Große Dhünn-Talsperre ist nur noch halbvoll

Ein Blick aus der Luft auf die Große Dhünn-Talsperre. Bis sie wieder gefüllt ist, wird es dauern. Archivfoto: Roland Keusch
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Ein Blick aus der Luft auf die Große Dhünn-Talsperre. Bis sie wieder gefüllt ist, wird es dauern. Archivfoto: Roland Keusch

Drei Trockenjahre in Folge haben den Trinkwasservorräten zugesetzt

Von Stephan Eppinger

In den vergangenen Jahren war Regen nicht nur in den heißen Sommern Mangelware. Auch über das Jahr kam weniger Niederschlag zusammen. Das hat Folgen auch für die Talsperren im Bergischen Land, wo sich das Trinkwasser für die gesamte Region sammelt.

Die Große Dhünn-Talsperre ist die zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands. Sie ist zurzeit nach den Angaben des zuständigen Wupperverbands zu 47 Prozent gefüllt, das entspricht 33,93 Millionen Kubikmetern Wasser.

Bei den anderen Talsperren sieht es magerer aus: Die Bever-Talsperre ist zu 40 Prozent gefüllt, das entspricht 9,47 Millionen Kubikmeter Wasser. Bei der Wupper-Talsperre beträgt der Füllstand nur 28 Prozent - 6,86 Millionen Kubikmeter Wasser.

„Auch wenn man selbst sich nicht so über Regen freut: Es ist der Wareneingang für die Talsperren.“

Ilona Weyer, Wupperverband

Wenn man die Auswirkungen von drei Dürresommern in Folge betrachtet, muss der Blick zunächst auf die Funktion von Talsperren geworfen werden: „Die Brauchwassertalsperren haben insbesondere im Winterhalbjahr die Funktion, vor Hochwasser zu schützen, also große Wassermengen abzupuffern, um die darunterliegenden Kommunen vor Schaden an Leben und Gut zu schützen. Dafür wird im Winterhalbjahr ein Hochwasserschutzraum freigehalten, in dem größere Wassermengen bei Bedarf eingespeichert werden können“, sagt Ilona Weyer vom Wupperverband.

Vorrangig im Sommerhalbjahr erfüllen die Brauchwassertalsperren die Funktion der Niedrigwasseraufhöhung. Das heißt, das im Winterhalbjahr gespeicherte Wasser wird im Sommer kontrolliert an den Unterlauf abgegeben, um zum Beispiel in der Wupper einen Mindestpegel zu halten, damit sie nicht trockenfällt. Der Wupperverband hat die gesetzliche Auflage, am Referenzpegel an der Kluse in Wuppertal-Elberfeld (das ist auf Höhe des Kinos und des ehemaligen Schauspielhauses) einen Mindestpegel von 3500 Liter pro Sekunde zu gewährleisten. Hierdurch werden Flora und Fauna geschützt. Diese Aufgabe haben die Brauchwassertalsperren im Verbandsgebiet auch in den jetzigen heißen Sommern erfüllt. Dies erklärt auch die aktuellen Füllstände der Wupper- und Bever-Talsperre.

Die Große Dhünn-Talsperre hat eine Doppelfunktion: Sie ist Trinkwassertalsperre, aber auch hier muss ein Mindestpegel des darunterliegenden Gewässers gewährleistet werden; die Dhünn muss eigentlich einen 1000 Liter pro Sekunde führen.

„Da die vergangenen Jahre schon sehr trocken waren, hat der Wupperverband nach eigenen Angaben vorsorglich in Absprache mit der Bezirksregierung die Mindestabgabe so gesenkt, dass man dort nur noch 700 Liter pro Sekunde gewährleisten muss. Begleitet wird dies durch ein Monitoring, bei dem der Verband überprüft und im Blick behält, dass dies keine negativen Auswirkungen auf Flora und Fauna hat. „Auf diese Weise haben wir den Wasservorrat der Großen Dhünn-Talsperre geschont. Dies hat dazu beigetragen, dass wir nicht den niedrigsten Füllstand haben, den wir jemals zu diesem Zeitpunkt hatten“, erklärt Weyer.

Für Abhilfe hat der Regen der vergangenen Wochen nicht gesorgt: „Es ist so, dass es immer einen Moment dauert, bis sich nach einer langen Trockenphase Regen auf den Füllstand einer Talsperre auswirkt. Die Böden sind trocken und nehmen erstmal viel Wasser auf. Wenn die Böden gesättigt sind, fließt mehr Wasser den Talsperren zu. Deshalb schlägt sich Regen nicht sofort in den Füllmengen nieder“, sagt Weyer.

Die Prognose für die kommenden Monate ist schwierig: „Wettervorhersagen über lange Zeiträume wie Monate sind schwierig. Erfahrungsgemäß regnet es im Winterhalbjahr mehr als in den Sommermonaten. Im vergangenen Jahr ist es so gewesen, dass die ergiebigen Regenfälle von Februar bis Mitte März sich günstig auf den Talsperrenfüllstand ausgewirkt haben. Wir benötigen auf jeden Fall ein nasses Winterhalbjahr. Auch wenn man sich selbst manchmal über Regen nicht so freut, es ist der Wareneingang für unsere Talsperren.“

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