Katastrophenschutz trainiert den Ernstfall

Auch Wasserrettung wird am Samstag zum Thema. Archivfoto: Roland Keusch
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Auch Wasserrettung wird am Samstag zum Thema. Archivfoto: Roland Keusch

DLRG Rhein-Berg schult am Samstag rund 40 Teilnehmende – unter anderem in Burscheid

Von Nadja Lehmann

Eine solche Katastrophe hätte kaum jemand für möglich gehalten. Das Starkregenereignis und damit einhergehende Hochwasser, das insbesondere Landstriche in der Eifel unbewohnbar und unpassierbar machte, hat Spuren hinterlassen: zerstörerische, psychische, existenzbedrohende.

Katastrophenschutz ohne Katastrophe: Unter diesem Motto hat die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) Rhein-Berg und dabei insbesondere der Bezirk Leichlingen einen Übungstag vorbereitet, der zum kommenden Samstag terminiert ist. Teilweise wird er auch in Burscheid stattfinden; genauere Angaben machen die Organisatoren rund um Julian Posse von der DLRG Leichlingen jedoch nicht, weil die teilnehmenden den Verlauf nicht kennen – bewusst nicht, weil es Teil der Übung ist.

„Die Teilnehmer kennen den genauen Ablauf nicht.“

Julian Posse, DLRG Leichlingen

„Wer kommt, wenn gar nichts mehr geht?“ Das ist ein Satz aus der Kampagne für den Katastrophenschutz des Ministeriums des Inneren des Landes Nordrhein-Westfalen, der sich besonders in diesem Jahr als genau die richtige Frage erwiesen hat. „Im Rheinisch-Bergischen-Kreis sind hoffentlich ab 16. Oktober viele neue Einsatzkräfte dabei“, heißt es vonseiten der DLRG Rhein-Berg. Während der Lockdowns und Kontaktverbote in der Pandemie sei es nicht möglich gewesen, junge Menschen, Helfer und Helferinnen und Einsatzkräfte an den Katastrophenschutz heranzuführen, so die DLRG Rhein-Berg weiter. Im April startete schließlich ein Lehrgang für neue Katastrophenschutzhelferinnen und -helfer, zunächst online und nur theoretisch. Nun folgt am Samstag die Praxis: Für mehr als 40 Teilnehmende, Helferinnen und Helfer, Bootsführende, Taucheinsatzkräfte, Kraftfahrerinnen und -fahrer und Führungskräfte heißt es dafür früh aufstehen, denn der Startschuss erfolgt um 7.30 Uhr in Burscheid auf dem Gelände de Stadtwerke an der Pastor-Löh-Straße. Das Motto: Ein Tag Katastrophenschutz nur ohne Katastrophe.

Zu Beginn wird aus erfahrenen und neuen Katastrophenschützern ein Wasserrettungszug zusammengestellt, der bis zum Abend vor einigen Herausforderungen stehen wird. Die praktische Ausbildung wird an verschiedenen Orten im Rheinisch-Bergischen-Kreis und Nachbarkommunen in Form von praktischen Ausbildungseinheiten und Übungen stattfinden. „Die genauen Orte werden wir noch nicht bekannt geben, da die Teilnehmer sich nicht auf die anstehenden Szenarien vorbereiten sollen“, schreibt das DLRG-Orga-Team. „Außerdem ist es Teil der Ausbildung, sich mithilfe von Karten und Koordinaten zu orientieren. Diese wichtige Aufgabe möchten wir den Teilnehmenden nicht vorwegnehmen.“ Der Wasserrettungszug wird zwischen den Szenarien den Standort im MOT-Marsch (Kolonnenfahrt) verlegen. „Eine gute Übung für die Kraftfahrerinnen und -fahrer“, finden die Katastrophenschützer und sagen auch, warum: „Auch im Einsatzfall werden wir große Einheiten im geschlossenen Verband verlegen müssen, um eine gemeinsame Ankunft im Schadensgebiet zu gewährleisten.“

Während des MOT-Marsches können die Menschen im Rheinisch-Bergischen helfen. „Sie erkennen einen Fahrzeugverband an der vorne links (Fahrerseite) angebrachten blauen Flagge und dem eingeschalteten Blaulicht. Das letzte Fahrzeug ist mit einer grünen Flagge markiert. Alle Fahrzeuge, die Teil dieses Verbandes sind, bilden ein Fahrzeug. Nun kommen Sie ins Spiel: Falls wir Ihnen auf Ihrem Weg begegnen, dann fahren Sie nicht in den Verband ein. Ein Fremdfahrzeug würde für uns eine schwierige Unterbrechung der Verbandsfahrt bedeuten und würde uns besonders im Einsatzfall Schwierigkeiten bereiten“, informiert die DLRG. Ein Verband gelte als ein Fahrzeug, daher werden alle Verbandsfahrzeuge, sobald das Führungsfahrzeug ein Stoppschild oder eine rote Ampel passiert habe, dies ebenfalls tun – unabhängig davon, ob die Ampel mittlerweile auf rot geschaltet habe: „Ist das Ampelsignal bereits rot, wenn das Führungsfahrzeug ankommt, hält der Verband wie jeder andere Verkehrsteilnehmer an“, heißt es weiter.

Verkehrsteilnehmer müssen einem Verband, sollten sie vor dem Führungsfahrzeug fahren, nur im realen Einsatzfall Platz machen und rechts an den Straßenrand fahren. Dies erkennen die Verkehrsteilnehmer am eingeschalteten Martinshorn. „Dies wird am Samstag hoffentlich nicht der Fall sein“, sagen die Organisatoren.

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