Katholische Kirche soll moderner werden

Gottesdienste werden auch in katholischen Kirchengemeinden coronabedingt mittlerweile häufig gestreamt. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa
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Gottesdienste werden auch in katholischen Kirchengemeinden coronabedingt mittlerweile häufig gestreamt. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa

Michael Heckmann, Vorsitzender des Kreiskatholikenrats, sieht im Reformprozess Chancen

Von Joachim Rüttgen

Der Vorsitzende des Kreiskatholikenrates im Rheinisch-Bergischen Kreis, Michael Heckmann, hat Sorge, dass die Folgen der Corona-Pandemie für die katholische Kirche einschneidend sind. „Unsere Kirche lebt vom Miteinander der Gläubigen, ihrer Kommunikation untereinander und mit den hauptamtlichen Vertretern der Kirche. Diese Kommunikation ist gerade in Corona-Zeiten erschwert und nicht immer, so wie vertraut, vor Ort umsetzbar“, schreibt der Wermelskirchener in einer Stellungnahme zum Pastoralen Zukunftsweg des Erzbistums Köln.

Das Erzbistum will sich nach Angaben von Heckmann mit diesem Weg den veränderten Realitäten stellen und sie als Herausforderungen annehmen: sinkendes Interesse an kirchlichen Angeboten, geringe Attraktivität kirchlicher Berufe, zu hoher Anteil an Verwaltungsaufgaben und der Engpass bei finanziellen Mitteln – aktuell durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie noch weiter verschärft.

Im Vordergrund des Reformprozesses stehe die Pfarrei der Zukunft. Sie solle künftig stärker eigenverantwortlicher, budgetverantwortlicher und partizipativer arbeiten. In fünf Arbeitsfeldern soll den Herausforderungen laut Heckmann begegnet werden:

Geistlicher Kulturwandel und Vertrauensarbeit

Kirche in ihrer ganzen Breite vor Ort

Kommunikation, Dialog, Öffentlichkeit

Ausbildung und Kompetenzerweiterung

Effizienz und Nachhaltigkeit

Dabei werde unter dem Druck der Verhältnisse angestrebt, die Gemeinden vor Ort in maximal 50 bis 60 Pfarreien zusammenzufassen sowie Leitungsteams unter der Beteiligung von Laien zu bilden. Das erfordere eine verstärkte Zusammenarbeit innerhalb der Pfarrei, eine verstärkte Beteiligung der engagierten Laien und klare Informations- und Arbeitsstrukturen. „Das Zielbild wird Anfang 2021 bekanntgegeben“, kündigt Heckmann an.

Unklar ist, in welcher Form Laien Mitverantwortung erhalten

Nunmehr lägen nach einer ersten intensiven Erarbeitungsphase Zwischenergebnisse vor. „Die Katholiken, auch in unserem Dekanat, waren mehrfach, zuletzt coronabedingt online, beteiligt“, schreibt Heckmann.

Im Reformprozess sieht der Vorsitzende des Kreiskatholikenrates Chancen, die Kirche moderner zu gestalten und die Mitmenschen besser zu erreichen. Leitungsteams unter Beteiligung der Laien sollen installiert werden. Der Konzentrationsprozess werde unter intensiver Beteiligung vor Ort geschehen. Unklar ist Heckmann im bisherigen Prozess allerdings noch, in welcher Form und in welchem Umfang den Laien Mitverantwortung, innerhalb welcher konkreten Strukturen im Detail, übertragen werden soll. „Ebenso wenig wird eine Antwort darauf gegeben, wie und ob Frauen in der Kirche mehr Verantwortung übernehmen können“, schreibt Heckmann. Angesichts der Instruktion aus Rom vom Juli, in der seitenlang die Grenzen des Reformprozesses aufgezeigt würden, habe er die Sorge, dass zu wenige Freiräume für Laien geschaffen werden. „Wir Christen sollten gemeinsam am Haus Gottes bauen. Gerade im Hinblick auf eine überzeugende Außenwirkung unserer Glaubensweitergabe ist es entscheidend, Laien wirklichen Freiraum zu geben“, fordert Heckmann.

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