Heidi Neumann will es beim nächsten Mal erneut probieren

Umringt von den beiden Landesvorsitzenden Mona Neubaur und Felix Banaszak freut sich Heidi Neumann in Siegen über Platz 87 – auch wenn es wohl nicht für den Landtag reichen wird. Foto: Heidi Neumann/Grüne
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Umringt von den beiden Landesvorsitzenden Mona Neubaur und Felix Banaszak freut sich Heidi Neumann in Siegen über Platz 87 – auch wenn es wohl nicht für den Landtag reichen wird.

Grüne nominierten Kandidaten für die Landtagswahl – Hilgenerin erkämpfte sich Platz 87 auf der Landesliste

Von Nadja Lehmann

Etwas Neues wagen, den Hut in den Ring werfen: Diese Gedanken waren Heidi Neumann durch den Kopf gegangen, bevor ihr Entschluss feststand – nämlich sich beim Parteitag der Bündnisgrünen in Siegen als Kandidatin für den Landtag zu empfehlen. Gewählt wird im Mai 2022. Gedacht, getan. Nun ist sie wieder zurück in Burscheid, um etliche Erfahrungen reicher.

Gleich vorneweg: Für den Einzug in den Landtag wird es wohl nicht reichen. Heidi Neumann lacht. Gelandet ist sie nämlich schlussendlich auf Platz 87. „Dann müssten wir grob geschätzt 35 bis 40 Prozent kriegen.“ Und die Grünen erleben zwar einen Höhenflug, aber diese Prozentzahl erscheint doch eher utopisch, wie auch Neumann findet.

„Ich habe drei Tage lang nur zugehört.“

Heidi Neumann

Getagt haben die Grünen in einer, wie es nun so schön heißt, „Hybrid-Konferenz“. Heißt: Delegierte und Kandidaten sowie die grüne NRW-Politprominenz waren vor Ort in der Siegerlandhalle; der größte Teil aber vor dem heimischen PC, um digital teilzunehmen. Heidi Neumann war ebenfalls nach Siegen gefahren. Den Live-Auftritt wollte sie sich nicht nehmen lassen. Und erhob sich mutig beim Kampf um Listenplatz 71. „Mit mir waren das elf Leute, die sich darum bewarben“, erzählt sie. Es galt, nach vorne auf die Bühne zu gehen und mit seiner Rede zu überzeugen. „Ich war sehr aufgeregt“, sagt Heidi Neumann. Denn zum einen waren es doch immerhin um die 400 Live-Teilnehmer, zum anderen „ist es auch aufregend, in die Kameras zu sprechen“. Unter den elf Kandidaten um Platz 71 schaffte Neumann einen guten Mittelplatz. Und der machte den Weg frei für einen weiteren Versuch. Bis es bei der 87 klappte.

An der Rede hatte Heidi Neumann lange gefeilt und sie immer wieder in Nuancen abgeändert und umgestellt. Ihr Motto, das sie quasi im letzten Moment fand, lautete „Wir müssen das schützen, was uns schützt“. Neumann rückte dazu drei Säulen in den Mittelpunkt ihrer Rede: Die Landschaft („Sie ernährt uns“), den Wald („Er ist im Kampf gegen den Klimawandel als grüne Lunge von Bedeutung“) und die Gesellschaft („Das sind wir alle. Es geht nicht ohne eine solidarische Gesellschaft“).

Die Bandbreite an Themen und Schwerpunkten sei groß gewesen, erzählt Neumann. Eine Kandidatin habe sich auf die Kultur und deren Wiederbelebung nach Corona konzentriert; ein Landwirt sei ebenso dabei gewesen wie ein Polizist: „Er hat selbst gesagt, wer hätte das gedacht, ein Polizist bei den Grünen“, sagt Neumann. Und hätte dann sein Steckenpferd vorgestellt: die Sicherheit im Land. „Die Bandbreite war groß“, gerät Neumann ins Schwärmen. Das habe von Corona bis zu Bildung und guter Ernährung gereicht. „Ich habe drei Tage lang nur zugehört.“

Ihr Fazit: Kein aussichtsreicher Listenplatz, aber viele „tolle Bekanntschaften“ und ein neues Netzwerk. „Eine grüne Welle, auf die ich aufgestiegen bin“, beschreibt sie, und ihre Freude ist deutlich spürbar. Gefallen habe ihr, dass auch die „grüne Prominenz“ – so wie der aus Zülpich stammende Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer – vor Ort waren. „Die sind nach der Wahl auf einen zugekommen und haben gratuliert. Auch bei Platz 87“, beschreibt sie.

Die gebürtige Norddeutsche und Wahl-Hilgenerin freut sich, dass sie sich der Herausforderung gestellt hat. „Ich hatte das Gefühl: Hier bin ich richtig. Ich bin sehr stolz. Und ich habe Lust auf die große weite Welt bekommen“, bekennt sie mit einem Lachen.

Dass die große weite Welt vorerst wohl noch nicht in Greifweite liegt, nimmt sie sportlich. „Es ist ja nicht so, dass ich in Burscheid nichts zu tun hätte“, sagt sie. Heidi Neumann ist im Ehrenamt zweite stellvertretende Bürgermeisterin, sitzt im Stadtrat, arbeitet als Erzieherin in der Kita Sonnenblume, ist Mitglied des Team-Vorstands des Kinderschutzbunds. Und der Traum vom Einzug in den Landtag ist keineswegs vom Tisch. Heidi Neumann will es beim nächstem Mal erneut probieren.

Übrigens: Auf Platz 1 landete die langjährige NRW-Landesvorsitzende Mona Neubaur, gefolgt von den beiden Fraktionsvorsitzenden Josefine Paul und Verena Schäffer. Auf Platz 4 findet sich mit dem Kölner Arndt Klocke der erste Mann.

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