Die Haftungsfrage ist oft das größte Problem

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Corona-Krise fördert die Hilfsbereitschaft unter Nachbarn – Bei der Unterstützung gibt es einiges zu beachten

Von Moritz Jonas

Wenn der Gang zum Bäcker, die Pflege des eigenen Gartens oder der Weg zum Einkaufen beschwerlich oder gar nicht mehr zu bewältigen ist, fällt es vielen oft schwer, um Hilfe zu bitten. Da kommt es vielen gelegen, wenn die Nachbarn – die oftmals nur einen Stufenabsatz entfernt wohnen – ihre Hilfe anbieten. Das geht zum Beispiel mit dem nebenstehenden Zettel: Einfach ausschneiden und aufhängen. Allerdings gilt es auch einige Dinge zu beachten, bevor man selbst seine Hilfe anbieten oder die der Nachbarn annehmen möchte.

Was ich beachten muss, wenn ich Hilfe in meiner Nachbarschaft anbieten oder annehmen möchte:

Die Verbraucherzentrale NRW rät dazu, zu schauen, wer genau helfen möchte oder bei wem man selbst helfen möchte. Denn immer häufiger seien Zettel im Briefkasten, auf denen Nachbarn netterweise ihre Unterstützung anbieten. Allerdings seien die hinterlassenen Informationen oft sehr spärlich, oftmals stünde nämlich nur ein Vorname und manchmal nicht mal eine genaue Adresse dabei.

Der zweite Punkt, den es zu beachten gilt, ist der Datenschutz. Jeder sollte stets ein Auge darauf haben, was mit den Daten passiert, wer die Daten bekommt und welche Datenschutzregeln gelten, so die Verbraucherzentrale. Dies sei gerade dann besonders wichtig, wenn die Hilfe über ein Onlineportal angeboten und dort sensible Daten hinterlegt würden.

Mögliche Gefahren:

Die größte Gefahr sei die der Haftung. Das häufigste Problem sei die Frage „Greift meine Versicherung für den Fall, dass bei etwaigen Arbeiten etwas passiert?“ Zwar greife oft ein sogenannter stillschweigender Haftungsausschluss, dennoch sollte der Einzelfall vorher mit der Versicherung geklärt werden.

Bei einem stillschweigenden Haftungsausschluss klären zwei Parteien die Haftung für eine bestimmte Tätigkeit, also beispielsweise die Hilfe bei einem Umzug. Dies geschieht aber nicht etwa durch zwei explizit ausgesprochene übereinstimmende Willenserklärungen, sondern ohne eine mündliche oder schriftliche Vereinbarung, also stillschweigend. Ein stillschweigender Haftungsausschluss kann nur dann vorliegen, wenn privat und ohne wirtschaftliches Interesse gehandelt wird. Wer Unannehmlichkeiten vermeiden möchte, sollte eine schriftliche Rahmenvereinbarung aufsetzen.

Was die positiven Aspekte bei der Nachbarschaftshilfe sind:

Trotz aller Vorsicht hat die Hilfe unter Nachbarn auch einige positive Aspekte: Gerade in diesen Zeiten seien soziale Kontakte für viele Menschen sehr wichtig, und sei es nur, dass der Nachbar die Blumen gießt. Für viele, die ansonsten nicht unter Leute kommen, kann das schon ein Highlight sein. Außerdem stärke Hilfe zumeist auch das Gemeinsamkeitsgefühl, so die Verbraucherzentrale.

Warum es immer mehr Angebote zur Nachbarschaftshilfe gibt:

Der Hauptgrund für die Vielzahl der Angebote in diesem Bereich ist die aktuelle Corona-Pandemie. Viele Menschen sind zurzeit auf Hilfe angewiesen.

Zudem sei der Kostenfaktor nicht außer Acht zu lassen: viele Menschen nähmen lieber die kostengünstigere und zum Teil auch schnellere Hilfe der Nachbarn an, als jemanden offiziell damit zu beauftragen, heißt es von der Verbraucherzentrale.

Kontakt

Die Verbraucherzentrale NRW Beratungsstelle Bergisch Gladbach gibt derzeit nur telefonisch oder per Mail Auskunft. Beratungszeiten: montags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 13 und 14 bis 17 Uhr, freitags 9 bis 13 Uhr. Tel. (0 22 02) 9 26 31 - 01.

service@ verbraucherzentrale.nrw

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