Hauptstraße 57

Hospiz holt seine Einweihungsfeier nach

Freude über die Einweihung mit einjähriger Verspätung (v. l.): Birgit Hoferichter, Matthias Pausch, Michael Knab, Karola John und Beate Heß. Foto: Doro Siewert
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Freude über die Einweihung mit einjähriger Verspätung (v. l.): Birgit Hoferichter, Matthias Pausch, Michael Knab, Karola John und Beate Heß.

In der Hauptstraße 57 wird schon seit einem Jahr gearbeitet, Corona hatte offizielle Eröffnung verhindert

Von Ursula Hellmann

Burscheid. Was lange währt, wird endlich gut. Am Samstagvormittag ab 11 Uhr stand die Tür in der Hauptstraße 57 weit offen. Endlich konnte die offizielle Einweihung der Räume des Ökumenischen Hospiz-Hausbetreuungsdienstes stattfinden. Bereits seit einem Jahr hatten Passanten die Gelegenheit, einen Blick durch die helle Glasfront auf das modern ausgestattete Büro des Vereins und den großzügig gestalteten Eingangsbereich zu werfen. So war die neue Anlaufstelle auch ohne die verschobene festliche Bestätigung bereits im Ortsbild fest verankert. Die Erleichterungen durch den Standortwechsel sind nach einem durchgestandenen Wartejahr sogar noch deutlicher zu sehen. Wenn das kein Anlass zu einer fröhlichen Feier im Kreise aller Beteiligten ist.

Rund 20 geladene Gäste unterbrachen ihre lebhaften Gespräche gerne für die Gruß- und Segenswünsche der anwesenden Kirchenvertreter. Pfarrer Michael Knab (Katholische Gemeinde) empfahl Gebäude und alle Aktivitäten darin der göttlichen Kraft. Pfarrer Matthias Pausch von der Evangelischen Kirchengemeinde Burscheid fand bewegende Worte über den Grund, der Herzen bewegt, verantwortungsvoll zu helfen. Karola John (seit 2017 1. Vorsitzende des Hospiz-Vereins) erwähnte in ihrer Begrüßungsrede noch einmal die Eckdaten des Umzugs und des Arbeitsbereichs. „20 Jahre war das Büro im katholischen Pfarrgemeindehaus unsere Anlaufstelle und Organisationszentrale. Nun haben wir das Glück, diesen repräsentativen Komplex nutzen zu können. Zu dem Kreis unserer Berater und Unterstützer gehören naturgemäß Mediziner verschiedener Fachrichtungen, aber auch Sponsoren aus dem Bank- und Unternehmensbereich. Dass unsere Begegnungsstätte mit Wohlfühlatmosphäre hier ihr Zuhause fand, danken wir besonders unserem Vermieter-Ehepaar Sarling. Hier gibt es nun außer viel Platz für ungestörte Beratungsgespräche auch einen Ort für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine Küche für gemeinsames Kochen als Angebot für Trauernde. Ein Trauer-Café ist nun möglich geworden.“ Als nicht unerheblich erwähnte Karola John auch die „sportliche“ Bauzeit von nur vier Monaten, sowie die günstige Kostenlage innerhalb der Kalkulationsgrenze.

Lob und herzliche Grußworte von den Gästen

Unter den Festgästen war auch Dirk Runge, der derzeit die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters führt. Auch er hob die kommunale Bedeutung der Hospizarbeit hervor und sieht sich darin in direkter Linie mit dem verstorbenen Bürgermeister Stefan Caplan.

Auch Stella Ignatz als stellvertretende Bürgermeisterin äußerte sich zu ihrer Verbundenheit mit dem Bereich Hospiz. Ignatz: „Als selbstständige Betreuungsunternehmerin finde ich es äußerst notwendig, betroffene Familien über die Einrichtung ,Hospiz‘ aufzuklären. Bei wem schon allein das Wort Ängste erzeugt, kann hier informiert werden.“

Hocherfreut war auch Birgit Hoferichter als Leiterin des Evangelischen Altenzentrum Luchtenberg-Richartz-Haus: „Die Qualität der Betreuung war zwar immer erstklassig, aber eine hübsche Umgebung tut auch sehr gut.“

Beate Heß als Koordinatorin aller Aktivitäten des Hospizvereins nimmt eine deutlich gestiegene Zahl von Interessenten am kompletten Angebot wahr. „Seit die Burscheider an unserem ,Glashaus‘ vorübergehen, werden wir wirklich öfter kontaktiert. Dass wir so präsent sind und viel zu bieten haben, blieb bisher ein wenig versteckt.“

An ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fehlt es dem Verein zum Glück nicht. Heß: „Wir bekamen bereits Anmeldungen zu einem geplanten neuen Kurs.“

Im Anschluss an die Feierstunde hatten alle Bürgerinnen und Bürger, unter 3G-Regel, freien Eintritt in die elegant-gemütlichen Räume. Auch für diese Besucher stand das bunte Buffet mit Fingerfood noch bereit.

Eingehend betrachtet wurden von den Gästen auch die ausgestellten Exponate von Burscheider Künstlerinnen. Sie werden einige Male im Jahr ausgetauscht – als „kleine Galerie“ in Augenhöhe.

Die weltweite Hospizbewegung

Die Gründerin: Cicely Mary Strode Saunders (1918-2005) studierte Philosophin, Ärztin und ausgebildete Krankenschwester, hatte sich besonders um Sterbende gekümmert und festgestellt, dass diese besonder Betreuung Mängel aufwies. Ein Patient vermachte ihr sein komplettes Vermögen mit dem Wunsch, ein Sterbeheim zu eröffnen. 1967 gründete die Britin das St. Christopher-Hospital. Sie heiratete erst spät, hatte keine Kinder und engagierte sich auch in ihrem Ruhestand in der Hospizbewegung. Sie starb 87-jährig in dem von ihr eröffneten Hospiz. Sie hatte sich dafür eingesetzt, dass Morphium als Dauer-Schmerzbekämpfung anerkannt wurde.

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