Grundschulen sind aufs Lüften eingestellt

Nicht Kippen: Stoß- und Querlüften sind das Gebot der Stunde. Auch in Burscheids Grundschulen. Archivfoto: Christian Beier
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Nicht Kippen: Stoß- und Querlüften sind das Gebot der Stunde. Auch in Burscheids Grundschulen. Archivfoto: Christian Beier

Burscheider Stadtverwaltung hat CO2-Ampeln angeschafft – Schulleiterinnen stimmen sich eng ab

Von Nadja Lehmann

Noch ist es still in Burscheids Schulen. Es sind Herbstferien. Und dennoch sind Nordrhein-Westfalens Schulen landauf, landab im Gespräch: Wie rüsten sich Lehrer und Schüler für die Einhaltung der Pandemie-Schutzverordnung? Wie und wann wird gelüftet? Fragen, die im Sommer noch leicht zu klären waren, werden angesichts der zunehmend kälter werdenden Jahreszeit zur Herausforderung.

Burscheid hat sich darauf eingestellt. „Das Umweltbundesamt hat vergangene Woche eine Handreichung veröffentlicht, die sich dem »richtigen Lüften in Schulen« widmet. Diese Handreichung hat unser Schulverwaltungsamt samt Infografik den drei städtischen Grundschulen zugeleitet“, sagt Stadtsprecherin Renate Bergfelder-Weiss.

„Lüften ist die einfachste und wirksamste Maßnahme, um Viren aus der Luft in Klassenzimmern zu entfernen. Unsere Handreichung soll den Schulen helfen, richtig und möglichst effektiv zu lüften“, heißt es in der Empfehlung des Umweltbundesamts. Und die ist schnell zusammengefasst: Während des Unterrichts soll alle 20 Minuten gelüftet werden sowie nach jeder Unterrichtsstunde die komplette Pause über; ideal sind Stoß- und möglichst Querlüften, indem man gegenüberliegende Fenster öffnet. Dabei sinke die Raumtemperatur nur um wenige Grad und steige nach dem Schließen der Fenster rasch wieder an, heißt es vom Umweltbundesamt: „Wer schnell friert, kann für die Zeit kurz einen Pullover überstreifen.“

Claudia Zimmermann reagiert gelassen auf die Empfehlungen: „Das haben wir schon vorher so gemacht. Das ist nichts Neues für uns.“ In der Montanus-Grundschule habe man zudem Glück mit dem Gebäude: „Wir können unsere Fenster überall öffnen, auch in den älteren Gebäudetrakten. Und wir können sehr gut querlüften.“ Das Kollegium arbeite außerdem seit jeher gerne mit dem Prinzip der „offenen Tür“: „Da kommt dann auch noch Luft herein.“

„Wir verfolgen ähnliche Modelle, die jede Leiterin auf ihren Standort abstimmt.“

Claudia Zimmermann, Montanus-Grundschule

Frische Luft war Claudia Zimmermann in ihrer Schule schon immer wichtig. Denn: „Wir haben hier ganz normale Klassenstärken. Bei über 20 Kindern ist die Luft schnell verbraucht. Das macht müde und erschwert die Konzentration.“

In den Maßnahmen weiß sich Zimmermann mit ihren beiden Kolleginnen, Corinna Stobbe von der Grundschule Dierath und Sonja Tippel von der Ernst-Moritz-Arndt-Schule, einig. Die drei Schulleiterinnen sprechen sich seit jeher ab – und haben das auch dieses Mal wieder so gehalten. „Wir verfolgen ähnliche Modelle, die jede auf ihren Standort abstimmt“, sagt Zimmermann.

Einigkeit herrscht auch in Bezug auf die Maskenpflicht. Diese hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) gerade den weiterführenden Schulen verordnet; Grundschulen bleiben ausgenommen. „Wir, die EMA-Schule, werden in gegenseitiger Rücksichtnahme auch weiterhin eine Mund-Nase-Bedeckung tragen, sobald es in Lernsituationen zu engem Kontakt zwischen Kind und Lehrkraft kommt. Sobald der Klassenraum verlassen wird, ist auch in der Grundschule wie bisher die Mund-Nase-Bedeckung zu tragen“ – so schreibt es beispielsweise Sonja Tippel auf der Homepage der Ernst-Moritz-Schule, und so halten es auch die beiden Kolleginnen. „Selbst die Kleinsten halten sich daran“, erzählt Zimmermann. Dabei sei die Maske für diese durchaus eine Belastung, weil die Jüngsten ihr Gegenüber besonders über Gestik und Mimik wahrnehmen würden – und dies durch de Maske schwerfalle. Getrennte Eingänge, ein steter Vorrat an Ersatzmasken, eine enge Abstimmung mit Eltern und Stadt: „Bei uns klappt das sehr gut“, sagt Zimmermann. Die Schule habe noch keinen einzigen Quarantänefall gehabt, ist sie ein bisschen stolz.

Den Eltern wird Claudia Zimmermann, wie bereits im Sommer, empfehlen, die Kinder nach dem Zwiebelschalenprinzip anzuziehen. Handschuhe, dicke Jacke und Decke für die Winterzeit: Das rät die Kultusministerkonferenz. „Dann kommen natürlich die Erkältungskrankheiten dazu. Das ist eine Gratwanderung“, sagt Zimmermann. Aber die Eltern seien ohnedies sehr sorgfältig, lobt die Schulleiterin.

CO2-Ampeln

Das Umweltbundesamt regt den Einsatz von CO2-Ampeln an. Diese gelten als Indikator für verbrauchte Luft. Die Stadt Burscheid hat nun kurzfristig zwei Ampeln je Grundschule angeschafft. So können zwei Klassen gleichzeitig das Lüftungsverhalten quasi einstudieren. Weil die Nachfrage aber groß und die Lieferzeit lang ist, ist noch unklar, wann die Ampeln zum Einsatz kommen können, sagt Renate Bergfelder-Weiss.

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