Goldener Oktober

„Herbst ist die vielfältigste Zeit im Garten“

Er gehört zum perfekten Herbst einfach dazu: Der Kürbis, den Nicole Schweizer-Steinbach hier in allen Variationen parat hat.
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Er gehört zum perfekten Herbst einfach dazu: Der Kürbis, den Nicole Schweizer-Steinbach hier in allen Variationen parat hat.

Nicole Schweizer-Steinbach betreibt mit Ehemann Bernd einen Gartenbaubetrieb und hat viele Tipps parat.

Von Stephan Eppinger

Burscheid. Gerade sorgt er für beglückende Momente: der vielzitierte „goldene Oktober“. In den vergangenen Tagen hat der Herbst aber auch schon einmal seine kühlere und nasse Seite nach dem langen heißen und trockenen Turbosommer gezeigt. Trotzdem sollte man auch diese Zeit nutzen, um das eigene Grün vor der Haustür so richtig zu genießen. „Der Herbst ist für mich die vielfältigste Zeit im Garten. Jetzt ist für viele Früchte- und Gemüsesorten die Erntezeit und es gibt viele tolle Pflanzen, die auch den Herbst so richtig farbenfreudig gestalten können“, sagt Nicole Schweizer-Steinbach. Gemeinsam mit ihrem Mann Bernd betreibt sie in Burscheid den Gartenbaubetrieb Steinbach, zu dem auch der Florhof in Bergisch Gladbach gehört.

Zu den Klassikern im Herbst zählen blühende Pflanzen wie Chrysanthemen, die Astern, die Hornveilchen und die Stiefmütterchen. „Auch kleine Alpenveilchen sind zu empfehlen. Sie sind bis zu minus sieben Grad winterhart. Dazu kommt die Sommerheide, die jetzt bis etwa Ende November blüht. Danach kommen dann die Blüten der Winterheide. Beide Pflanzen sind bei uns winterhart.“

Mit diesen winterharten Knospenheiden kann sich jeder Farbenfrohes und das Gefühl von Lüneburger Heide nach Hause auf Terrasse und Balkon holen.

Wer lange Farbe im Garten haben möchte, dem empfiehlt die Expertin Blattschmuckstauden wie die Purpurglöckchen mit ihren bunten Blättern. Schön anzusehen sind auch Scheinbeeren mit ihren leuchtend roten Früchten, das Pfennigkraut mit seinen gelben Blüten und Bleiwurz mit seinen bunten Blüten und Blättern. Auch Sedum, der Mauerpfeffer, sorgt lange für Farbakzente. Dazu kommen verschiedene Gräser, die auch in der kalten Jahreszeit noch schön anzuschauen sind.

„Diese Pflanzen eignen sich für die Beete genauso wie für Balkonkästen – auch in Kombination mit einem farbenfrohen Kürbis als Deko. Sie bieten jetzt noch eine große Vielfalt, die sich dann in Richtung Ende November immer weiter reduziert. Dann gibt es nur noch blühende Pflanzen wie die Heide oder Christrosen“, sagt Schweizer-Steinbach.

Allerdings fällt jetzt auch noch Arbeit im Garten an. „So können jetzt abgeblühte Stauden zurückgeschnitten werden. Äpfel, Nüsse und auch Gemüse werden geerntet, und Feldsalat oder Winterkresse kann man noch bis Ende September aussäen. Im Gewächshaus kann man zum Beispiel auch noch Endiviensalat anpflanzen.“

Beim Rasen, der sich inzwischen von der Dürre etwas erholt haben dürfte, ist jetzt noch Zeit für die letzten Runden mit dem Rasenmäher. „Bis etwa acht Grad wächst der Rasen noch weiter und muss bis Mitte bzw. Ende Oktober geschnitten werden. Wenn man den Rasen für den Winter stärken möchte, sollte man ihn noch düngen. Dabei sollte der Dünger weniger Stickstoff, der für das Wachstum zuständig ist, und mehr Kalium enthalten. Das schützt den Rasen vor dem Frost.“

Sträucher und Bäume müssen jetzt nicht unbedingt geschnitten werden. „Das macht man wie bei den Forsythien am besten im Frühjahr. Sonst schneidet man die Knospen weg und hat dann keine Blüte mehr. Bei Pflanzen wie Hibiskus oder Schmetterlingsflieder, die im Sommer blühen, macht das Schneiden dagegen mehr Sinn.“

Bei den Rosen kann jetzt etwa ein Drittel der Pflanze zurückgeschnitten werden. „Die restliche Arbeit wird hier erst im Frühjahr fällig. Wenn die Forsythien geblüht haben, ist dazu die beste Zeit. Bei Strauchrosen liegt die Veredlungsstelle direkt unten am Stamm. Dort sollte man Laub oder Stroh als Frostschutz anhäufen. Bei einem Rosenstamm liegt diese Stelle etwa in einem Meter Höhe und kann dort mit Stroh als Frostschutz umwickelt werden. Wenn man die Krone etwas zurückgeschnitten hat, sollte man auch einen Winterschutz darüber ziehen.“

Wer einen herbstlichen Blumenstrauß selbst binden möchte, kann dazu die Fruchtstände von Pflanzen wie die Hagebutten oder auch Schlehenfrüchte einsetzen. Dazu kommen Nüsse und Kürbisfrüchte als Dekoideen.

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