Statistik

Immer mehr Burscheider arbeiten auswärts

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Zahl der Pendler ist in den vergangenen Jahren gestiegen – IT NRW legt Zahlen für 2019 vor.

Von Moritz Jonas und Philipp Müller

Burscheid. Der Berufsverkehr innerhalb und rund um Burscheid hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Das belegen Zahlen von Information und Technik (IT NRW) als amtliche Statistikbehörde des Landes. Sie hat die Ein-und Auspendlerquoten innerhalb Nordrhein-Westfalens für 2019 veröffentlicht. Erfasst werden in der Statistik dabei Verkehrsströme mit dem Auto und dem Öffentlichen Personennahverkehr. Zu den Pendlergruppen gehören sowohl sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, geringfügig Beschäftigte, Beamte, aber auch Selbstständige.

8 769 Menschen haben ihr Geld im vergangenen Jahr in Burscheid verdient. Das waren 249 Personen weniger als noch im Jahr zuvor. 5 699 Personen sind täglich über Kreis und Gemeindegrenzen nach Burscheid gependelt, um ihrer Arbeit nach zu gehen, die meisten Einpendler (1 643) kamen dabei aus Leverkusen. Die restlichen 3 070 Erwerbstätigen pendelten innerhalb von Burscheid. Das ergibt eine Einpendelquote von 65 Prozent. Damit hat Burscheid die höchste Einpendlerquote im Rheinisch-Bergischen-Kreis. Im NRW-Vergleich belegt Burscheid damit den 62. Rang.

Mehr Menschen verlassen die Stadt als einpendeln

Auf der anderen Seite fanden täglich 7 324 Einwohner den Weg aus Burscheid raus, um zur Arbeit zu gelangen. Damit zeichnet sich ein klarer Trend ab: Seit 2013 ist die Zahl der Auspendler stetig gestiegen. Die meisten Burscheider führte der alltägliche Weg zur Arbeit in die Nachbarstadt Leverkusen und nach Köln. Die Auspendlerquote liegt somit bei 70,5 Prozent, im Landesvergleich belegt Burscheid mit diesen Zahlen Platz 143.

Das sind alles Zahlen aus 2019. Doch seit Mitte März hat sich durch den Ausbruch der Corona-Pandemie viel geändert. Einen Trend, welche Auswirkungen Lockdown und Homeoffice auf die Pendlerzahlen haben, den könne IT NRW noch nicht vorlegen, erklärt Pressesprecherin Claudia Key. Die Zahlen setzten sich aus mehreren Quellen zusammen, die einmal im Jahr in die Statistik einfließen würden. Auch gebe es für das Landesamt noch keine rechtliche Grundlage, die Zahl der im Homeoffice Arbeitenden überhaupt zu erfassen.

Wie viele Arbeitnehmer im Homeoffice arbeiten, ist schwer abzuschätzen. So liegen darüber keine Zahlen beispielsweise der Bergischen IHK vor, aus deren Geschäftsbezirk Remscheid, Solingen und Wuppertal täglich 582 Personen nach Burscheid pendeln. „Dass es deutlich mehr sind als vor der Corona-Krise, steht allerdings außer Frage,“ berichtet IHK-Sprecher Thomas Wängler.

„Pendlerzahlen sind wichtig, um wirtschaftliche Verflechtungen zu erkennen.“
Thomas Wängler, IHK-Sprecher

Zahlen des Statistischen Bundesamts geben allerdings einen ersten Eindruck, wie sich die Pandemie bei steigender Inzidenz (7-Tage-Wert der Corona-Neuinfektionen) auf den Berufsverkehr insgesamt auswirkt. Dazu wurden anonymisierte Mobilfunkdaten ausgewertet.

Das Aufkommen des Pendlerverkehrs hat im Vergleich zum Vorjahr, um die gleiche Zeit im gesamten Rheinisch-Bergischen-Kreis um 14,8 Prozent abgenommen. Somit hat der Kreis einen 4,8 Prozent höheren Rückgang, was das Verkehrsaufkommen angeht, als die restlichen Hotspots in Deutschland.

Doch wozu braucht man diese Zahlen? „Generell sind die Pendlerzahlen wichtig, um wirtschaftliche Verflechtungen zu erkennen“, erklärt Thomas Wängler. Und er merkt an, dass die Zahl der täglichen Pendler automatisch sinke, wenn künftig dauerhaft mehr Menschen im Homeoffice arbeiteten. Dies entlaste dann die Verkehrsinfrastruktur.

Hintergrund

Statistik: Die Pendlerrechnung NRW liefert jedes Jahr Angaben über die Pendelbewegungen der Erwerbstätigen. Im Pendleratlas vom Statistischen Landesamt werden Daten auf Gemeindeebene veröffentlicht.

Definition: Pendeln ist in der Statistik definiert als die tägliche Bewältigung der Wegstrecke zwischen Arbeitsstelle und Wohnung, wenn die Arbeitsstelle außerhalb des eigenen Wohnortes liegt. Zu den Berufspendlern zählen alle Personen, die in einem Arbeits- oder Dienstverhältnis stehen, selbstständig ein Gewerbe betreiben, einen freien Beruf ausüben oder als unbezahlt mithelfendes Familienmitglied tätig sind.

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