Musik

Glanzvolles Adventskonzert erfreut Burscheid

Die Musicalische Academie und der Cäcilienchor gaben im St. Laurentius ihr Adventskonzert unter anderem mit Sopranistin Johanna Risse (l.).
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Die Musicalische Academie und der Cäcilienchor gaben im St. Laurentius ihr Adventskonzert unter anderem mit Sopranistin Johanna Risse (l.).

Die Musicalische Academie bot in St. Laurentius ein klassisches Programm auf hohem Niveau.

Von Wolfgang Günther

Burscheid. Die Musicalische Academie zu Burscheid von 1812 sowie der Kirchenchor von St. Laurentius boten am Sonntag in der katholischen Kirche ein gemeinsames Konzert, das reich an Höhepunkten war, und beim Publikum sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Auf die oft auf den Märkten gespielten Lieder zur Weihnacht hatten Chor und Orchester erfreulicherweise verzichtet.

Dagegen erklang am späten Sonntagnachmittag ein fein ausgewogenes Programm mit klassischer Musik, in dem aber auch immer wieder geschmackvolle Lieder zur Weihnachtszeit zu Gehör kamen. Zum Auftakt spielte das Orchester den ersten Satz der „Brook Green Suite“, eine Komposition von Gustav Holst. Der britische Komponist ist durch seine 1918 komponierte Orchestersuite „Die Planeten“ bekanntgeworden. Gleich darauf stellte sich der Chor von St. Laurentius mit dem schlesischen Weihnachtslied aus dem 19. Jahrhundert: „Transeamus usque Bethlehem“ vor. Chorleiter Reiner Vallo begleitete dabei seinen Chor an der Orgel.

Sopranistin und Solisten zeigen großes Können

Mit dem Lied „In the Bleak Midwinter“ stand ein weiteres Werk von Holst auf dem Programm, gesungen von der jungen Sopranistin Johanna Risse, die einen großen Anteil am Erfolg des Konzertes hatte. Ihre Stimme basiert auf einem gesunden Fundament, und entwickelt sich strahlend und ohne jede Anstrengung sicher in der Höhe. Einfach hinreißend sang sie – begleitet vom Orchester – die Partie der Santuzza in einem großen Ausschnitt aus der dramatischen Oper „Cavalleria rusticana“, komponiert von Pietro Mascagni. Auch ihre Interpretation des Liedes „Mariä Wiegenlied“ von Max Reger und ihr Gesang in der von dem italienischen Komponisten Herbert Paulmichel gestalteten Fassung des historischen Liedes „Maria durch ein Dornwald ging“, beeindruckte sehr.

„Ich habe schon erste Erfolge mit kleinen Rollen auf der Opernbühne gehabt, die Oper wird auch weiter eine große Rolle in meiner Zukunft spielen“, erklärte die junge Sängerin in einem kurzen Gespräch nach dem Konzert. Ihre Interpretation des Abendsegens aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck machte ebenso große Freude.

Aber im Burscheider Orchester erfreuten auch instrumentale Solisten das Publikum. Eine dieser jungen, aufstrebenden Künstlerinnen ist die Harfenistin Emilia Hess, die bereits beim Wettbewerb „Jugend musiziert“, zweimal einen ersten Platz belegen konnte. Im Konzert in St. Laurentius spielte sie Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, die der russische Komponist für das Ballett „Der Nussknacker“ komponiert hatte. Filigran erklang „Der Tanz der Rohrflöten“, und ein wahrer musikalischer Genuss war der elegante „Blumenwalzer“, ein Evergreen der klassischen Musik. Werke aus dem Barock durften in der Gestaltung dieses Konzertes nicht fehlen.

Konzertmeister Alexei Silbert spielte auf seiner Geige das Largo „Der Winter“ aus der Suite „Die vier Jahreszeiten“, von Antonio Vivaldi. Der italienisch-französische Komponist Jean-Baptiste Lully (1632 bis 1687) war Hofkomponist des französischen Königs Ludwig XIV. Aus seiner Feder spielte das Orchester die Musik „Le temple de la Paix“, die damals zu einem höfischen Ballett des Sonnenkönigs erklang.

Den musikalischen Schlusspunkt setzten Orchester, Chor und Solisten mit Musik eines weiteren Komponisten aus dem Barock. Georg Friedrich Händel hat die Melodie des Liedes „Tochter Zion“ gleich in mehreren seiner Oratorien verarbeitet. In Deutschland wird diese Melodie als Kirchenlied zu Weihnachten gesungen und in St. Laurentius bildete Gesang und Musik ein mächtiges und begeisterndes Finale des Adventskonzerts.

Der Beifall in der vollbesetzen Kirche war sehr stark, und am Ende brachten kleine Engel Blumen zu den Solisten, das war ein anrührender Abschluss einer brillanten Stunde Musik, die auf einem sehr hohen Niveau stand.

Musicalische Academie

Die „Musicalische Academie zu Burscheid“, wurde 1812 von interessierten Bürgern gegründet. Damit gilt die Academie als eines der ältesten Laienorchester Deutschlands, knapp 40 Mitglieder hat das Orchester heute. Als Vorsitzender wirkt Dr. Tilmann Werner, er spielt den Kontrabass. Seit einem Jahr leitet der junge Dirigent Nicolai Dembowski die musikalischen Geschicke des Orchesters. Als Konzertmeister wirkt Alexei Silbert; der in St. Petersburg geborene Geiger ist hauptberuflich Mitglied der Bergischen Symphoniker – dem Orchester der Städte Remscheid und Solingen.

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