Jugendförderplan

Jugend stärken: Daten und Zahlen auf 60 Seiten

Das Burscheider Jugendbüro bietet Angebote für Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen an. Foto: Nadja Lehmann
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Das Burscheider Jugendbüro bietet Angebote für Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen an.

Mit dem Jugendförderplan legt der Kreis Bilanz und Fahrplan für die weitere Entwicklung vor.

Von Nadja Lehmann

Auf rund 60 Seiten hat der Rheinisch-Bergische Kreis zusammengetragen, wie und in welchem Umfang er Kinder und Jugendliche fördert. Das Kinder- und Jugendfördergesetz verpflichtet den öffentlichen Jugendhilfeträger zur Aufstellung eines solchen Kinder- und Jugendförderplans. Dort hat der Kreis die notwendigen finanziellen, materiellen und personellen Ressourcen zur Förderung von jungen Menschen festgelegt – ein Thema auch für den Jugendhilfeausschuss in Bergisch Gladbach, der den mittlerweile vierten Strukturdatenbericht zum nun auslaufenden Jugendförderplan 2015-2019 zur Kenntnis nahm. Gegliedert ist er in die vier Handlungsfelder Offene Kinder- und Jugendarbeit, Jugendverbandsarbeit, Jugendsozialarbeit und Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz.

Warum ein solcher Bericht? „Er bietet die Möglichkeit, Veränderungen und Entwicklungsströme zu sondieren, fachlich zu bewerten und darauf zu reagieren“, heißt es in der Einleitung. „Es könnten so inhaltliche und konzeptionelle Antworten darauf gegeben werden, welche Angebote und Leistungen in welchem Umfang an welchen Orten Kindern und jungen Menschen angeboten werden sollen.“ Diese Erkenntnisse trügen dazu bei, kinder-, jugend- und familienfreundliche Strukturen in den Kommunen zu stärken. Empfehlungen und Daten wurden im August und September dieses Jahres zusammengetragen und flossen in den Bericht ein, der neben Burscheid auch Kürten und Odenthal in den Fokus nahm.

„In der Stadt Burscheid sollte ein Kinder- und Jugendparlament geschaffen werden.“
Kinder- und Jugendförderplan

Burscheid hat seine Eigenheiten. Es sei auffällig, dass der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit nichtdeutscher Nationalität in Burscheid besonders hoch sei, heißt es im Bericht und nennt ihn mit 11,3 Prozent den „zweithöchsten im Kreisgebiet“. Ebenso ausgeprägt seien im Vergleich zum Kreisdurchschnitt Kinderarmut und Jugendarbeitslosigkeit. Der Bericht ordnet diesen soziostrukturellen Merkmalen auch eine geografische Komponente zu und verankert sie schwerpunktmäßig im „Wohnplatz Burscheid Mitte-Nord“, aber auch in Teilen Hilgens. „Richtig initiiert sind deshalb die Einrichtung des Projekts ,Jugend stärken im Quartier‘, angesiedelt im Jugendbüro in der Villa Biz, des Burscheider Büdchens sowie des Projekts ,Fit zur Schule‘“, bilanziert der Förderplan.

Im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) ist das „Megafon“ an der Montanusstraße Anlaufstelle. Qua Gesetz sollen in der OKJA Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 21 Jahren willkommen sein – aber auch Jüngere oder Ältere nicht ausgeschlossen werden. Es gelte, Jugendlichen Räume anzubieten, die diese mitgestalten und in denen sie sich wohlfühlen können.

Im Megafon war bis 2019 auch das Jugendbüro untergebracht, das niedrigschwellige Angebote macht, um insbesondere Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen über die Schnittstelle Schule – Beruf hinwegzuhelfen. „Im Rahmen der Beratungen wurden 2019 44 Jugendliche erreicht“, heißt es im Bericht. Das seien deutlich mehr als in Odenthal oder Kürten – der Bericht führt dies auch auf unterschiedliche personelle Ausstattungen zurück. So steht allein für sogenannte „Mikro-Projekte“ (überwiegend Gruppenmaßnahmen, in denen soziale Kompetenz gefördert wird) in Burscheid eine Fachkraft zur Verfügung.

Die Zahlen können sich sehen lassen: 61 Prozent der Jugendlichen haben die Beratung abgeschlossen; bei 16 Prozent läuft sie weiter, bis eine Anschlussperspektive gefunden worden ist; 23 Prozent haben die Beratung allerdings auch abgebrochen. „Kooperationen mit Schulen und weiteren Partnern vor Ort werden angestrebt“, empfiehlt der Bericht, der ebenso die Gründung eines Kinder- und Jugendparlaments in Burscheid anregt.

Hintergrund

Angebote auf Verbandsebene machen beispielsweise auch die christlichen Kirchengemeinden Burscheids, die Kolpingjugend und Kolpingsfamilie Burscheid sowie Jugendfeuerwehr Burscheid und DLRG. Sie alle hatten in den Jahren 2014 bis 2019 Förderanträge gestellt und beruhen im Kern auf einem breiten ehrenamtlichen Engagement.

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