Personalie

Heike Wunderlich verlässt das Rathaus

Heike Wunderlichs Aufgabenbereich war umfassend. Besonderen Spaß hatte sie am Denkmalschutz.
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Heike Wunderlichs Aufgabenbereich war umfassend. Besonderen Spaß hatte sie am Denkmalschutz.
  • VonNadja Lehmann
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Amtsleiterin für Stadtentwicklung, Umwelt und Liegenschaften war seit 2008 in Burscheid.

Das Gespräch führte Nadja Lehmann

Frau Wunderlich, Sie sind Amtsleiterin des Stabs Stadtentwicklung, Umwelt und Liegenschaften. Jetzt verlassen Sie das Burscheider Rathaus. Warum?

Heike Wunderlich:Ich habe die Möglichkeit, meinen Arbeitsweg von 55 km auf 6 Kilometer zu verkürzen und in einer etwas größeren Verwaltung mit anderen stadtplanerischen Herausforderungen im Planungsamt anzufangen.

Seit 2008 sind Sie in der Burscheider Stadtverwaltung. Wie hat es Sie dorthin verschlagen? Sie sind ja, glaube ich, nicht aus dem Rheinland: Können Sie da ein bisschen Ihren Werdegang schildern?

Wunderlich: Ich bin gebürtige Leipzigerin, habe auch in Leipzig Geografie studiert und nach dem Studium in Büros in Leipzig gearbeitet. Zwei Jahre nach dem Studium hatte ich die Möglichkeit, in Burscheid anzufangen. Da mein Mann bereits im Rheinland lebte, war ich dankbar über diese Chance und bin ins Rheinland gezogen.

Was genau gehört zu den Aufgaben einer Amtsleiterin Stadtentwicklung, Umwelt, Liegenschaften?

Wunderlich: In einer kleinen Kommune wie Burscheid umfasst das Amt für Stadtentwicklungsplanung, Umwelt und Liegenschaften einen großen Bereich. Der Schwerpunkt liegt auf der Bauleitplanung und der baulichen Entwicklung der Kommune, zum Beispiel durch das IEHK. Daneben spielen aber auch Themen wie Denkmalschutz, Mobilität, Umwelt- und Klimaschutz und Liegenschaften eine Rolle. Genau diese Vielfältigkeit reizt mich aber in meiner Arbeit und hat mir immer großen Spaß gemacht.

Welche prägenden Projekte konnten Sie in den Burscheider Jahren mit anstoßen? Auf was sind Sie stolz?

Wunderlich:Stadtplanung ist immer ein Prozess mit vielen Akteuren, einfach weil bei der Stadtplanung und Stadtentwicklung die Belange ganz unterschiedlicher Gruppen und unterschiedlicher Planungsebenen zusammenkommen. Da Planungsprozesse häufig auch einen langen Zeitraum in Anspruch nehmen, wurden während meiner Zeit in Burscheid diverse Projekte weitergeführt. Zunächst waren das vor allem Bebauungspläne zur Wohnentwicklung, aber auch zur Gewerbeansiedlung. Auch die Innenstadtentwicklung war von Anfang an immer wieder Thema und wurde schließlich im Prozess des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzeptes Burscheid (IEHK) konkretisiert.

Gibt es ein bestimmtes Aufgabenfeld, das Ihnen besonders liegt, besonders wichtig ist?

Wunderlich: Die Bauleitplanung war mir bereits seit dem Studium besonders wichtig, weil dadurch die Grundlagen für die zukünftige städtebauliche Entwicklung gelegt werden. Es ist immer spannend, zu sehen, wie aus einem Bebauungsplan auf dem Papier ein neues Wohngebiet oder ein neues Gewerbegebiet in der Realität entsteht. Besonders viel Spaß hat mir aber auch immer der Denkmalschutz gemacht. Ich liebe alte Häuser und freue mich immer, wenn alte Gemäuer wieder neu genutzt werden, auch wenn das im Spannungsfeld von Denkmalschutz, Baurecht, Brandschutz und heute auch Klimaschutz nicht immer ganz einfach ist.

Wo klaffen die Vorstellungen, die man vielleicht noch im Studium hat, und die berufliche Realität besonders weit auseinander?

Wunderlich: Im Studium bekommt man im Wesentlichen die rechtlichen Grundlagen und die methodischen Arbeitsweisen vermittelt. In der beruflichen Realität musste ich insbesondere in den Anfangsjahren viel über den Ablauf in einer Verwaltung lernen, weil man das in einem technischen Studium nicht vermittelt bekommt.

Was gibt es in Burscheid noch zu tun? Wo sind städteplanerische Schwachstellen? Was empfehlen Sie Ihrer Nachfolgerin?

Wunderlich: Mit Stadtplanung ist man eigentlich nie „fertig“. Es kommen im Laufe der Zeit immer wieder neue Problemstellungen und Themen mit denen man sich immer wieder neu befassen muss. In den letzten Jahren hat zum Beispiel das Thema Umwelt- und Klimaschutz zu Recht deutlich mehr Bedeutung gewonnen. Im Zusammenspiel mit dem hohen Druck der Wohnraumschaffung aber auch der Notwendigkeit von neuen Gewerbeflächen muss man wirklich kreativ sein und versuchen, Lösungen zu finden, mit denen möglichst viele Beteiligte leben können.

Gibt es denn schon eine Nachfolge?

Wunderlich:Ja, es gibt eine interne Nachfolge: Meine bisherige Stellvertreterin Frau Diana Papierz wird meine Stelle übernehmen. Das ist für mich ein Glücksfall. Zum einen weil Frau Papierz in viele Themen schon involviert ist und wir eine Übergabezeit hatten. Zum anderen weiß ich aber auch, dass die Stadtplanung bei ihr in guten Händen ist!

Was werden Sie vermissen? Und was war und ist das Besondere an Burscheid?

Wunderlich:Ich werde auf jeden Fall meine Kolleginnen und Kollegen hier in Burscheid vermissen. Wir sind hier ein tolles Team, das mir über die Jahre sehr ans Herz gewachsen ist. Stadtplanerisch das Besondere an Burscheid ist das typisch Bergische: Geschieferte Häuser in einer tollen hügeligen Landschaft!

Wohin wird es Sie verschlagen? Was ist Ihre neue Aufgabe, und was reizt Sie daran?

Wunderlich: Es wird mich in eine andere Kommunalverwaltung nahe meines Wohnortes verschlagen. Meine Aufgabe dort ist ebenfalls die Stadt- und Bauleitplanung. Stadtplanerisch reizt mich die etwas größere Stadt und ich bin gespannt, welche stadtplanerischen Themen dort auf mich zu kommen.

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