Aus handgeschriebenen Briefen entsteht ein Roman

Marie-Luise Mettlach schreibt in ihrem Buch „...und was habe ich mehr in der Welt als Freiheit“ über Erlebnisse und Gefühle ausgewanderter Mitglieder einer Burscheider Familie. Foto: Doro Siewert
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Marie-Luise Mettlach schreibt in ihrem Buch „...und was habe ich mehr in der Welt als Freiheit“ über Erlebnisse und Gefühle ausgewanderter Mitglieder einer Burscheider Familie. Foto: Doro Siewert

Marie-Luise Mettlach beschäftigt sich in „...und was habe ich mehr in der Welt als Freiheit“ mit einer Auswandergeschichte

Von Michael Corts

Einen ganzen Frankreichurlaub lang in den 80er Jahren hatten Marie-Luise und ihr verstorbener Ehemann Wolfgang Mettlach Briefe übersetzt. Handgeschriebene Erlebnisse und Gefühle ausgewanderter Mitglieder einer Burscheider Familie. Transkribiert aus dem Sütterlin und einer dörflichen Sprache der Mitte des 19. Jahrhunderts in unsere Worte.

„Ich war erstaunt, wie ursprünglich die Zeilen verfasst worden sind.“

Marie-Luise Mettlach

Hermann Höpken hatte die familiären Dokumente von seiner betagten Nachbarin erhalten und an das Ehepaar Mettlach „zum Entziffern“ gegeben. Sie waren geschrieben worden von vier Kindern der Familie Groß aus Imelsbach, die als Auswanderer ihr Glück in Norwegen und Amerika suchten. Marie-Luise Mettlach, historisch und heimatgeschichtlich interessierte Forscherin und Autorin, war begeistert und angerührt von der Art der Worte in den vertraulichen Schriftstücken: „Die Menschen auf dem Dorf hatten nur eine geringe Schulbildung. Ich war erstaunt, wie ursprünglich aber auch empfindsam die Zeilen verfasst worden sind“. Als Mettlach dann von einem Nachfahren der Auswanderer in Minnesota erfuhr, der noch im Besitz der im Bergischen verfassten Antwortbriefe war, nahm sie mit diesem Kontakt auf und gelangte in den Besitz von Abschriften. „Von dem Geschriebenen aus Skandinavien und der neuen Welt und den Reaktionen der Daheimgebliebenen war erkennbar, wie stark Auswanderung das Leben einer Familie veränderte“, wurde ihr bewusst und der Gedanke zu einem Generationenroman entstand.

Was Eduard, Albert, Rosalie und Christiane Groß zwischen 1846 und 1872 an persönlichen Schicksalsschlägen in der Ferne erlebten und in ihren Briefen schilderten; was derzeit in Imelsbach passierte und auf hellblauem dünnen Papier berichtet wurde, war natürlich nicht lückenlos. Marie-Luise Mettlach konnte ihre Fantasie spielen lassen. Fiktive Geschehnisse und Personen, die frei erfunden oder aus der tatsächlichen Historie entliehen wurden, ergänzen und verbinden die Brieftexte.

„Auch ,Crime & Love‘ gehört zum Inhalt, verrät die Autorin. Mettlach übergibt in ihrem Roman die Feder an Friedrich Wilhelm, einem der 11 Kinder der Groß’schen Familie. Der Bruder liest noch einmal die Briefe und schreibt seine Familiengeschichte für die Nachwelt auf, verkündet das Cover von Marie-Luise Mettlachs bergischer Familiensaga. Verlegt vom Heider-Verlag wartet „...und was habe ich mehr in der Welt als Freiheit“ auf die Leser.

Zur Person

Die Burscheiderin Marie-Luise Mettlach ist nicht nur gut an Jahren, sondern vor allem mit einem frischem Autorengeist gesegnet, der im Laufe der Jahre für eine Vielzahl an Büchern unterschiedlicher Genres verantwortlich war. Dass ihr historische Zusammenhänge und deren Erforschung besonders am Herzen liegen, aber auch Fantasie und Erzählung wohlgefällig von der Feder gehen, zeigt ihr neues Werk „...und was habe ich mehr in der Welt als Freiheit“, der bergische Familiengeschichten- und Historienroman.

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