Häusliche Gewalt

Jugendamt: Zahl der Inobhutnahmen sinkt

Experten befürchteten, dass durch die Krise häusliche Gewalt und Kindesmisshandlungen ansteigen.

Von Katharina Birkenbeul

Die Inobhutnahmen, die das Jugendamt des Rheinisch-Bergischen Kreises (RBK) in diesem Jahr gemeldet hat, sind gesunken, bestätigt die Pressesprecherin des Kreises, Hannah Weisgerber. „Das Jugendamt des RBK ist froh, dass es trotz der derzeitigen belastenden Situation rund um das Coronavirus keine zusätzlichen Inobhutnahmen gab“, so Weisgerber. Genaue Zahlen konnte die Sprecherin leider nicht nennen.

Zu Beginn der Corona-Krise hatten viele Experten und Fachleute darauf hingewiesen, dass häusliche Gewalt steigen könnte. Damit erhöhe sich auch die Gefahr für Kinder und Jugendliche in ihrer familiären Umgebung. „Wieviele Fälle von häuslicher Gewalt in diesem Jahr vorliegen, ist schwer nachzuvollziehen, aber die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr sogar eher rückläufig“, bestätigt der Sprecher der Polizei Rhein-Berg, Christian Tholl. Die Fälle zur häuslichen Gewalt seien nicht richtig erfasst. Das liege daran, dass bei jeder Meldung dieser Art die Strafanzeige als Körperverletzung gestellt wird, fügt Tholl erklärend hinzu.

Aber auch, wenn es keine größeren Abweichungen der Zahlen gibt: Eine Dunkelziffer ist nicht ausgeschlossen. Kitas, Schulen und freie Träger waren während der Corona-Zeit geschlossen und hatten dadurch nur begrenzte Möglichkeiten, Kontakt zu den Kindern zu halten. Doch von dort kommen normalerweise die meisten Meldungen zu Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen an das Jugendamt.

In Obhut genommen werden grundsätzlich die Kinder oder Jugendlichen, die darum bitten oder wenn sie einer Gefahr ausgesetzt sind. Zudem nimmt das Jugendamt auch ausländische Kinder in Obhut, die unbegleitet nach Deutschland gekommen sind, erklärt Hannah Weisgerber die Rechtsgrundlage einer Inobhutnahme.

Das Jugendamt ist systemrelevant

Auch während der Corona-Krise arbeitet das Jugendamt stetig weiter. Es müsse sichergestellt sein, dass das Jugendamt 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag zu erreichen ist, betont Weisgerber. „Es ist so systemrelevant wie Polizei oder Feuerwehr“, sagt sie. Damit sie auch nicht durch eine etwaige Corona-Infektion ausfallen, seien die Mitarbeiter für Hausbesuche und Ähnliches gut mit Schutzkleidung versorgt worden. „Sie tragen nicht nur Masken, sondern auch eine komplette Schutzausrüstung, wenn in der Familie, in der sie ein Kind in Obhut nehmen müssen oder auch generell bei Gesprächen, die die Kinder betreffen, jemand nachweislich positiv auf das Coronavirus getestet wurde“, beschreibt Weisgerber die getroffenen Vorsichtsmaßnahmen.

Erreichbar ist das Jugendamt des Kreises, welches für die drei Kommunen Burscheid, Kürten und Odenthal zuständig ist, montags bis donnerstags von 8.30 bis 17 Uhr und freitags von 8.30 bis 12 Uhr unter Tel. (0 21 74) 67 03 87. Außerhalb der Dienstzeiten könne das Jugendamt über den Polizeinotruf 110 erreicht werden.

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