Politik

Herbert Reul stellt die Kampagne für die Wahl vor

Im Hotel Zur Heide stellte NRW-Innenminister Herbert Reul erste Ideen des CDU-Wahlkampfes zur Landtagswahl vor. Foto: Doro Siewert
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Im Hotel Zur Heide stellte NRW-Innenminister Herbert Reul erste Ideen des CDU-Wahlkampfes zur Landtagswahl vor.

CDU Burscheid wählt Dirk Runge einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten.

Von Peter Klohs

Nach dem unerwarteten und viel zu frühen Tod des Burscheider Bürgermeisters Stefan Caplan im Herbst des vergangenen Jahres war allen interessierten Bürgern der Stadt – und vor allem der in Burscheid tätigen politischen Parteien und Organisationen – klar, dass mittelfristig die Wahl eines neuen Stadtoberhaupts anstehen würde.

In den Gesprächen der sechs Parteien und Vereine ergab sich, dass man sich auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen konnte. Dirk Runge war und ist bei den demokratischen Politikern in der Stadt hoch angesehen. In Mitgliederversammlungen sollte der Kandidat von den Stimmberechtigten bestätigt werden. Der Verein „Bürger für Burscheid“ (BfB) machte Anfang Dezember 2021 den Anfang, indem Dirk Runge einstimmig als Kandidat für die Bürgermeisterwahl gewählt wurde.

„Wir müssen entschieden für unsere Werte einstehen.“

Herbert Reul, NRW-Innenminister

Am Freitag kam nun die Burscheider CDU zusammen. Die Versammlung war in zwei Teile aufgegliedert: Dirk Runge sollte als Kandidat der CDU bestätigt werden und der NRW-Innenminister Herbert Reul stellte seine Kampagne für die Landtagswahl im Mai dieses Jahres vor.

Dirk Runge, 52 Jahre alt und in Solingen-Gräfrath aufgewachsen, stellte sich den 34 wahlberechtigten CDU-Mitgliedern mit Zahlen, Fakten und Humor vor. Der ehemalige Pressesprecher der Stadt Burscheid ist nun als Sozialdezernent Chef des Hauptamtes und als allgemeiner Stellvertreter des Bürgermeisters beschäftigt. Er machte keinen Hehl aus seiner Verbundenheit mit dem ehemaligen Bürgermeister Caplan. „Aber“, so sagte er, „ich bin keine Kopie. Ich bin sicher ein besserer Teamplayer als Stefan Caplan. Jeder ist so, wie er ist, und das ist auch gut so.“ Runge schilderte die Aufgaben, die er als Bürgermeister von Burscheid in den nächsten Jahren zu erledigen habe, von der Entwicklung der Montanusstraße bis zur Digitalisierung der Verwaltung. „Ich verspreche Ihnen, mich mit vollem Herzen für Burscheid einzusetzen“, schloss Runge die Vorstellung ab.

Die Wahl des Kandidaten endete mit einem beeindruckenden Ergebnis: Alle 34 stimmberechtigten CDU-Mitglieder hatten mit „Ja“ gestimmt. „Ein besseres und deutlicheres Zeichen kann die Burscheider CDU dem Kandidaten nicht mit auf den Weg geben“, sagte die CDU-Vorsitzende, Erika Gewehr.

Anschließend bekam Innenminister Reul die Gelegenheit, auf die Landtagswahl am 15. Mai hinzuweisen. „Das wird für die CDU eine schwierige Wahl“, befand der Minister. „Vielleicht eine der wichtigsten Wahlen in ihrer Geschichte.“ Reul machte klar, dass die Stimmung innerhalb der CDU nach der verlorenen Bundestagswahl „nicht so dolle“ sei. „Aber das ist ja auch kein Wunder“, resümierte er.

„Wenn sich eine Partei im Wahlkampf nicht einig ist, dann soll sie nicht erwarten, Wahlen gewinnen zu können.“ Insoweit, so Herbert Reul, sei die anstehende Landtagswahl auch wichtig für das Selbstwertgefühl der Partei. Dazu zitierte er Richard von Weizsäcker: „Jede Krise ist auch eine Chance.“

Reul hob die Stärken der CDU hervor und betonte zu diesem Thema wenig überraschend die innere Sicherheit. Aber auch die solide Finanzpolitik hob er hervor. „Wir in NRW wären jetzt in der Corona-Krise finanziell in ein sehr tiefes Loch gefallen“, befand der Innenminister, „wenn die CDU-geführte Landesregierung vorher nicht so gut gewirtschaftet hätte.“

Reul ging auch auf die sogenannten Querdenker ein, die sich in großer Zahl in immer mehr Städten zusammenfinden. „Wir müssen entschieden für unsere Werte einstehen“, rief der Minister der Burscheider CDU zu. „Und: Die Partei muss wieder in Schwung kommen. Das ist ein wenig verlorengegangen. Wir haben jetzt fünf Jahre gemacht und getan. Und das soll doch im Mai nicht schon wieder vorbei sein.“ Der Beifall der Burscheider CDU war dem Innenminister nach dieser Rede sicher.

Hintergrund

Dirk Runge, in Solingen geboren und nun in Köln lebend, begann seine Laufbahn in Burscheid im Jahre 1992. Er ist mit seiner Frau Antje Becker-Runge seit 25 Jahren verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er ist der Chef des Burscheider Hauptamtes und strebt bei der Wahl am 20. März dieses Jahres an, Bürgermeister der Stadt zu werden.

Herbert Reul wurde 1952 in Langenfeld geboren und ist seit dem 30. Juni 2017 NRW-Innenminister. Er ist erklärterweise kein Freund des CSU-Vorsitzenden Markus Söder.

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