Wirtschaft

Im Juli hatten mehr Menschen keine Arbeit

Immer zum Monatsende legt die Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach ihre Zahlen für den zu Ende gehenden Monat vor. Im Juli ist die Arbeitslosigkeit gestiegen.
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Immer zum Monatsende legt die Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach ihre Zahlen für den zu Ende gehenden Monat vor. Im Juli ist die Arbeitslosigkeit gestiegen.
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Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach legt die Zahlen für den Kreis vor.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. In Burscheid waren im Juli 691 Menschen ohne Job. Zum Vergleich: Im Juni hatte die Zahl bei 642 gelegen; zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr bei 711. Auch in Wermelskirchen sind die Zahlen im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen und liegen im Juli jetzt bei 2339 Personen, die keine Arbeit haben. Im Vormonat waren es nur 2123 Menschen gewesen, im Juli 2021 aber sogar 2507.

Damit liegen die beiden Städte im Trend. „Die Arbeitslosenzahlen sind im Juli weiter angestiegen“, bestätigt Pascal Salmen, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach. Wie immer zum Monatsende legt die Agentur für Arbeit ihre Zahlen für die beiden Kreise Rhein-Berg und Oberberg sowie die Stadt Leverkusen vor.

Auch der Rheinisch-Bergische Kreis liegt mit seiner Entwicklung im Trend. Mit 1880 Arbeitslosmeldungen und 1203 Abmeldungen stieg im Rheinisch-Bergischen Kreis die Arbeitslosigkeit auf 8599 (+ 664 Arbeitslose, + 8,4 Prozent). Das sind 882 Arbeitslose (9,3 Prozent) weniger als im Vorjahr. 524 Personen mussten sich nach dem Verlust der Erwerbstätigkeit arbeitslos melden; das sind 79 (17,8 Prozent) mehr als im Vormonat, aber 92 (14,9 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Gleichzeitig haben 372 Arbeitslose wieder eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden – das sind 52 Personen oder 12,3 Prozent weniger als im Vormonat und 190 (33,8 Prozent) weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 5,7 Prozent, nach 5,2 Prozent im Vormonat. Im Vorjahr lag sie bei 6,2 Prozent.

Die Arbeitslosenzahlen sind im Juli weiter angestiegen.

Pascal Salmen, Agentur für Arbeit

Der Stellenbestand bleibt zwar hoch, die Zahl der freien Stellen geht jedoch zurück. Die rheinisch-bergischen Arbeitgeber meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter im Juli 305 Stellen. Dies sind 83 (21,4 Prozent) weniger als im Vormonat und 152 (33,3 Prozent) weniger als im Vorjahr. Damit sind aktuell 1768 freie Arbeitsstellen (- 23 bzw. - 1,3 Prozent zum Vormonat) gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 215 Stellen (13,8 Prozent) mehr.

Dass im Sommer die Arbeitslosenzahlen steigen, ist nichts Ungewöhnliches. „Dies ist ein saisontypischer Effekt, da im Sommer viele Ausbildungsverhältnisse und befristete Arbeitsverhältnisse enden“, erklärt Pascal Salmen. Dadurch steige im Juli regelmäßig besonders die Jugendarbeitslosigkeit stärker an. Diese Jugendlichen seien in der Regel aber schnell wieder versorgt.

„Die Auswirkungen des Wechsels der Kriegsvertriebenen aus der Ukraine in die Jobcenter werden im Juli noch deutlicher, da viele weitere Anspruchsberechtigte registriert und deren Leistungsanträge bewilligt worden sind“, sagt Salmen. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt in allen Bereichen hoch, auch wenn der Zugang an neuen Stellen leicht gesunken ist – das ist häufig in den Sommerferien der Fall.“ Die Suche nach Fachkräften sei eine drängende Aufgabe für viele Unternehmen. Die Agentur für Arbeit berate und unterstütze dabei, Beschäftigten im Unternehmen benötigte Teilqualifikationen zu vermitteln – aber natürlich auch, Berufsabschlüsse beispielsweise im Rahmen einer betrieblichen Einzelumschulung zu ermöglichen. „Dies ist ebenso eine gute Möglichkeit, wenn eine externe Bewerberin oder Bewerber noch nicht vollumfänglich den Anforderungen entspricht und Anpassungsqualifizierungen erforderlich sind. Sprechen Sie uns gerne an“, ermutigt Salmen die Unternehmen.

Im Juli 2022 meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach 4794 Personen arbeitslos - das sind 597 oder 14,2 Prozent mehr als im Vormonat. 1466 davon meldeten sich nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes auf dem ersten Arbeitsmarkt. Dies ist bei den Zugängen aus Erwerbstätigkeit ein Plus von 184 Personen oder 14,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, aber ein Minus von 171 Personen oder 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Abgemeldet aus der Arbeitslosigkeit haben sich im Juli 3621 Personen. Dies sind 27 oder 0,8 Prozent mehr als im Vormonat. 1052 davon konnten in eine Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt einmünden; das sind 63 Person oder 5,7 Prozent weniger als im Vormonat und 452 oder 30,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenzahl insgesamt betrug 23116 Personen. Dies sind 1157 oder 5,3 Prozent mehr als im Vormonat, aber 1860 oder 7,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote beträgt nun 5,9 Prozent nach 5,6 Prozent im Vormonat. Im Vorjahr lag sie bei 6,4 Prozent.

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