In der Kirchenkurve gehört der Jugend die Bühne

Die Queen mades legten sich bei ihren Auftritten mächtig ins Zeug. Foto: Doro Siewert
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Die Queen mades legten sich bei ihren Auftritten mächtig ins Zeug.

Am Samstag endete der Burscheider Kultursommer mit vielen jungen Darbietungen

Von Ursula Hellmann

Am Samstag, einem sonnigen Herbsttag, endete in Burscheid der Kultur-Sommer. Und zwar gleich mit vier großen Programmpunkten. Aber alles stand unter einem Motto: Bühne frei für die Jugend. Das Wetter spielte an diesem letzten Kultursommer-Tag voll mit, so dass fast alle der insgesamt 200 Plätze in der Kirchenkurve rasch gefüllt waren.

Dirk Gläßner (Maverick) gab als Erstes den sieben Queen mades die Bühne frei. Zum südamerikanischen Rhythmus zeigten die jungen Damen, was sie in ihren Übungsstunden gelernt hatten. Dirk Gläßner führte mit den Trainingsleiterinnen Giovanna Lombardo und Yasmin Karl ein lockeres Interview. Ebenso spontan richtete er die Fragen an die Jugendlichen im Publikum: „Wer könnte sich vorstellen, selbst in den Tanz- und Schauspielgruppen mitzumachen?“

Eine weitere dynamische Formation kam mit Nina Engelbert und Annika Frankenberg auf die Burscheider Bühne: die Theatertruppe All Inclusive aus Bergisch-Gladbach. Körperlich eingeschränkt oder nicht – das spielt bei den Mitgliedern des 2013 gegründeten Ablegers des Jugendzentrums Café Leichtsinn zusammen mit Theas Theaterschule absolut keine Rolle. Als Vorlage und Auftakt diente den 15 Darstellern die satirische Performance von Jan Fabres „Olympus“. Leitete zu einer Szenenfolge á la „Kleiner Prinz“ über, mit Begleitmusik. Völlig ohne Worte kam der gefühlvolle Gebärdentanz aus.

Schlagzeuger treten mit Eimern und Kochlöffeln auf

Den Schülerinnen in den ersten Besucherreihen gefiel besonders die Darstellung durch Tom Auweiler (39). Er gehört zur festen Theater-Crew vom Beginn an und ist seit 2018 mit seiner Schauspielkollegin Irena verheiratet. Die Aufführung des All Inclusiv wurde auch von Irenas Mutter und Vater Auweiler als sehr gelungen gelobt.

Mit einigem Herzklopfen traten danach noch einmal die Queen mades an. Um den bekannten Hip-Hop-Tanz einzuüben, war den Mädchen lediglich zwei Probestunden am vorausgehenden Freitag geblieben. Entsprechend verdient fiel der Beifall langanhaltend aus.

Die nächste außergewöhnliche Musikfarbe brachten die Schlagtabletten vor ihr Publikum. Wer vermutet schon angesichts von auf den Kopf gestellten Baumarkt-Eimern verschiedener Größen und vier hölzernen Stäben in Besenlänge nebst zurecht gesägten Kochlöffeln ein Percussion-Orchester mit vollendet abgestimmter Rhythmik?

Genau dieses Ergebnis erzielte aber Jens Mayland mit seinen Trommelschülern. Der Musikschul-Dozent hatte angehende Schlagzeuger aus der Burscheider und Wermelskirchener Musikschule für diese Klangfabrik begeistern können. Bei den Besuchern schlugen die Töne so positiv an, dass sie eine Version plus Background sehr genossen.

Um der Jugend einen Platz zu schaffen, ihre künstlerischen Ambitionen öffentlich zu erproben, gehört auch das ernste darstellende Fach. So war aus Siegburg ein Ensemble aus Schülern der Schauspielschule angereist. Zwei weibliche und drei männliche Schauspiel-Eleven konnten die Mühen einer monatelangen Einstudier-Zeit vor vielen Augen und Ohren öffentlich präsentieren. Für ihren Auftritt wählten sie unter Leitung von Regisseurin Sarah Kortmann das Dramen-Fragment „Woyzeck“ von Georg Büchner. Die sperrige, gesellschaftlich und soziale Geschichte ist im 19. Jahrhundert angesiedelt. Der Autor hinterließ nur einzelne Szenen-Manuskripte, die den Handlungsablauf nur undeutlich erkennen lassen. Auf diesem Hintergrund überließen die Schauspieler einigen Zuschauern die Auswahl der Szenen-Reihenfolge. Die jüngsten Besucher des Abends kamen auch hier auf ihre Kosten in der Kirchenkurve.

Kultur für Jugendliche

Am 1. November können sich Interessenten für die Teilnahme an den Tanzgruppen unter G. Lombardo im Megafon melden, ebenso für die Teilnahme an der Theatergruppe. Altersstufen und nähere Einzelheiten per Mail.

info@giovanna-lombardo.de

Mark Munz, Megafon, sprach über das Filmprojekt „Plopptopia“. Nach dem verschobenen Start sind jetzt mehrere digitale und Audio-Schienen in Arbeit. Kontakt: Tel. (0 21 74) 89 14 57.

marc.munz@kja-lro.de

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