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Judoka trainieren mit einem Olympioniken

Marc Odenthal, Cheftrainer Selvet Keles und Abteilungsleiter Bodo Oertel (v.l.) mit den jungen Judoka.
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Marc Odenthal, Cheftrainer Selvet Keles und Abteilungsleiter Bodo Oertel (v.l.) mit den jungen Judoka.

Marc Odenthal war zu Gast bei der Burscheider Turngemeinde. Vor allem der Nachwuchs war hellauf begeistert.

Von Anja Carolina Siebel

Ein echter Olympionike im beschaulichen Burscheid: Das war schon ein Ereignis am Samstag in der Hugo-Pulvermacher-Halle der Burscheider Turngemeinde (BTG) an der Jahnstraße. Marc Odenthal war zu Gast im Bergischen.

Marc Odenthal (hinten rechts) und die Coaches Kai Zimmermann und Maja Halfmann trainierten mit den Kindern und Jugendlichen. Foto: Anja Carolina Siebel

Der 31-Jährige, der zuletzt aktiv für den 1. JC Mönchengladbach auf der Matte stand und letzten Herbst seine Profikarriere beendete, hat sportlich eine Menge vorzuweisen: Deutsche Meisterschaften, Platzierungen bei Europa- und Weltmeisterschaften, einen Weltcupsieg und einen ersten Platz beim Grand Prix. Der Höhepunkt seiner Karriere war sicher die Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio. Mit dem Männerteam des JC Mönchengladbach schaffte er 2008 zudem den Aufstieg in die Bundesliga. Inzwischen studiert Odenthal an der Deutschen Sporthochschule in Köln.

„Sein Besuch soll vor allem ein Geschenk für unsere Kinder und Jugendlichen sein“, betonte der Cheftrainer der BTG, Selvet Keles, im Gespräch. Und: Die Judoka hatten ja auch etwas zu feiern, das 25-jährige Jubiläum bei der Burscheider Turngemeinde. Das war zwar eigentlich schon 2021, musste aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden.

Die meisten der 100 Mitglieder sind unter 18

Die meisten der rund 100 Mitglieder der Judoabteilung sind unter 18. „Kinder rücken immer wieder nach in den Verein, wir haben jetzt sogar Wartelisten“, berichtet Selvet Keles, der seit 25 Jahren für die BTG den Nachwuchs ausbildet.

Der Kontakt zu Marc Odenthal war über den Nordrhein-Westfälischen Judoverband zustande gekommen. Und der Profisportler kam gerne: „Für mich sind das bereichernde Termine“, sagte Odenthal. „Ich arbeite auch in meinem Heimatverein mit Kindern und Jugendlichen.“

So konnte er auch den jungen Burscheider Judoka erste Kniffe und Tricks zeigen. Dabei immer mit auf der großen Matte waren die BTG-Jugendtrainer Maja Halfmann und Kai Zimmermann.

Konnte der Profi denn am Samstag schon echte Nachwuchs-Talente im Zweikampf ausmachen? „Klar sieht man immer Leistungsunterschiede bei den Kids, aber in diesem jungen Alter würde ich mich nie darauf festlegen, ob jemand mal professionell unterwegs sein wird oder nicht. Es geht vordergründig um den Spaß am Sport.“

Aber auch um einige andere Attribute, die Marc Odenthal und die Jugendtrainer der BTG den Kindern und Jugendlichen vermitteln wollen: „Respekt voreinander zum Beispiel“, unterstreicht Odenthal. Er wolle diesbezüglich für ein Kinderbuch, das der Nordrhein-Westfälische Judoverband gerade herausgegeben hat, werben: „Kouki und der sanfte Weg.“

Es geht darin um einen schüchternen Jungen, den andere Kinder hänseln. So findet er sich eines Tages von ihnen in eine Mülltonne gesteckt im Park wieder. Dort erscheint ihm ein roter Panda, der ihn mit auf eine erleuchtende Reise zu sich selbst nimmt: In einem Dojo, in dem Tierkinder mit ihrem Lehrmeister Judo trainieren, lernt Kouki die japanische Kampfkunst Judo und die mit der Sportart verbundenen Werte wie Respekt, Bescheidenheit, Mut oder Selbstbeherrschung kennen. „Und genau das sind auch die Werte, die wir den Jugendlichen vermitteln wollen“, sagt Marc Odenthal.

In Burscheid klappt das ganz gut, wie Selvet Keles bestätigt. „Sie sind alle mit Eifer dabei, trainieren emsig.“ Unter der Corona-Zeit hätten indes besonders die Kinder und Jugendlichen gelitten. Keles: „Die Zeit ohne Training und Wettkämpfe war hart für uns alle, aber besonders unsere jungen Mitglieder hat das getroffen. Wir hatten wie viele andere Vereine Online-Angebote. Aber das kann ein Live-Training oder einen Wettkampf nicht ersetzen“, sagt der Cheftrainer. Versäumtes wird jetzt nachgeholt. So wie am Samstag in der Hugo-Pulvermacher-Halle. Klare Sache, dass sich viele noch für ein Erinnerungs-Selfie um den Olympioniken scharten und ihn um ein Autogramm baten.

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