Gegenläufiger Radverkehr ist erlaubt

Hauptstraße: Fahrradspur ist mehrfach unterbrochen

Parkplätze unterbrechen die markierte Radspur.
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Parkplätze unterbrechen die markierte Radspur.

Radfahrer müssen Autos den Vortritt lassen.

Von Anja Wollschlaeger

Burscheid. Radverkehr entgegen der Einbahnstraße – das ist in Burscheid auf der Hauptstraße seit Ende April auch im neu gestalteten Bereich der Hauptstraße zwischen der Einmündung Montanusstraße und dem Marktplatz erlaubt. Doch angesichts der Gestaltung rieben sich einige Passanten verdutzt die Augen. Die markierte Fahrspur für die Radler ist mehrfach unterbrochen. Dort sind Parkplätze eingerichtet. Wie sich Radfahrende auf dem Weg zum Marktplatz verhalten sollen, erläutert Sabine Krämer-Kox, Sprecherin der ADFC Ortsgruppe Wermelskirchen/Burscheid: „Die Radfahrenden sind in jedem Falle wartepflichtig, wenn ihnen ein Kraftfahrzeug in Einbahn-Richtung entgegen kommt.“ Während im oberen Bereich der Hauptstraße ab der Einmündung Höhestraße Radler auf einer eigenen Spur ohne Unterbrechung radeln können, müssen sie im unteren Bereich bei Gegenverkehr anhalten und warten.

Gefährlich sei die Situation nicht, das bestätigt auch die Stadt Burscheid. Die Fahrbahn sei durchgehend 3,80 Meter breit: „Zur Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer die mittlere Hauptstraße weiterhin als Zone 20 beschildert.“

Die langsame Geschwindigkeit begrüßt auch Fahrradfahrerin Krämer-Kox, sie zwinge „zum Einhalten der 20 Stundenkilometer.“ Und das gelte nicht nur für Autos und Lastwagen: „Auch Radfahrende müssen sich im übrigen an diese Geschwindigkeitsbeschränkung halten. Das heißt alle können sich sehen, bewegen sich recht langsam fort und können notfalls schnell zum Halten kommen.“

Die Entscheidung für die Gestaltung sei nicht zufällig getroffen worden, so die Stadt. Es seien auch die Wünsche der Einzelhändler berücksichtigt worden: „Durch diese Anpassungen konnte die mittlere Hauptstraße zum einen für den gegenläufigen Radverkehr freigegeben werden. Zum anderen konnten die Belange der Einzelhändler, die erheblich zu einer belebten Innenstadt beitragen, berücksichtigt werden. Die Anzahl der Stellplätze im Bereich zwischen Marktplatz und Brücke konnten erhalten werden.“

Im ADFC-Fahrradklimatest hatte Burscheid 2020 die Gesamtnote 3,7 bekommen. Dabei wurde neben fehlendem Winterdienst auf Radwegen auch negativ bewertet, dass im Vergleich zu anderen Orten wenige Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr frei sind.

Kommentar von Anja Wollschlaeger: Radverkehr sollte in Burscheid wichtiger werden

Anja Wollschlaeger

Ja, ich habe mein Auto auch schon vor Foto Factory geparkt – warum auch nicht. Es ist erlaubt. Doch die neue Gestaltung zeigt mal wieder, dass der Radverkehr den Einzelhändlern und der Stadtverwaltung noch nicht wirklich wichtig ist. Dabei zeigt eine Studie aus Berlin, dass auch Radler eine Menge Umsatz in die Stadt bringen. Damit Kunden im Sinne des Klimaschutzes die Wahl zwischen beiden Verkehrsmitteln leicht fällt, sollte die Gestaltung überdacht werden. Aber bitte nicht mit Fahrradbügeln auf der Autospur.

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