Fußball

TG Hilgen plant ein Jugendleistungszentrum

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Klaus Nierhoff, Abteilungsleiter Fußball, will Burscheider Kinder fit für das Leben machen.

Von Markus Schumacher

Burscheid. „Uns steht das Wasser bis zum Hals“, sagt Klaus Nierhoff. Und der Abteilungsleiter Fußball bei der Turngemeinde Hilgen (TGH) ergänzt: „Wir würden gerne schwimmen, dürfen es aber nicht.“ Wobei schwimmen bildlich gemeint ist. Tatsächlich würden die rund 420 Mitglieder der Fußball-Abteilung gerne mal wieder vor einen Ball treten. Doch da macht ihnen seit einem halben Jahr Corona einen Strich durch die Rechnung.

Klaus Nierhoff ist Abteilungsleiter Fußball bei der TG Hilgen. Das Vereinsheim soll aus- und umgebaut werden.

Vor der Pandemie hatte der Verein große Pläne. „Wir wollen unser Vereinsheim an der Kuno-Hendrichs-Sportanlage zu einem Jugendleistungszentrum ausbauen“, erklärt Nierhoff. Es sollen für die mehr als 200 Jugendliche Schulungs- und kleinere Seminarräume entstehen, um neben dem Sport auch anderes anbieten zu können. Natürlich sollen die jungen Fußballer weiter sportlich fit gemacht werden durch ausgebildete und lizenzierte Trainer. „Wir möchten interessierten Übungsleitern die Möglichkeit bieten, auf Kosten der TGH eine Lizenz zu erwerben. Doch noch wichtiger ist es uns, die Kinder auch in anderen Bereichen zu fördern“, sagt Nierhoff.

Daher werde man immer wieder Experten, Pädagogen und Dozenten einladen, die unter anderem etwa über den richtigen Umgang mit Sozialen Medien und Smartphones informieren. Die Idee: Kinder, die kompetent im Umgang damit sind, schaffen es auch mal, das Ding für ein paar Stunden aus der Hand zu legen. Oder wie es Nierhoff formuliert „Wir wollen sie ran- und wegbringen.“ Auch Unterstützung in schulischen Dingen sowie Themen zur Ernährung sind geplant.

Mit etwa 50 000 Euro Kosten rechnet die TGH. Hier steht der Gesamtverein mit allen Abteilungen und einem tollem Vorstand unterstützend beiseite. Schon vor einem Jahr waren Anträge auf Fördergeld beim Land und Stadtsportbund gestellt worden. „Das Geld ist bereits bewilligt und deckt einen Teil der veranlagten Kosten ab“, berichtet der Abteilungsleiter. Nun müsse noch ein Gutachten über das Bauvorhaben vorgelegt werden, doch einen Ortstermin verhinderten Corona und das Winterwetter.

„Einen Teil der Ausbaukosten muss der Verein aus Eigenmitteln bezahlen.“
Klaus Nierhoff, Abteilungsleiter Fußball in der TG Hilgen

Doch in dieser Woche bekam Nierhoff positive Signale: „Die Landvermesser wollen noch in diesem Monat den Lageplan für den Ausbau fertigmachen.“ Dann könne man auch sofort den Antrag beim Rheinisch-Bergischen Kreis stellen. Nierhoff: „Hierbei können wir auf die Unterstützung der Stadt Burscheid zurückgreifen.“ Einen Teil der Ausbaukosten muss der Verein aber aus Eigenmitteln bezahlen. Da kam eine Spende aus der Mannschaftskasse der ersten und zweiten Seniorenmannschaft natürlich richtig gut an. Zu seinem 70. Geburtstag hatte Nierhoff um Spenden statt Geschenke gebeten. Und mit Andreas Rettig steht zudem ein prominenter Freund Nierhoffs als Schirmherr zur Verfügung: Der Fußballfunktionär war bis Ende 2019 Geschäftsführer beim FC St. Pauli, davor unter anderem für Bayer Leverkusen, SC Freiburg und FC Augsburg in der Bundesliga tätig, sowie als DFL-Geschäftsführer.

„Sponsoren und Förderer würden uns sicher auch gerne helfen“, weiß Nierhoff, „aber die kämpfen derzeit selbst ums Überleben, deshalb müssen wir nun leider unsere Geschwindigkeit drosseln, hoffen aber im 2. Halbjahr wieder volle Fahrt aufnehmen zu können.“ Immer wieder werden die Macher der TGH gefragt, wann es denn endlich wieder losgehe mit dem Amateur-Fußball. „Aber das wissen wir selbst nicht“, sagt Nierhoff. Die erste Mannschaft der TGH hat in der Kreisliga A gerade einmal sieben Spiele bis zum Lockdown absolviert, sie ist dort Tabellenführer. Die geänderte Spielordnung lässt eine Wertung der Saison zu, wenn mindestens die Hälfte aller Spiele absolviert ist. Dazu fehlen noch acht Spiele. Stand jetzt müsste der Spielbetrieb bis Mai wieder starten – sonst könnte es nicht mehr funktionieren und die Saison würde nicht gewertet werden. Wird die Hälfte der Spiele absolviert, könnte die TG Hilgen in die Bezirksliga aufsteigen.

Bislang blieb die Abteilung von einem Mitgliederschwund verschont: „Wir sind dankbar, dass uns die Mitglieder die Treue halten“, betont Nierhoff. Umso mehr hofft er darauf, mit dem Jugendleistungszentrum bald etwas Tolles anbieten zu können: „Wir möchten den Kindern und Jugendlichen aus Burscheid so viel wie möglich bieten, und zwar neben dem rein Sportlichen auch viel Soziales. Das Ziel muss sein, die Ortsnähe und ein damit verbundenes Wohlgefühl zu schaffen sowie ein Abwandern zu anderen Vereinen zu erschweren.“

Zur Person

Klaus Nierhoff: Der Abteilungsleiter der Fußballer der TG Hilgen wurde am 23. Februar 1950 im ostwestfälischen Herford geboren. Seine damalige Ausbildung führte den zweifachen Familienvater ins Bergische Land. Aus der Ehe mit Ingeborg entstanden die Kinder Björn und Maike. Durch Sohn Björn, der lange Jahre selber für die TGH auf Torejagd ging, begeisterte sich Nierhoff auch für die Vorstandsarbeit des Clubs. Seit über 20 Jahren lenkt der Anhänger von Bayer 04 Leverkusen die Geschicke in der Fußball-Abteilung. Immer noch steht Nierhoff im Berufsleben, arbeitet auf selbstständiger Basis als Projektmanager in der Labordiagnostik.

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