Indianerhilfe kann sich auf ihre Spender verlassen

Die Albert-Schweitzer-Schule in Kassel hat eifrig für die Indianerhilfe gesammelt: Stolz präsentieren die Schüler der Klasse 5b die Früchte ihres Engagements. Foto: Indianerhilfe
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Die Albert-Schweitzer-Schule in Kassel hat eifrig für die Indianerhilfe gesammelt: Stolz präsentieren die Schüler der Klasse 5b die Früchte ihres Engagements. Foto: Indianerhilfe

Vorsitzender Dr. Bernhard Rappert lobt das Engagement in Corona-Zeiten

Von Nadja Lehmann

Sechs Tage dauert die Anreise aus Deutschland zur Klinik im peruanischen Regenwald. Immer wieder hat der Burscheider Arzt Bernhard Rappert diese Touren ins Amazonasgebiet auf sich genommen: Er ist Vorsitzender des Freundeskreises Indianerhilfe (FKI).

Bereits im September auf der Hauptversammlung hatte er davon berichtet, dass die Corona-Pandemie auch den Alltag am Rio Chambira erreicht habe. Und Gefahren mit sich bringe: „Die Beschäftigten unserer Häuser sind gezwungen, sich ihre monatliche Gehaltssumme persönlich in der Bezirkshauptstadt Iquitos abzuholen. Die dortige Bevölkerung ist zu 70 Prozent corona-positiv. So kamen einige der Klinik-Angestellten nach einer Hin- und Rückreise von vier Tagen in die Stadt ebenfalls infiziert zurück, darunter auch Ärzte.“ So sei, obwohl die Klinik weitab von jeglicher Massenbevölkerung mitten im üppigen Regenwald Perus liege, jeder Tag für die Ärzte, Pfleger und sonstiges Personal eine Herausforderung, machte der Vorsitzende deutlich.

Er vergaß aber auch nicht, Positives zu erwähnen: Von höchster staatlicher Stelle sei endlich – nach monatelanger Sperre – das dringend benötigte CPAP-Gerät (ein Respirator, der O2 aus der normalen Luft zu konzentrieren vermag) vom Zoll im Lima freigegeben worden.

Befürchtungen lösten sich in Luft auf

Und auch jetzt hat Bernhard Rappert aktuell frohe Kunde. „Zunächst war meine Befürchtung sehr groß, dass in Zeiten von Corona vielleicht auch die Spenden zu sehr zurückgehen würden“, bekennt er. Dem sei zum Glück nicht so. „Und hier ist ein Lob für unsere Mitbürger fällig. Gerade in Zeiten von Corona werden andere Menschen nicht vergessen“, hebt Rappert hervor. Und die Hilfe kommt nicht nur aus Burscheid. Ein besonderes Beispiel ist die Albert-Schweitzer-Schule in Kassel. „Die Lehrer und Schüler haben seit 30 Jahren die Einnahmen des Schulfestes unserem Projekt gespendet“, sagt Rappert. Das seien 2019 stolze 20 000 Euro gewesen. „Dieses Jahr musste das Fest natürlich ausfallen“, sagt Rappert. Also seien im Sportunterricht Sponsorenläufe veranstaltet, T-Shirts verkauft und zu Spenden aufgerufen worden. Das Resultat: 2020 sammelten die Schüler mehr als 42 000 Euro.

Und in Peru? „Unsere Ärzte in der Klinik sollten im Februar abgelöst werden, aber die Reisebedingungen lassen einen ordentlichen Wechsel wohl nicht zu. Wir müssen improvisieren, haben jetzt einen peruanischen Arzt im Praktikum vor Ort, unterstützt von einer Anthropologin und einer Hebamme“, sagt Rappert. Die deutsche Kollegin werde wohl erst im März oder April einreisen können.

Und was Covid-19 angeht: „In den Städten an der Küste gibt es noch keine richtige Entwarnung, wohl aber im Amazonasgebiet und in der nah zur Klinik gelegenen Stadt Iquitos“, sagt Rappert. Da sei Corona „durch“, mit vielen Opfern in der ersten Welle. „Über 80 Prozent waren erkrankt, es ist die erste Stadt mit der sogenannten Herdenimmunität. So grausam es war, es bedeutet auch Hoffnung für uns in Deutschland“, ist Rappert überzeugt. „Im Februar/ März wird sich auch unser Leben wieder normalisieren. Bis dahin heißt es durchhalten.“

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