Hospiz lässt von Demenz erzählen

Hospiz-Koordinatorin Beate Heß bittet zu einem besonderen Nachmittag. Archivfoto: Nadja Lehmann
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Hospiz-Koordinatorin Beate Heß bittet zu einem besonderen Nachmittag. Archivfoto: Nadja Lehmann

Theatergruppe tritt am Sonntag im Megafon auf

Von Nadja Lehmann

Sonja Lenneke ist Diplom-Heilpädagogin, hat in Köln studiert und in den 1990er Jahren in Frankfurt/Main eine Ausbildung zur therapeutischen Puppenspielerin angeschlossen. Jetzt kommt Lenneke mit dem Stück „Verinnerungen“ nach Burscheid und folgt damit einer Einladung des Ökumenischen Hospiz-Betreuungsdienst. Seit 2010 arbeitet sie mit Regisseur Stefan Mensing zusammen, 2013 hatte „Verinnerungen“ Premiere. Es geht um Demenz und um das allmähliche Abgleiten ins Vergessen. Zusammen sind Lenneke und Mensing das Theater „Hand und Raum“.

„Wir sind ein mobiles Theater für Kinder und Erwachsene und spielen sowohl auf öffentlichen Bühnen, als auch in kleinen Veranstaltungsräumen, in Kindergärten, Schulen, Büchereien, Jugendheimen, Pfarrsälen zu den unterschiedlichsten Anlässen wie Eröffnung, Verabschiedung, Jubiläum, Sommerfest, Adventsfeier“, sagt Lenneke. „Wir machen es uns zur Aufgabe, Inszenierungen so zu arbeiten, dass darin Figuren, ihre Beziehung und ihre Entwicklung lesbar werden.“

Erzählt wird eine besondere Mutter-Tochter-Geschichte

In „Verinnerungen“ erzählen Lenneke und Mensing eine Mutter-Tochter-Geschichte. Eine besondere. Sie erzählen in feinfühligen Bildern und Szenen. Die Kombination aus Schauspiel und Puppenspiel erweist sich als besonders geeignet zur Darstellung dieser Beziehung und deren Veränderung durch die Demenz.

So leitet die Tochter ihre Gedanken ein: „Schubladen und Fächer in einem Nähkästchen, voll mit Erinnerungen. Hier drin sollten sie sicher sein. Aber die Zettel und Fotos machen dir Angst. An manchen Tagen kannst du sie nicht mehr entziffern, erkennst die Menschen auf den Bildern kaum. Du versteckst Zettel mit Namen, mit Wochentagen und Adressen. Und dann findest du sie nicht mehr. Dein Versuch, das schleichende Vergessen zu bewältigen. Und ich? Als Kind hatte ich oft Angst, du könntest mich verlassen, aber doch nicht so. . .“

Sonja Lenneke und Stefan Mensing nehmen die belastende Situation sowohl der Menschen mit Demenz als auch der Angehörigen ernst. Das Stück berührt Tabus und schafft Raum für Auseinandersetzung. Ameli Dziemba hat Musik produziert, die sensibel begleitet.

Hintergrund

Theater: „Verinnerungen“ mit „Hand und Raum“ am Sonntag, 28. November, 16 bis 17 Uhr, im Megafon. Im Anschluss Publikumsgespräch. Eintritt frei, um Spenden für die Hospizarbeit wird gebeten. Anmeldung: Tel. (0 21 74) 50 23.

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