Hilfen vermeiden Obdachlosigkeit

Dass es so weit kommt, will das Netzwerk Wohnungsnot Rhein-Berg verhindern. Foto: Soeren Stache/dpa
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Dass es so weit kommt, will das Netzwerk Wohnungsnot Rhein-Berg verhindern.

Netzwerk Wohnungsnot Rhein-Berg hat 696 Frauen und Männer im vergangenen Jahr beraten

Von Markus Schumacher

696 Frauen und Männer nutzten im vergangenen Jahr das Hilfeangebot „Netzwerk Wohnungsnot Rhein-Berg“. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den die Caritas Rhein-Berg und die Diakon Köln und Region GmbH jetzt vorlegten.

Nahezu alle (96 Prozent) der Ratsuchenenden hätten auch ihren Lebensmittelpunkt im Rheinisch-Bergischen Kreis. Bei vielen war die Unterkunftssituation unsicher: Die Betroffenen standen auf der Straße (2 Prozent), sie schliefen im Auto oder hielten sich einer provisorischen Unterkunft wie einem Bauwagen oder einer Gartenlaube auf (2 Prozent) oder sie waren vorübergehend bei Familienangehörigen oder Freunden untergekommen (27 Prozent).

Die Mehrzahl war arbeitslos und bezog Transferleistungen, so erhielten 67 Prozent Arbeitslosengeld II. Und: „Der Gesundheitszustand vieler war angegriffen“, schreibt die Diakonie Köln und Region in ihrer Pressemitteilung.

234 Rat- und Hilfesuchende (34 Prozent) legten Wert auf eine anonyme Beratung und Unterstützung. Der überwiegende Teil der Rat- und Hilfesuchenden waren auch 2020 Männer. Der Frauenanteil betrug 31 Prozent.

Beim Netzwerk hätten sie nachhaltige Hilfe erhalten: „Ihnen wurden neue Perspektiven aufgezeigt. Vielfach wurden Wohnraumprobleme überwunden, der soziale Abstieg gestoppt und Befindlichkeit und Lebensqualität verbessert.“ Mittels frühzeitiger und gezielter Hilfen habe im vergangenen Jahr vielfach der Wohnraumverlust abgewendet oder eine neue Wohnung angemietet werden können, so dass die drohende Obdachlosigkeit vermieden worden sei.

Corona ist für Wohnungslose besonders gefährlich

Die Arbeit des Netzwerk Wohnungsnot Rhein-Berg war in 2020 natürlich weitgehend durch die Corona-Situation geprägt, die für Menschen in Wohnungsnot eine große Bedrohung darstelle. Denn: „Wohnungslose Menschen sind aufgrund häufig vorliegender chronischer Erkrankungen und einer Multimorbidität besonders gefährdet, sich zu infizieren und schwere Krankheitsverläufe zu erleiden beziehungsweise auch massiv gefährdet, an einer Infektion zu versterben“, hatte auch der Landkreistag NRW schon im März 2020 festgestellt.

Zu den Hilfsangeboten des Netzwerkes zählen neben der Fachberatung und Präventiven Hilfen auch Betreutes Wohnen, Tagesaufenthalte bis hin zur Erprobungs- und Integrationsmaßnahme „Radwerk“. Dies ist eine Fahrradwerkstatt in der Hauptstraße 237-239 in Bergisch Gladbach, in der Menschen ohne geregelten Tagesablauf oder eigener Wohnung auch unverbindlich stundenweise mitarbeiten können. Für Kunden wird Hilfestellung bei von ihnen selbst ausgeführten Reparaturen, Abgabe/Verkauf gebrauchter, überholter Fahrräder und Reparaturen, Pflege und Service von Rollstühlen angeboten.

Das Netzwerk Wohnungsnot Rhein-Berg ist ein Beratungs- und Hilfesystem in ökumenischer Trägerschaft des Caritasverbandes für den Rheinisch-Bergischen Kreis e. V. und des Diakonischen Werkes Köln und Region gGmbH.

Hintergrund

Vermieter, die kostengünstigen Wohnraum zu vermieten haben, können sich an das Netzwerk Wohnungsnot Rhein-Berg wenden: in Bergisch Gladbach unter Tel. (0 22 02) 3 10 97; in Overath unter Tel. (01 51) 29 10 20 58.

Alle Berichte können auf der Homepage der Caritas Rhein-Berg nachgelesen und heruntergeladen werden.

www.caritas-rheinberg.de

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