Umgestaltung

Innenstadtpark: Arbeiten stagnieren derzeit

Fast ein wenig verloren steht der Ein-Mann-Bunker auf dem Gelände des Alten Friedhofs. Fotos: Doro Siewert
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Fast ein wenig verloren steht der Ein-Mann-Bunker auf dem Gelände des Alten Friedhofs.

Zuerst personeller Engpass, jetzt ist der Untergrund zu matschig.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Der Leser ist, gelinde gesagt, verwundert. „Da passiert doch gar nichts mehr“, kritisiert er und meint damit die Umgestaltung des Innenstadtpark West, auch als Alter Friedhof bekannt. Dabei hatten Vorarbeiten bereits vor ziemlich genau einem Jahr stattgefunden; Mitarbeiter des Baubetriebshofs hatten Parkmöbel wie Sitzbänke und Mülleimer sowie Beton- und Wegplatten entfernt. Dann rollten die Bagger an. Und was geschieht seitdem? Nicht mehr viel, findet der Leser.

Ein subjektiver Eindruck, dem jetzt Renate Bergfelder-Weiss, Sprecherin der Stadtverwaltung, zustimmt und ihn mit Fakten unterlegt. „Seit einigen Wochen stagnieren die Bauarbeiten am Innenstadtpark West“, bestätigt Bergfelder-Weiss. „Zuerst konnten die Arbeiten aufgrund von diversen Krankheitsausfällen, verbunden mit der geringen Personalkapazität der beauftragten Firma Rosenkranz aus Velbert, nicht fortgesetzt werden. Jetzt ist die Firma personalmäßig zwar einsatzbereit, doch ist der Untergrund im Park zu matschig, um die neuen Wege herstellen zu können.“ Die Firma Rosenkranz habe daher ihre Arbeiten derzeit unterbrochen: „Sie werden baldmöglichst fortgesetzt“, verspricht Bergfelder-Weiss. „Die Wege sollen planmäßig Ende März fertiggestellt sein. Zu diesem Zeitpunkt werden dann auch die geplanten Pflanzungen angelegt.“

Für eine erste Ausschreibung gab es kein Angebot

Es ist nicht die erste Verzögerung, die das Bauprojekt erlebt. Ursprünglich hatte die Stadtverwaltung am „Alten Friedhof“ mit einem Baubeginn sogar im Frühjahr 2020 gerechnet. Denn 2019 hatte man den innerstädtischen Umgestaltungsfahrplan geändert, hatte Markt und Kirchenkurve in die Warteschleife geschickt und die Umgestaltung der westlichen Stadtachse vorgezogen.

Die Bagger sind schon angerollt. Bald sollen auf der Fläche unter anderem hier Bänke zum Verweilen einladen.

Alle zusammen sind Teil des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzepts (IEHK) 2025. Darin heißt es über den Innenstadtpark: „Die Parkanlage ist in ihrer heutigen Gestalt wenig ansprechend und kein Naherholungsort, der Interesse für einen Aufenthalt weckt – für kein Alter“.

Eine erste Ausschreibung für die Arbeiten im Innenstadtpark verlief damals indes im Sande. „Wir bekamen kein Angebot“, erinnerte sich Renate Bergfelder-Weiss im Januar 2021. Es folgte eine erneute und im zweiten Anlauf erfolgreiche Ausschreibung. „Den Zuschlag bekam die Remscheider Firma Dohrmann“, berichtete Bergfelder-Weiss vor einem Jahr. Dohrmann wiederum habe ein Subunternehmen hinzugezogen.

Aus der verkehrsumtosten Fläche an der Friedrich-Goetze-Straße soll ein Park mit Aufenthaltsqualität werden. Dieser soll zukünftig drei unterschiedliche Nutzungsbereiche aufweisen. Südlich vom Gartenweg wird unter anderem die Wegeführung verändert. Dort soll ein Generationengarten mit einem Duft- und Sinnesgarten an beiden Seiten des Wegs entstehen. Dieser soll gleichzeitig dem Verschwinden der Insekten entgegenwirken. Der schon bestehende Boule-Platz wird versetzt und in den Generationengarten integriert. Das Baudenkmal des prägnanten „Ein-Mann-Bunkers“ erhält einen neuen Standort am südwestlichen Zugang zum Park.

Die zentrale, von Wegen eingerahmte Grünfläche als zweiter Nutzungsbereich kann bei gutem Wetter als Aufenthaltsbereich genutzt werden und grenzt sich damit vom eher ruhigen Bereich, dem Generationengarten mit dem Duft- und Sinnesgarten und der Boule-Anlage, ab. Südlich der Grünfläche führen die beiden Wege, die einen Rundlauf um die Grünfläche ermöglichen, zusammen.

Der östliche Weg erhält eine Aufweitung, die mit Bänken ausgestattet zum Betrachten des Treibens auf der Wiese einlädt. Etwas weiter südlich zweigt der Weg in Richtung Südwesten ab, um einen direkten Zugang aus der Bürgermeister-Schmidt-Straße zum Park und über den Gartenweg eine Verbindung zur Hauptstraße zu schaffen.

Dort beginnt der dritte Nutzungsbereich, der besonders durch die modellierten Rasenflächen mit integrierten Sitzstufen im Osten zum Liegen, Sitzen und Entspannen einladen soll. Die vier modellierten Rasenhügel werden maximal 1,40 Meter hoch und schaffen gleichzeitig eine räumliche Abgrenzung zur Bebauung im Osten. Die ursprünglich geplante Wegeführung musste bereits Anfang 2021 geringfügig modifiziert werden: Sie hätte das Wurzelwerk der unter Schutz stehenden Rotbuche beeinträchtigt.

Hintergrund

Der Innenstadtpark West gehört in eine komplette Umgestaltungsachse aus dem Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept, die nun allmählich Formen annimmt. Neben dem Innenstadtpark wird auch der parallel zur Trasse verlaufende Gartenweg umgestaltet, außerdem wird der Panorama-Radweg mittels einer Trasse an die Innenstadt angebunden. Die Bauarbeiten auf der Trasse sind angelaufen.

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