Jugendhilfeausschuss diskutiert über flexible Betreuungszeiten

Der Jugendhilfeausschuss tagte diesmal in einem Hybrid-Format. Die stimmberechtigten Mitglieder hatten sich mit Abstand im Bergischen Löwen in Bergisch Gladbach getroffen. Die beratenden Mitglieder waren in einer Videokonferenz zugeschaltet. Foto: Anja Wollschlaeger
+
Der Jugendhilfeausschuss tagte diesmal in einem Hybrid-Format. Die stimmberechtigten Mitglieder hatten sich mit Abstand im Bergischen Löwen in Bergisch Gladbach getroffen. Die beratenden Mitglieder waren in einer Videokonferenz zugeschaltet.

Fachgremium tagte unter großem technischen Aufwand in Hybrid-Sitzung

Von Anja Wollschlaeger

Mit großem technischen Aufwand hat der Jugendhilfeausschuss des Rheinisch-Bergischen Kreises am Montag im Theatersaal des Bergischen Löwen in einer Hybrid-Sitzung getagt. Mitglieder ohne Stimmrecht waren virtuell zugeschaltet. Im Saal stimmten die Kreistagsmitglieder ab. Die Vorsitzende des Gremiums, Erika Gewehr (CDU), hatte in der Einladung schon darauf hingewiesen, dass der Ausschuss, der maßgeblich über die Kinderbetreuung in Burscheid bestimmt, der zahlenmäßig größte Ausschuss im Kreis ist. Im Saal filmten Kameras die Sprecher. Über Leinwände und Bildschirme waren die Beisitzer zugeschaltet. Zügig stimmten die Kreistagsabgeordneten den Vorlagen zu, darunter auch einer Budgetüberschreitung.

Im Jahr 2020 hat das Kreisjugendamt knapp 15 Millionen Euro für die Tagesbetreuung, aber auch für besondere Hilfen in Einzelfällen und die Jugendhilfe ausgegeben - mithin 6,53 Prozent mehr, als im Haushalt geplant war. Wie Gewehr erläuterte, ist der Ausschuss in Finanzangelegenheiten nicht letztentscheidend. Diese Beschlüsse werden noch dem Kreisausschuss vorgelegt.

Eine Debatte kam auf, als es um die Flexibilisierung von Betreuungszeiten ging. Während das Jugendamt auf Geld vom Land NRW für längere Öffnungszeiten zurückgreifen kann, zeigte sich, dass die Umsetzung Probleme bereitet. Nur vier Kitas und drei Tagespflegestellen in Burscheid, Kürten und Odenthal haben bisher erweiterte Öffnungszeiten nach dem vorgeschlagenen Programm umgesetzt. Ein Grund ist, so gaben es mehrere Trägervertreter zu erkennen, das fehlende Personal.

Inge Wirths, Leiterin des Familienzentrums auf der Schützeneich sagte dazu: „Ich bekomme aus diesem neuen Programm Geld für eine neue Mitarbeiterin. Ich kann sie aber gar nicht einstellen, weil wir so einen großen Personalmangel haben.“ Nun soll zunächst der ehrenamtlich tätige Jugendamtselternbeirat bei den Eltern den Bedarf abfragen. Erst dann kann auch die Frage beantwortet werden, die der sachkundige Bürger Johannes Bernhauser stellte: „In welche Richtung sollen die Flexibilisierungen gehen? Längere Öffnungszeiten am Abend oder am Wochenende?“

„Der Jugendhilfe- ausschuss sollte den Bedarf auch aus pädagogischer Sicht sehen.“

Frank Köchling, Caritas

Frank Köchling vom Caritasverband kritisierte die geplante Ausweitung von Betreuungszeiten: „Der Jugendhilfeausschuss sollte den Bedarf nicht ausschließlich aus Sicht des Arbeitsmarktes sehen, sondern auch aus pädagogischer Sicht.“

Nicola Ciliax-Kindling (CDU) konterte darauf: „Für ein Kind ist es sicherlich schöner, wenn es länger in einer Einrichtung bleiben kann und nicht noch woanders zwischengeparkt wird, bis die Arbeitszeit der Eltern beendet ist.“

Elternbeiträge

Trotz eingeschränkter Betreuungszeiten haben Eltern in Burscheid für die Monate Februar bis Juni volle Elternbeiträge gezahlt. Die Landesregierung hat signalisiert, diese bis Juni erlassen zu wollen. Bisher, so bestätigte Dezernent Markus Fischer, liegt noch kein entsprechendes Schreiben des Landes bei der Kreisverwaltung vor. Sollte es zu einer Einigung zwischen Land und Kommunen kommen, will das Jugendamt zu viel gezahlte Elternbeiträge zurückzahlen, so Markus Fischer. Eltern mit einem durchschnittlichen Haushaltseinkommen zahlen für 45 Betreuung eines Kindes ab 3 Jahren monatlich 283 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Bürgermeister Stefan Caplan ist tot
Bürgermeister Stefan Caplan ist tot
Bürgermeister Stefan Caplan ist tot
Burscheid trauert und steht unter Schock
Burscheid trauert und steht unter Schock
Burscheid trauert und steht unter Schock
Kondolenzbuch liegt im Rathaus aus
Kondolenzbuch liegt im Rathaus aus
Burscheids Bürgermeister Stefan Caplan ist tot
Burscheids Bürgermeister Stefan Caplan ist tot
Burscheids Bürgermeister Stefan Caplan ist tot

Kommentare