Sicherer machen

Großhamberg: Rad- und Gehweg wird beleuchtet

Hier kann es schon mal etwas dunkler sein: 15 Beleuchtungsmasten sollen den Weg Richtung Forellental sicherer machen. Archivfoto: Doro Siewert
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Hier kann es schon mal etwas dunkler sein: 15 Beleuchtungsmasten sollen den Weg Richtung Forellental sicherer machen.

Stadt und Kreis machen an der K 2 gemeinsame Sache – Burscheid geht finanzielle Verpflichtungen von rund 31 000 Euro ein.

Von Nadja Lehmann

Horst Buttkus war nicht glücklich. In der hinteren Reihe sitzend, ermahnte der erfahrene CDU-Politiker seine Ausschusskollegen. „Wir verlassen den Pfad der Tugend“, lautete sein Einwurf auf der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im Haus der Kunst. Denn die Stadt will Geld beisteuern für Belange, in denen eigentlich der Rheinisch-Bergische Kreis in der Verantwortung steht – nämlich bei der Frage, ob der Rad-/Gehweg in Großhamberg eine Beleuchtung bekommt oder nicht. Es sei gleich erwähnt: Ja, die Beleuchtung wird kommen. Und die Stadt geht finanzielle Verpflichtungen in Höhe von etwas mehr als 31 000 Euro ein. Möglich wird das nur, weil der Kreis ohnehin eine Sanierung der Fahrbahndecke plant und in diesem Zusammenhang einen Förderantrag stellt.

„Wir verlassen den Pfad der Tugend.“

Horst Buttkus (CDU)

Doch von vorn. Neu ist das Thema nicht. Zuletzt, nämlich im März, hatte sich die SPD für einen helleren Straßenabschnitt stark gemacht, nachdem es dementsprechende Bürgeranträge schon 2015 und dann wieder 2020 gegeben hatte. Wie mit dem Bürgerantrag im November 2020 im Hauptausschuss umgegangen worden sei, spiegele jedoch nicht das politische Verständnis der SPD-Fraktion wider, hatten die Sozialdemokraten ihren neuerlichen Vorstoß im Frühjahr begründet. Von einem „Hauruckverfahren“ war vonseiten der SPD die Rede und von unbefriedigenden Antworten des Kreises. Denn dieser ist formal für die K 2 zuständig.

Beleuchtung für den Abschnitt in Richtung Forellental – gerne auch mit Photovoltaik, so Burscheids SPD, die damit auch den als Schulweg genutzten Abschnitt (in Richtung Forellental liegt die Bushaltestelle) sicherer machen wollte. Zudem verwies sie auf ein Tötungsdelikt, bei dem just an diesem Abschnitt im März 2019 ein 23-Jähriger durch einen Messerstich zu Tode gekommen sein sollte. Das hat sich mittlerweile als falsch herausgestellt: Die Kreispolizeibehörde konnte einen derartigen Vorfall nicht bestätigen. Lediglich einer Zeitungsmeldung war zu entnehmen, dass es ein Tötungsdelikt in einer Wohnung in Lützenkirchen gegeben hatte.

Bürgermeister Stefan Caplan hatte im Frühjahr allerdings Entgegenkommen signalisiert: Die Verwaltung wolle vertiefend tätig werden. Heißt: Man nahm wegen einer möglichen finanziellen Förderung Kontakt zur Bezirksregierung auf. Eigentlich ein No-go: Antragsberechtigt ist diesbezüglich nämlich ausschließlich der Straßenbaulastträger. Und der ist nun mal, wie auch Fachbereichsleiter Dirk Runge in allen Ausschusssitzungen nicht müde wurde, zu betonen, der Kreis.

Dieser aber stattet die in seiner Verantwortung stehenden Straßen prinzipiell nicht mit Licht aus. Also auch nicht die K 2. Wünscht eine Kommune dies trotzdem, muss sie die Kosten tragen, und der Kreis den Antrag stellen und die Maßnahme durchführen.

„Es handelt sich um eine besondere und begünstigende Ausnahmesituation.“

Aus der Beschlussvorlage

Nur weil, wie eingangs erwähnt, der Kreis die K 2 sowieso sanieren will, ist er bereit, den Förderantrag bei der Bezirksregierung zu stellen. Der Aufwand wäre sonst zu groß gewesen, heißt es in der Beschlussvorlage. „Es handelt sich um eine besondere und begünstigende Ausnahmesituation.“

Die Belkaw GmbH hatte bereits Gesamtkosten von knapp 105 000 Euro für die Beleuchtung kalkuliert. Der voraussichtliche Eigenanteil für die Stadt Burscheid beträgt demnach rund 21 000 Euro. Hinzu kommen jährliche Unterhaltskosten. Pro Jahr schlägt ein Beleuchtungsmast, so nachzulesen in der Beschlussvorlage, mit rund 170 Euro zu Buche. Aufgestellt werden sollen insgesamt 15 Masten, die mithin in vier Jahren 10 236 Euro in der Unterhaltung kosten.

Hintergrund

Weil der Kreis den Antrag zur Beleuchtung vor der Auftragsvergabe zur Sanierung der Fahrbahndecke vergeben muss, herrschte Zeitdruck und es war eine Dringlichkeitsentscheidung geboten. Sonst wäre die Maßnahme im Gesamtpaket nicht mehr förderfähig gewesen.

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