Die Grünen wollen eine Energiegenossenschaft gründen

Konzept wurde im Stadtrat vorgestellt, Fraktionen bitten sich Beratungszeit aus

Von Nadja Lehmann

Modern und zukunftsorientiert: In diese Richtung will das Bündnis 90/Die Grünen ihre Stadt stupsen. Und haben dafür ein energetisches Programm entwickelt, das zwar auch Teil des Wahlkampfs war, aber auch darüber hinausweist. „Zum Thema Klimaschutz müssen wir Politiker liefern. Und das haben wir verstanden“, sagte Fraktionschefin Sabine Wurmbach. Das Programm stellte sie vergangene Woche auf der Ratssitzung vor. „Wir machen das Tor zur Zukunft weit auf“, verhieß sie – bis hin zum grünen ÖPNV. Die Kommunalpolitiker trafen jedoch keine Entscheidung.

„Es ist spannend“, signalisierte Michael Baggeler vom Bündnis für Burscheid (BfB). „Aber wir sollten uns doch inhaltlich damit beschäftigen.“ Zumal die Grünen in ihren Themenkomplex auch die Stadtwerke eingebunden hätten: „Die haben wir ja bekanntlich zu einem Ein-Mann-Betrieb degradiert“, so Baggeler. Er schlug die Verlegung des Themas in den Umweltausschuss vor – dem folgten die Ratsmitglieder, die in dieser Konstellation das letzte Mal zusammensaßen.

Auch die SPD drosselte das Tempo. „Erstmal sollte das Thema in die Fraktionen gegeben werden“, sagte Fraktionsvorsitzender Klaus Becker.

Zu dem Klimaschutzkonzept gehören auch E-Auto-Ladesäulen

Was wollen die Grünen? Den wichtigsten Teil bildet „Egon“. Das ist die künftige Energiegenossenschaft Burscheid eG (Egon), die die Grünen gründen wollen. Die Idee: Unterstützt von der Politik sollen die Stadtwerke eine Energiegenossenschaft im Stadtgebiet gründen. Burscheider, die sich beteiligen wollen, können bis zu vier Anteile kaufen. „Für uns ist es das sozialste und ökologischste Modell“, sagte Wurmbach. „Wir können in drei bis fünf Jahren komplett das erzeugen, was privat gebraucht wird.“

Zum grünen Klimaschutzkonzept gehören auch Ladesäulen für E-Fahrzeuge. Diese möchten die Grünen vor allem in der Stadtmitte installieren. Kurz gab es da bei der SPD Irritationen um den Standort Kirchenkurve: „Das soll doch langfristig Fußgängerzone werden“, wunderte sich Klaus Becker. Bürgermeister Stefan Caplan gab Entwarnung: „Die Belkaw will in der Nähe des Marktes bauen. Wir haben Pläne geschickt, an denen sie sich orientieren können.“

Weitere denkbare Standorte aus Sicht der Grünen: vor dem Pastor-Löh-Haus und dem Wanderparkplatz Hammerweg. Die Ladezeit könnte in beiden Fällen mit einer Einkehr kombiniert werden: zum einen im Restaurant Korfu an der Höhestraße, zum anderen im Thomashof am Hammerweg.

Eine pragmatische Hilfe haben die Grünen bereits organisiert: eine kostenlose Solarthermie-Beratung. Eignet sich das eigene Hausdach für Solaranlage? Welche Fördermittel gibt es? Ansprechpartner ist die Verbraucherzentrale unter Tel. (02 11) 33 99 65 55. Die Kosten übernimmt der Kreis. Die Beratung hat Wurmbach ins Rollen gebracht: Sie sitzt für die Grünen auch im Kreistag.

Wie Baggeler und Becker trat auch Bürgermeister Stefan Caplan zunächst auf die Bremse: „Das ist eine große Nummer“, sagte er über Egon. „Und wir haben null Erfahrung.“ Deshalb sei die von Wurmbach so herbeigesehnte Gründung in der Reihenfolge „nicht die erste Veranstaltung, sondern die letzte.“

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