Ferienangebot

35 junge Teilnehmer testen Sportarten

Bei den Mädchen steht Volleyball auf dem Stundenplan. Alle Teilnehmer sind festen Gruppen zugeordnet. Fotos: Doro Siewert
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Bei den Mädchen steht Volleyball auf dem Stundenplan. Alle Teilnehmer sind festen Gruppen zugeordnet.

Tischtennisclub Grün-Weiß bot in der ersten Ferienwoche eine Freizeit an – von Volleyball bis Hockey.

Von Jennifer Preuß

Im Sommer wäre es nicht das Gleiche gewesen. Bernhard Pautsch schüttelt den Kopf. „Nein, mit einer Maske vor der Nase kann man keinen Sport machen“, sagt der Trainer des Burscheider Tischtennisclubs. Das Hygienekonzept hätte zu diesem Zeitpunkt ein Feriensportangebot für Kinder und Jugendliche keinen großen Spaß werden lassen.

Daraufhin schwenkte man auf die erste Woche der Herbstferien um. Abstriche sind natürlich immer noch zu machen. „Der Schläger wird nicht getauscht“, erklärt Bernhard Pautsch den Jugendlichen in der Sporthalle Auf dem Schulberg. „Wir können nicht normal in den Körper gehen. Körperkontakt ist verboten.“

Die sechs Jungs in dieser Gruppe schauen zunächst etwas ratlos, wie sie Hockey spielen sollen, ohne den Gegner angreifen zu dürfen. „Ihr lauft, aber bitte immer mit zwei Metern Abstand“, mahnt der Trainer. Nach einem anfänglichen Zögern kommt nun doch Schwung ins Spiel, und der Ball fliegt durch die Halle. Nach einem halben Jahr Pandemiezustand scheinen die Jugendlichen längst Bescheid zu wissen, worauf es ankommt.

Insgesamt probieren in der ersten Herbstferienwoche 35 Kinder und Jugendliche verschiedenste Sportarten von Hockey bis Tischtennis aus. Zufrieden ist Organisator Bernhard Pautsch mit dieser Teilnehmerzahl nicht. „Vor Corona hatten wir immer 80 Kinder hier. Viele Eltern haben ihre Kinder wohl coronabedingt nicht angemeldet.“

Körperkontakt ist verboten, aber die Jungs finden nach anfänglichem Zögern dann doch ins Hockeyspiel.

Hinzu kommt, dass sich das Ferienangebot in erster Linie an sozial benachteiligte Familien richtet, um deren Kinder in der schulfreien Zeit eine Freude zu machen. Der Tischtennisclub trägt seit dem vergangenen Jahr den Titel Stützpunktverein, der ihm vom Kreissportbund verliehen wurde. Dadurch wird der Verein in Projekten, die die Integration unterstützen sollen, besonders gefördert. Spenden der Kreissparkasse Köln, des Jugendamtes, verschiedener Burscheider Firmen und der UWG machten es möglich, dass alle 35 Kinder das Ferienangebot kostenfrei nutzen konnten.

Gerade deshalb findet Bernhard Pautsch es schade, dass nicht mehr daran teilgenommen haben. Es sei auch jenseits der Pandemie schwierig, diese Zielgruppe zu erreichen. „Das ist ein Grundproblem, für das wir noch keine Lösung haben.“ Der Tischtennisspieler hofft auf eine erfolgreichere Neuauflage im kommenden Jahr.

Derweil fällt im rechten Teil der Turnhalle der Volleyball auf den Boden. Hier stehen fünf Mädchen am Netz. Ein angehender Sporthelfer schaut der Übungsleiterin über die Schulter. Alle Teilnehmer sind in festen Gruppen unterteilt und werden räumlich voneinander getrennt. Auch das sieht das Hygienekonzept vor. Essen wird nicht ausgeteilt. Wasser gibt es – samt Stift, damit jedes Kind seinen Namen auf die Flasche schreiben kann.

Seit 50 Jahren ist Bernhard Pautsch Wettkampfsportler

Bernhard Pautsch ist Sportler durch und durch. Dass die Pandemie einen großen Einfluss auf sein Hobby nimmt, sieht er kritisch. „Corona ist ein Problem. Wie wollen wir da Sport machen?“, fragt er. Alle 50 Vereinsmitglieder halten sich natürlich an die Hygienevorschriften beim Training. Diese sehen beispielsweise vor, dass kein Doppel gespielt werden darf: Der Mindestabstand kann nicht eingehalten werden.

Noch schwieriger sei nun aber die Nachwuchsgewinnung. „Kinder haben nach einem Ganztagsprogramm in der Schule danach keine Lust mehr, sich auch in ihrer Freizeit mit Regeln auseinandersetzen zu müssen“, sagt Pautsch. Bei den Regeln schließt er auch die Spielregeln des Tischtennis mit ein, die jeder Anfänger erst verinnerlichen müsse. Im besten Fall soll der Nachwuchs auch an den Wettkämpfen im Kreis Köln-Rechts teilnehmen.

Das ideale Einstiegsalter für eine Karriere am Schläger ist acht Jahre. „Seit 1948 nimmt der TTC Burscheid an Wettkämpfen teil“, sagt der Burscheider. „Ich selbst mache seit 50 Jahren Wettkampfsport.“

Kooperation

Als Stützpunktverein kooperiert der Tischtennisclub Grünweiß mit dem Burscheider Büdchen an der Luisenstraße, dem Megafon und der Freien Evangelischen Gemeinde. Ziel ist es, Kinder aus sozial benachteiligten Familien zu erreichen und ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, wie in diesem Fall dem Sport, zu ermöglichen. Dadurch soll auch die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund gefördert werden.

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