Umzug

Hospizverein zieht in neue Räume

Koordinatorin Beate Heß (l.) und Vorstandsvorsitzende Karola John-Enzenauer in den neuen Räumen an der Hauptstraße. Foto: Katharina Birkenbeul
+
Koordinatorin Beate Heß (l.) und Vorstandsvorsitzende Karola John-Enzenauer in den neuen Räumen an der Hauptstraße.

Ehrenamtliche Mitarbeiter schenken Zeit und ein offenes Ohr.

Von Katharina Birkenbeul

Es riecht noch nach neuen Möbeln und frisch gestrichener Farbe. Denn der Verein Ökumenisches Hospiz Hausbetreuungsdienst Burscheid (ÖHHB) ist von der Höhestraße in neue Räume in der Hauptstraße gezogen. „Wir stellen damit eine neue Anlaufstelle für Bürger dar, die sich informieren möchten über die Betreuung Schwerstkranker – in erster Linie zuhause“, sagt Vorstandsvorsitzende Karola John-Enzenauer.

Noch fehlen einige Einrichtungsgegenstände, im Besonderen eine Glastür, die den Beratungsbereich vom Begegnungsraum abtrennt. In Letzterem können sich sowohl Mitarbeiter untereinander austauschen als auch weitere Projekte stattfinden.

„Wir schenken Zeit, ein offenes Ohr und Empathie.“
Beate Heß, Koordinatorin des Vereins

Zweimal habe bereits in den alten Räumen ein sogenannter Letzte-Hilfe-Kurs stattgefunden, der Angehörigen Wissen über den Prozess des Sterbens vermittelt, aber auch Unterstützung beim Sterben bietet. „Was mache ich, wenn der Erkrankte plötzlich Atemnot erleidet oder Übelkeit empfindet?“ Das sei nur eine der Fragen, die die Betroffenen stellen würden, erklärt John-Enzenauer.

Neben dem Letzte-Hilfe-Kurs seien – sobald sich die Situation um das Coronavirus beruhigt – auch gemeinsame Kochaktionen, ein Trauercafé oder Vortragsreihen möglich. Das schwarze Klavier könnte zur musikalischen Untermalung genutzt werden. Beratungen an sich laufen aber weiter. „Der Zulauf ist bereits jetzt schon besser als zuvor. Die Leute laufen dran vorbei und sind dann neugierig, was sich hinter dem Slogan ,Zeit schenken‘ verbirgt“, freut sich die Vorstandsvorsitzende. Auch deshalb weil das Thema Sterben ein Wichtiges ist.

„Wir empfinden, dass viele mit dem Thema verhalten umgehen. Es ist ein Tabu, darüber zu reden. Jeder weiß, dass er und seine Mitmenschen irgendwann sterben müssen, aber bei einer Konfrontation mit dem Thema sind viele dann hilflos“, so John-Enzenauer und Koordinatorin Beate Heß fügt hinzu: „Zu uns können daher alle, zu jeder Zeit, vorbeikommen.“ Die psychosomatische Begleitung zu diesem Thema ist die Hauptaufgabe des Vereins. Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit seien die 33 ehrenamtlichen Mitarbeiter des Ökumenischen Hospiz Hausbetreuungsdienstes, die jedes Alters sind: „Der Dienst am Menschen kennt keine Grenzen, jeder kann helfen“, sagt Heß. Die meisten würden auch nach dem Befähigungskurs lange dabeibleiben. „Sowohl für die Ehrenamtler als auch für mich ist es eine Herzensangelegenheit“, betont die Koordinatorin, die seit drei Jahren bei dem Verein arbeitet.

Die Begleitung der Sterbenden und Schwerkranken und deren Angehörigen hat sich in Corona-Zeiten verändert. Alleine in der Beratung fehle bereits der Körperkontakt, schlimmer sei aber es bei Hausbesuchen, die von Körperkontakt und Mimik, die unter der Maske fast gänzlich verschwindet, leben. Heß: „Es ist eine ganz andere Begleitung geworden und eine große Herausforderung.“ Vertrauen zu einem fremden Menschen aufzubauen, ist dadurch erschwert. Eine Sache bleibt aber auch trotz der Corona-Krise: „Wir schenken Zeit, ein offenes Ohr und Empathie“, betont Heß und nennt damit die wichtigsten Eigenschaften des Vereins. Und das gelte nicht nur für Schwererkrankte, sondern auch für deren Angehörige.

Der gemeinnützige Verein ÖHHB finanziert sich durch Spenden und Mitglieder, die den geringen Jahresbeitrag von 15 Euro zahlen. Das ist vor allen Dingen nach dem Umzug eine Herausforderung, weil die Miete gestiegen ist und auch die Einrichtung kostet. Deshalb freuen sich die Vorstandsvorsitzende Karola John-Enzenauer und die Koordinatorin Beate Heß immer, wenn neue Menschen den Verein unterstützen.

Kontakt

Öffnungszeiten: Das Büro der Koordinatorinnen Beate Heß und Elvira Hausherr ist montags von 10 bis 12 Uhr, mittwochs von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 11 bis 13 Uhr geöffnet. Weitere kostenlose Beratungstermine können vereinbart werden.

Telefon: Außerhalb der Sprechzeiten können Nachrichten auf dem Anrufbeantworter unter Tel. (0 21 74) 50 23 hinterlassen werden.

Adresse: Nach dem Umzug befindet sich das Büro in der Hauptstraße 57.

www.oehhb.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Pferd bricht durch das Stalldach ein
Pferd bricht durch das Stalldach ein
Pferd bricht durch das Stalldach ein
Burscheiderin zieht ihre Bewerbung zurück
Burscheiderin zieht ihre Bewerbung zurück
Burscheiderin zieht ihre Bewerbung zurück
Kleine Auszeiten für pflegende Angehörige
Kleine Auszeiten für pflegende Angehörige
Kleine Auszeiten für pflegende Angehörige
Geschichtsverein stellt sich neu auf
Geschichtsverein stellt sich neu auf

Kommentare