Hot Jazz Quartett

Humor ist den Musikern auf der Bühne wichtig

Das International Hot Jazz Quartett in Burscheid (v .l.): Paolo Alderighi (Piano), Duke Heitger (Trompete), Engelbert Wrobel (Klarinette und Saxofon) sowie Bernard Flegar (Schlagzeug).
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Das International Hot Jazz Quartett in Burscheid (v .l.): Paolo Alderighi (Piano), Duke Heitger (Trompete), Engelbert Wrobel (Klarinette und Saxofon) sowie Bernard Flegar (Schlagzeug).

Der Burscheider Engelbert Wrobel gab mit dem International Hot Jazz Quartett ein überzeugendes Konzert.

Von Peter Klohs

Remscheid. Auf jeder seiner Tourneen ist der Klarinettist und Saxofonist Engelbert Wrobel bemüht, ein Konzert dort zu spielen, wo er lebt: in Burscheid nämlich. Zurzeit ist er mit dem International Hot Jazz Quartett unterwegs und gab am Dienstagabend ein gut zweistündiges Konzert. Nein, nicht im Haus der Kunst, das derzeit für kulturelle Aktivitäten nicht zur Verfügung steht, sondern in der Aula der Johannes-Löh-Gesamtschule, die sich für diese Art von Konzerten als überaus geeignet erwies. Gut 200 Musikliebhaber wollten Wrobel und seine Mitstreiter hören und sehen.

Zum Quartett gehört der aus Ohio stammende, zumeist aber in New Orleans tätige Trompeter Duke Heitger, der außerdem über eine angenehme Singstimme verfügt, die einen Hauch von Louis Armstrong transportiert, zu hören in „I know why“ (bekanntgeworden durch Glenn Miller) und „Swing that music“, geschrieben von Armstrong. Heitgers Soli sind immer reich an kleinen Geschichten. Am Piano ergänzte der in Mailand geborene Wirbelwind Paolo Alderighi das Quartett. Alderighi „ersetzt“ den Bass im ansonsten basslosen Quartett durch eine extrem starke linke Hand, einem sprühenden Mix aus flirrenden Honky-Tonk-Piano und erzählerischer Finesse, die – man kann es nicht anders sagen – stets für gute Laune sorgt. Der Pianist glänzte besonders in seinem Solo „Old man river“.

Schlagzeuger Bernard Flegar, 1977 geboren und somit Jüngster in der illustren Runde, sorgte durch sensibles Spiel mit Besen und, so erwünscht, auch mit treibendem High-Hat-Spiel für den Rhythmus der Band. Und dann noch Engelbert Wrobel, der außer großer musikalischer Strahlkraft auf Klarinette (Benny Goodman lässt höflich grüßen) und Tenor-Sax auch über die Gabe verfügt, humorvolle und witzige Ansagen zum Besten zu geben. Wie beim Goodman-Titel „Three little words“, den Wrobel so ankündigte: „Ich komme aus der Eifel, da heißen die drei kleinen Worte nicht ‚Ich liebe dich‘ sondern ‚Bitte ein Bit‘.“

Musikalisch ist „Four Brothers“ des ehemaligen Woody-Herman-Saxofonisten und Arrangeurs Jimmy Giuffre sicher ein komplexes Stück Jazz, das 1947 entstand und den Swing (Rhythmus) mit dem bereits existierenden Bebop (Thema) ein wenig versöhnt. Das International Hot Jazz Quartett spielte das Stück so, wie man es spielen soll, da gab es nichts zu kritisieren.

Saxofonist Engelbert Wrobel liebt das Englische

Die Herren feuerten sich bei ihren Soli gegenseitig an und hatten sicht- und hörbar viel Spaß. Gleiches gilt für „Having a ball“, einem exquisiten Midtempo-Swinger sowie dem Uptempo-Reißer „Strike up the band“, komponiert vom großen George Gershwin. Humor ist dem Quartett auch auf der Bühne wichtig. Und so erklang der „Sidewalk Blues“ des selbsternannten Jazz-Erfinders Jelly Roll Morton als quirlige, facettenreiche und virtuose Hommage an die seligen Zeiten des Ragtime. „Wie schön doch das Englische ist“, meinte Wrobel. „Auf Deutsch würde der Titel ‚Bürgersteig-Blau‘ heißen. Das klingt doch wirklich nicht.“

Es wird auf der aktuellen Tournee noch ein Konzert des International Hot Jazz Quartetts im Bergischen Land geben – am 16. März im Restaurant Romanowski an der Remscheider Mebusmühle. Das Konzert ist jedoch bereits ausverkauft.

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