem Jahr gibt es dort auch einen Milchautomaten, Eier und Kartoffeln aus der Selbstbedienung.

Die Zukunft der Landwirtschaft? Da hat Joest ein klares Bild: „Wir hatten hier auf dem Hof schon Hähnchen, Puten und Kartoffeln. Ich weiß nicht, was kommt, aber irgendwie geht es immer weiter.“ Das aktuelle zweite Standbein ist die Pferde-Pension. Mit den eigenen Tieren gibt es 35 Pferde auf dem Hof. Auch sie haben stets freien Zugang zur Wiese.

Stefan Joest engagiert sich im Prüfungsausschuss für den Berufsnachwuchs. Der Beruf sei sehr vielseitig. Prüfungsinhalt sei etwa das Erkennen der wichtigsten Gräser. Im Alltag stehen ganz unterschiedliche Aufgaben an: „Ich muss ein Kalb aus einer Kuh holen, Büroarbeit machen und eine Maschine reparieren und das alles am selben Tag.“

Die Ausbildung als Landwirt legt aus seiner Sicht ein gutes Fundament für das Berufsleben, auch, wenn nicht jede Auszubildende und jeder Landwirt später im Beruf bleibt. Sein Sohn möchte 2023 die Ausbildung beginnen.

Hintergrund

Aqualon-Touren: Die Bergische Wasserkompetenz-Region Aqualon organisiert die Touren. Die Teilnahme ist kostenlos, die Teilnehmerzahl begrenzt.

Die Anmeldung ist telefonisch unter Tel. (0 22 93) 90 15  27 möglich oder per E-Mail: entdeckerwoche@aqualon-verein.de

Weitere Touren:

Dienstag, 12. Juli: Abenteuer im Freudenthaler Sensenhammer für Kinder von neun bis 11 Jahren.

Freitag, 15. Juli: Schatzsuche mit GPS-Geräten im Eifgental in Odenthal-Altenberg für Kinder von acht bis zwölf Jahren in Begleitung Erwachsener.

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