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Insektenschutz: Fläche soll regional und nachhaltig blühen

Vorne am Schild: Dr. Bernd Freymann (BAK) und Marc Baack, der als Vertreter des Bürgermeisters die Auszeichnung entgegennahm.
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Vorne am Schild: Dr. Bernd Freymann (BAK) und Marc Baack, der als Vertreter des Bürgermeisters die Auszeichnung entgegennahm.
  • VonNadja Lehmann
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Auszeichnung für Stadt und „Hilgen lebt“ durch die Bergische Agentur für Kulturlandschaft.

Von Nadja Lehmann

„Wir hoffen, das die Saat aufgeht“, heißt es im Infokasten „Neues vom Hilgen“ an der Kölner Straße, aufgeschrieben vom Initiativkreis „Hilgen lebt“. Antoine Sawinski hat da keinerlei Zweifel: „Sobald es etwas kühler wird, kommt da was“, prophezeit der stellvertretende Leiter des Baubetriebshofs und lässt sich von der gänzlich kahlen und abgesperrten Fläche am Raiffeisenplatz nicht irritieren. Denn diese entspricht genau dem, was hier gewollt ist: Kein schnelles fixes Blühen, was nach einem Jahr in Gänze wieder Geschichte ist. Regional und mehrjährig heißt das Zauberwort. „Ich achte auf eine mindestens dreijährige Aussaat“, sagt Sawinski. „Sonst fangen wir immer wieder von vorne an.“

Viele Augen musterten gestern beim Ortstermin das kahle Braun. Aber mit Wohlwollen. Denn dahinter verbirgt sich ein Projekt, zu dem sehr viele Beteiligte ihr Scherflein beigetragen haben: die Bergische Agentur für Kulturlandschaft (BAK) gGmbH, die Interessierte schult, die insektenfreundliche Beete anlegen wollen und entsprechende Saattütchen verteilt. Leader, das das Projekt „Bergisches Blütenmee(h)r“ finanziell überhaupt erst ermöglicht hat und das nun in der Leader-Region „Bergisches Wasserland“ läuft.

Die Stadt Burscheid, die das Projekt willkommen hieß, weil bereits die Politiker ein ähnliches Begehr formuliert hatten. Und „Hilgen lebt“, das die Patenschaft für die Fläche übernommen hat. Gestern gab es dafür in Hilgen eine Auszeichnung in Form eines Schilds, das die BAK gGmbH dort überreicht, wo es die schönsten Blühflächen gibt beziehungsweise die meiste Mühe erkennbar ist und wo Verantwortliche als Multiplikatoren für das Projekt geworben hatten. „Hier hat einfach alles gepasst“, so fasste es Dr. Bernd Freymann von der Bergischen Agentur für Kulturlandschaft zusammen.

Dost, Schafgarbe, Wiesen-Pippau, Spitzwegerich: Dies und noch weitaus mehr steckt in den visitenkartengroßen Saattütchen, von denen Cornelia Lösche (BAK) zusammen mit Vierbeiner Arya gleich etliche verteilte: Projektleiterin Lösche ist auch für die Workshops verantwortlich, in denen man lernen kann, wie man´s richtig macht und Insekten und Wildbienen schützt.

Auf rund 28 000 Euro bezifferte Bärbel Bosbach vom Leader-Vorstand die Kosten des Bergischen Blütenmee(h)rs: „Es ist damit eines unserer kleineren Projekte.“ Leader kann schließlich bis zu 100 000 Euro locker machen. Das Projekt ist erfolgreich: So habe sich das Kinder- und Jugendzentrum Megafon ebenso eine Blühfläche angelegt wie eine Burscheider Straßengemeinschaft.

„Einjährige Saatgutmischungen blühen zwar bereits im ersten Jahr, aber sie verunkrauten, wenn der Boden nicht erneut vorbereitet wird und eine Neueinsaat erfolgt“, beschrieb Lösche. Und genau das gelte es zu verhindern: „Die meisten Insekten überwintern im Boden. Ein jährliches Umgraben sollte unbedingt vermieden werden.“ Damit auch die Fläche am Raiffeisenplatz gut durch den trockenen Sommer kommt, fährt mindestens zweimal in der Woche der Hänger mit dem 2000-Liter-Fass vor.

Wer Saattüten bestellen möchte, kann dies mit frankiertem Rückumschlag tun: Bergische Agentur für Kulturlandschaft, Zweigstelle Rösrath, Kammerbroich 67, 51503 Rösrath.

Ganz nebenbei machten Bärbel Bosbach und Regionalmanager Martin Deubel noch Werbung für das EU-Förderprogramm Leader: Die nächste Förderperiode sei bewilligt (2023 bis 2029). Neue Ideen seien willkommen und teilweise schon eingetroffen.

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