Hitzewelle

Kneipp-Verein gibt Tipps: Heiße Brühe und kalte Güsse helfen gegen Hitze

Heute erreichen die Temperaturen laut Meteorologen noch einmal mehr als 30 Grad.
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Heute erreichen die Temperaturen laut Meteorologen noch einmal mehr als 30 Grad.

Herz-Kreislauf-System ist bei hohen Temperaturen besonders belastet.

Von Caroline Büsgen

NRW. Noch haben wir vermutlich die heißesten Tage des Jahres noch nicht erlebt, der August ist normalerweise der heißeste Monat des Sommers. Gerade erst ließ uns Mutter Natur eine kleine Verschnaufpause, wir konnten wieder in wohltemperierten Zimmern schlafen, arbeiten, gesellig sein. Nun steht die nächste Hitzewelle bevor. Am heutigen Donnerstag knacken die Temperaturen erneut die 30-Grad-Marke. Renate Mankel, Vorsitzende des einzigen Bergischen Kneipp-Vereins, gibt Tipps für die heiße Zeit. Denn wer glaubt, mit kalten Erfrischungsgetränken, eisgekühlten Salaten oder spontanen Sprüngen in den Pool sei die Hitze nur halb so schlimm, irrt gewaltig.

Expertin beruft sich auf Naturheilkundler Kneipp

Heiße Hühnerbrühe, Saunagänge – auch und gerade im Sommer – Güsse mit kaltem Wasser nach strengen Regeln, Erfrischung ohne sich abzutrocknen – die Regeln auf Basis der Gesundheitslehrer des Geistlichen, Hydrotherapeuten und Naturheilkundlers Sebastian Kneipp basieren auf fünf Säulen.

Die Heilkraft des Wassers, wohltuende Kräuter und heilende Pflanzen, Bewegung, Ernährung und eine gute Lebensordnung sind nach seiner Lehre der Naturheilkunde Möglichkeiten einer Gesundheitsprävention. Sie bietet vielfache Linderungs- und Heilungsmöglichkeiten, sagt die Wuppertalerin Mankel.

Das Herz-Kreislauf-System sei gerade bei Hitze noch einmal mehr belastet, ebenso das Gefäßsystem des Menschen, erläutert Renate Mankel. Diese Systeme ganzjährig zu trainieren, sei die ideale Vorbereitung auf heiße Phasen im Sommer. Unter anderem das Wassertreten sei für die Regulierung des Blutdruckes ideal.

Füße nach dem Wassertreten in wärmende Socken packen

Wer nicht die Möglichkeit hat, in einem Kneipp-Becken im vitalisierenden Storchengang seine Beinvenen gleich mit auf Trab zu bringen, könne mit einfachen Mitteln zu Hause auf Balkon oder Terrasse ebenfalls leicht Möglichkeiten zum Wassertreten schaffen. Mithilfe von Fußwannen oder verschüttetem Wasser auf dem Boden. Wichtig dabei sei, die Füße anschließend nicht abzutrocknen, sondern in wärmende Socken zu packen.

Wärmende Reize zu setzen, das sei grundsätzlich immer notwendig, um das Gefäßsystem aktiv zu halten. Warme Speisen – idealerweise morgens und abends – und Heißgetränke dienten dazu, das Wohlbefinden auch bei Hitze zu steigern.

Für kalte Güsse, nach denen man sich anschließend nicht nur im Winter einmuckelt, gelten spezielle Regeln, denn sie sollten bei dem aufgeheizten Körper immer herzfern und mit den linken Extremitäten, den Beinen zunächst, dann den Armen, beginnen. „Ganz wichtig ist natürlich auch die Trinkmenge. Das können an heißen Tagen schon bis zu drei Liter sein“, erinnert Mankel und denkt dabei etwa an warme Kräutertees. Insbesondere beim Lüften an heißen Tagen sollten Fenster und Blendläden geschlossen, Jalousien und Gardinen zugezogen bleiben. Erst wenn die Außentemperatur niedriger ist als in den Innenräumen, sollten alle Fenster geöffnet und die kühlere Luft in die Räume gelassen werden.

Sport sollte in die Morgen- und Abendstunden gelegt werden

Die niedrigsten Temperaturen gebe es oft in den frühen Morgenstunden, so die Gesundheitsexpertin, die selbst auch Hydrotherapeutin ist. „Auf keinen Fall sollte man tagsüber dann Sport machen oder sich körperlich besonders anstrengen“, warnt Renate Mankel. Wer Sport treiben will, sollte das in die frühen Morgenstunden oder in den Abend hinein verlegen, Waldspaziergänge – die Kneippianer nennen das „Waldbaden“ – seien an heißen Tagen schon eine ausreichende Betätigung.

Stille, Blätterrauschen, Vogelgezwitscher, die Aromen des kühlen, feuchten Waldes – bei sehr hohen Temperaturen sei das schon ausreichend, um den Körper, der mit der Hitze zu kämpfen hat, zu entspannen, sich etwas Gutes zu tun, Kraft zu schöpfen, ohne sich an den Rand eines Kreislaufzusammenbruches zu trainieren.

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