Aktion

Jugendfeuerwehr wirbt um den Nachwuchs

15 Jungen und sechs Mädchen hatten sich zum Schnuppertag an der Wache angemeldet. Für sie nahmen sich die Floriansjünger viel Zeit. Foto: Doro Siewert
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15 Jungen und sechs Mädchen hatten sich zum Schnuppertag an der Wache angemeldet. Für sie nahmen sich die Floriansjünger viel Zeit.

Schnuppertag an der Feuerwache an der Bürgermeister-Schmidt-Straße.

Von Ursula Hellmann

Blaulicht und Löschfahrzeuge auf dem Hof der Feuerwehrwache an der Bürgermeister-Schmidt-Straße! Was war da los am Mittwochnachmittag? Obwohl auf dem Platz viele Feuerwehrleute geschäftig hin und her liefen, sah es zum Glück nicht nach einem Rettungseinsatz aus – im Gegenteil. Mehr und mehr Jungen, Mädchen und einige Erwachsene fanden sich an den aufgebauten Stationen ein. Wie cool ist das denn: Eine überdimensionale Schneidezange selbst in der Hand zu halten und mit ihr ein Durchlaufrohr auseinanderzuschneiden. Den genauen Erklärungen über die Spezialwerkzeuge im Bereich Lösch- und Rettungsfälle hörten die Jugendlichen aufmerksam zu. Auch die grellroten Feuerwehrautos nicht nur vorbeiflitzen zu sehen, sondern einmal ganz nah zu betasten, war für manche ein tolles Erlebnis.

„Die freiwillige Feuerwehr ist unverzichtbar. Dabei spielt die Motivation und die Schulung des Nachwuchs eine große Rolle.“

Thomas Glasow, Stadtjugendfeuerwehrwart

Warum stellten die Frauen und Männer in den prägnanten Uniformen und Schutzhelmen sich den Burscheider Jugendlichen so eindrücklich vor? Stadtjugendfeuerwehrwart Thomas Glasow: „Die freiwillige Feuerwehr ist unverzichtbar. Dabei spielt besonders die Motivation und Schulung von Nachwuchs eine große Rolle. In den Jahren vor den Lockdowns gab es außer einer normalen Fluktuation keine Probleme in dieser Hinsicht. Zu den vier Burscheider Löschzügen zählten insgesamt meist zwischen 30 und 35 Jugendfeuerwehrleute. Leider hat sich heute dieser Bestand auf zwölf reduziert. Schließlich konnten wir kein kontinuierliches Programm anbieten. Darum meldete sich sogar ein Teil der Mitglieder wieder ab. Wir hoffen, dass unser Schnuppertag dazu beiträgt, ein Stück Abhilfe zu schaffen.“

Diesen Wunsch äußerte auch Yvonne Kolbe. Die Koordinatorin und Organisatorin an der Seite Glasows verspricht sich von der sachgerechten und gleichzeitig spielerischen Information durch diesen erstmalig veranstalteten Tag eine nachhaltige Wirkung auf die Teenager.

Es gab tatsächlich einiges zu sehen und selbst auszuprobieren auf dem Gelände. Jenna Greiber (13) und ihre Schwestern Valerie und Vivienne (12) konnten sich kaum vom bombastischen Spritzrohr trennen. Der voll aufgedrehte Wasserstrahl ergoss sich über zwanzig Meter weit ins Gebüsch. Dass aus der Öffnung in jeder Minute tausend Liter glänzendes Nass herausschossen, erstaunte selbst die in einer Feuerwehrfamilie aufwachsenden Mädchen.

Eine andere Spritztechnik bildete einen flüssigen Riesenfächer. Wo wird er eingesetzt? Er kann verhindern, dass der Brand eines Hauses auf ein gefährdetes Nachbargebäude überspringt. Den Wasserfontänen schaute auch Max Klauke (11) zu. Eine Anmeldung als Mitglied der Jugendfeuerwehr wird sein Vater – selbst langjährig aktiver Feuerwehrmann – gern unterstützen. Max hat unter seinen Schulfreunden ebenfalls die Werbetrommel gerührt. Dass sich ein leerer Schlauch nicht so ohne Weiteres zu einer akkuraten Rolle aufdrehen lässt, erfuhren auch die geschicktesten jungen Hände. Die Kleineren fanden ein nettes Memoryspiel vor. Unter den hohlen Pylonen waren Dinge versteckt. Wer genau aufgepasst hatte, erinnerte sich, wo die Pärchen lagen.

Spiel und Spaß sind in der Ausbildung der Jungfeuerwerker immer dabei – aber Theorie und praktische Übungen bereiten die Kinder auf die Zeit vor, wo sie im Ernstfall selbst an Einsätzen beteiligt sein werden.

Glasow betonte noch einmal die Altersgrenzen der Einsätze: „Bei Hilfsdiensten sind auch 16-Jährige dabei, aber in Großeinsätzen wie der Starkregenkatastrophe, werden sie erst mit 18 Jahren voll eingesetzt.“

Alle engagierten Mitglieder der Burscheider Löschzüge wären froh, wenn sich die Jugendfeuerwehr-Abteilung wieder deutlich vergrößern würde.

Hintergrund

Momentan wird ein Konzept erstellt, wann und wie die Übungsabende wieder stattfinden können. Fester Tag wird der Mittwoch ab 18.30 Uhr bleiben. Alle Verantwortlichen haben das Ziel vor Augen, wieder eine Jugendfeuerwehr mit 25 bis 30 Aktiven zu schaffen. An Ausrüstung und Material fehlt es nicht, und dieses steht zur Verfügung. Zu dem Schnuppertag am vergangenen Mittwoch meldeten sich gemäß der Hygiene-Vorschriften 15 Jungen und sechs Mädchen an. Darunter auch Jugendliche, deren Hintergrund keine feuerwehrbekannten Familien bilden. „Wir suchen dich“ heißt es auch auf der Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr Burscheid, die ebenfalls viele Informationen für Interessierte bereit hält.

www.feuerwehr-burscheid.de

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