In den Wahllokalen geht es eher ruhig zu

Familie Hammans ist gekommen, um zu wählen: Im Wahllokal des Evangelischen Altenzentrums Auf der Schützeneich helfen (von links) Kerstin Jäger und Sonja Sender gern. Foto: Doro Siewert
+
Familie Hammans ist gekommen, um zu wählen: Im Wahllokal des Evangelischen Altenzentrums Auf der Schützeneich helfen (von links) Kerstin Jäger und Sonja Sender gern.

Die Burscheiderinnen und Burscheider, die ihre Stimme abgeben, tun das bewusst

Von Holger Hoeck

Rund 19 000 Medien befinden sich in der am Markt zentral gelegenen Stadtbücherei hinter denkmalgeschützten Mauern. Der ehrenamtliche Wahlhelfer Uwe Grittner, zugleich Bücherei-Angestellter, und seine beiden Unterstützerinnen hätten in den ersten Stunden des Tags der notwendig gewordenen Bürgermeisterwahl durchaus Zeit gehabt, einige hiervon ausführlicher zu studieren. „Wir sind seit 7.30 Uhr hier. Bis eben hatten jedoch erst 23 Wähler persönlich ihre Stimme abgegeben“, sagt Grittner, der sich im Vorfeld bereitwillig als einer von 84 Wahlhelfern bei Wahlleiter Holger Wilke gemeldet hatte.  Auf dem Wahlzettel stand lediglich der Name von Dirk Runge, dem bisherigen Stellvertreter des ehemaligen und im Oktober plötzlich verstorbenen Bürgermeisters Stefan Caplan. Im Vorfeld hatten sich alle Parteien auf die gemeinsame Unterstützung des parteilosen Runge, seit 30 Jahren bei der Stadt Burscheid angestellt, verständigt. Der gebürtige Solinger strebt an, den erfolgreichen Weg seines Vorgängers fortzuführen. Eine solide und ordentliche Finanzpolitik sowie die weitere Umsetzung des Integrierten Handlungskonzepts sind hierbei wesentliche Themen seines zukünftigen Wirkens.

Vor dem Altenzentrum Luchtenberg-Richartz-Haus, eines von 13 Wahllokalen, kamen derweil Wahlberechtigte miteinander ins Gespräch. „Als Bürger bin ich doch verpflichtet, wählen zu gehen, zumal ich möchte, dass es mit Burscheid weiter vorangeht“, erläutert Michael Kranz seine Wahlmotivation und lobte ausdrücklich Caplans Arbeit. „Er hat viel aus Burscheid gemacht und lebte diese Stadt jeden Tag rund um die Uhr.“

Auch für das 58-jährige Ratsmitglied Frank Schmidt (Grüne) war es eine Selbstverständlichkeit, trotz der sehr überschaubaren Kandidatenliste sein Wahllokal zu besuchen. „Wählen ist für mich ein Akt des Auslebens unserer Demokratie. Und natürlich bin auch ich an der Zukunft unserer Stadt interessiert“, begründete er die Abgabe seiner Wahlstimme.

Auch Schmidt würdigte Caplans Arbeit. „Er hat viel bewegt und angestoßen. Ich hätte es ihm gegönnt, dass er als parteiübergreifend anerkannte Person noch einige positive Veränderungen selbst erlebt hätte.“

Horst Rinne würde es begrüßen, lebte Runge in der Stadt

Am Ende ihres längeren Spaziergangs steuerten die 83-jährigen Horst und Else Rinne die Montanusschule im Stimmbezirk 10 an, um bis zur Mittagszeit zu den 4,8 Prozent aktiven Wählern zu gehören. „Wir haben uns eben noch mit einem Eis gestärkt, bevor wir nun unser Kreuz auf dem Wahlzettel setzen“, erklärt Horst Rinne. Er sieht die mögliche Wahl des einzigen Bürgermeisterkandidaten durchaus kritisch. „Es stört mich schon etwas, dass er nicht in Burscheid, sondern in Köln wohnt. Ich fände es besser, wenn der Bürgermeister auch in »seiner« Stadt lebt.“

Gleichwohl geht er davon aus, dass Dirk Runge frischen Wind in die Amtsgeschäfte bringen werde. „Er hat natürlich seine eigene Art und wird seinen Weg finden. Caplans unerwartetes Ableben hat uns getroffen, da wir ein sehr persönliches Verhältnis hatten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Musikschule feiert endlich wieder Backfest
Musikschule feiert endlich wieder Backfest
Musikschule feiert endlich wieder Backfest
Baum zwingt Fußgänger zur Umkehr
Baum zwingt Fußgänger zur Umkehr
Baum zwingt Fußgänger zur Umkehr

Kommentare